Spieler meckern über den Shooter-Hit Wardogs, doch der Chef versichert: „Das Endgame ist nicht kaputt, es ist scheiße“

Wardogs Brammer

Der Chef von Wardogs ist überzeugt, dass das Endgame des Shooters „scheiße“ ist. Aber das liege nicht am Balancing.

Worüber meckern die Spieler? Wardogs ist jetzt seit 3 Wochen im Early Access und die ersten Spieler im Endgame angekommen. Dort bekommen sie Zugriff auf mächtige Ausrüstung und Fahrzeuge wie Panzer, Artillerie, Kampfhelikopter und Stufe-4-Rüstungen, die erst im späteren Verlauf des Spiels freigeschaltet werden.

Jene starke Ausrüstung führt nun vereinzelt zu Kritik seitens der Community. Dabei stehen besonders der Kampfhelikopter „Havoc“ und die Stufe-4-Rüstung im Fokus – zumal Casual-Spieler diese mächtige Ausrüstung aufgrund des bevorstehenden Wipes in der aktuell laufenden Season wahrscheinlich nicht mehr freischalten werden.

Jetzt hat der Chef von Wardogs, Joe Brammer, in einem 45 Minuten langen Video auf ein YouTube-Video reagiert und dort über das Balancing und das Endgame des Spiels gesprochen.

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Entwickler wollen, dass ihr auf eure Weise spielen könnt

Was genau sagt der Chef? In dem Video auf X sagt Brammer deutlich, dass das Endgame und das Balancing noch Probleme haben. Das Studio versuche allerdings gar nicht, ein perfekt ausgewogenes Spiel zu erschaffen.

Das Team wolle beispielsweise nicht begrenzen, wie viele Helikopter oder Panzer es gibt, um die Spieler in der Sandbox-Spielerfahrung nicht einzuschränken. So würden Matches abwechslungsreich bleiben, weil man nie wisse, was morgen passiere.

Die unbegrenzte Nutzung von Fahrzeugen würde etwa erst zum Problem werden, wenn in jedem Match jeder Spieler einen Panzer kauft und das Spiel „zu War Thunder“ werde. Denn auch wenn das Team anerkenne, dass das Balancing gerade nicht gut ist, sei es für sie trotzdem okay, wenn etwas für eine Season zu stark und in der nächsten Season zu schwach ist. Dadurch bleibe das Spiel interessant.

Statt die Sandbox-Erfahrung einzuschränken, wollen die Entwickler den Spielern – die es beispielsweise hassen, von einem Kampfhelikopter vernichtet zu werden – die Erfahrung bieten, Wardogs ohne Kampfhelikopter in Form eines Infanterie-Modus zu erleben.

Hier sehe Brammer aber „das größte Versagen des Studios“: Man habe es entwicklerseitig nicht geschafft, Community-Servern angemessene technische Unterstützung zu bieten oder eigene Infanterie- sowie Low-Level-Server bereitstellen sollen. Dennoch bevorzuge das Team diese Art von Lösungen, statt beispielsweise Obergrenzen für die Verfügbarkeit von Helikoptern einzuführen. So wolle man ein repetitives Spielgefühl vermeiden, denn die Unausgewogenheit könne es manchmal auch interessant machen.

Viele Leute sagten: ‘Oh, ihr solltet die Menge an Helikoptern begrenzen’, aber dann würde es sich jedes Mal gleich spielen, wodurch wir zurück an dem Punkt wären, an dem Battlefield ist, wo sich jede verdammte Runde gleich spielt. Das ist nicht die Lösung. Sachen zu begrenzen und zu limitieren ist das Gegenteil von dem, was wir wollen. Wir wollen, dass du auf deine Weise spielst.

Insgesamt findet Brammer: „Das Endgame ist nicht kaputt, es ist scheiße.“ Er beschreibt es mit den Worten, dass man als Casual-Spieler an einem bestimmten Punkt quasi ein Bot im Spiel eines Top-Spielers sei.

So soll das Endgame langfristig verbessert werden: Das Problem beim Endgame sei laut Brammer nicht das Balancing oder das Fortschrittssystem. Die Lösung sei deshalb, den Spielern mehr Zeug zum Freischalten zu geben. Laut Brammer würden die Spieler aktuell erst 25 % von dem spielen, was für Wardogs geplant sei.

Zukünftig soll es etwa Skills geben, deren Fortschritt auch nach einem Wipe erhalten bleibt. Wer dann beispielsweise viel Medic spielt, verbessert seine Fähigkeiten als Sanitäter. Außerdem soll neben Geld und XP eine dritte Ressource namens Intel kommen, die beim Gunsmith zum Freischalten von Waffen-Komponenten genutzt wird.

In dem Kontext erinnert Brammer auch daran, dass der Grundgedanke von Wardogs nicht sei, jede Season alles freizuschalten und jede Klasse zu maximieren. Wardogs drehe sich um „die Reise“, weshalb die Wipes auch nicht schlimm, sondern Teil der Spielerfahrung seien.

Auch MeinMMO-Redakteur Dariusz Müller kam in seiner Kolumne zu den Wipes zu einem ähnlichen Fazit und erklärte, wieso diese gut für das Spiel seien. Hier könnt ihr den Artikel lesen: Wardogs löscht in knapp 2 Wochen euren gesamten Fortschritt und das ist genau, was der Shooter braucht

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