Chef von Take-Two (GTA 5, RDR 2) schießt scharf gegen China

Der Chef des Publishers Take Two, Strauss Zelnick, steht hinter Spielen wie GTA 5 Online oder Red Dead Redemption 2. Take-Two verdient auch in China Geld, aber da gibt es Probleme.

Wer spricht da? Es spricht der Chef eines der größten westlichen Gaming-Publishers, Strauss Zelnick, in einem Interview mit GamesIndstury.biz über den chinesischen Gaming-Markt für westliche Spiele-Unternehmen.

Zu Take-Two gehören Spielreihen wie:

  • Borderlands
  • Civilization
  • Grand Theft Auto
  • Red Dead Redemption
  • und XCom

Was ist Zelnicks Problem? Wenn US-Firmen oder andere ausländische Gaming-Publisher ihre Spiele in China vertreiben wollen, brauchen sie eine Lizenz der chinesischen Regierung.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es dafür notwendig ist, Deals mit chinesischen Firmen einzugehen. So ist Blizzard etwa mit NetEase verbandelt.

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Noch größer als NetEase ist der chinesische IT-Konzern „Tencent“, der lange als eine der 7 größten Firmen der Welt galt. Tencent ist der Partner für viele westliche Publisher, die in China Geld verdienen möchten. Auch für Take-Two.

Take-Two plant ihre Spiele NBA 2K Online und Kerbal Space Program über „WeGame“, die Plattform von Tencent, in China zu verbreiten.

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Das sagt Zelnick zur Zukunft in China: Bei einer Konferenz, der Goldman Sachs Communacopia, sprach Strauss Zelnick über den aktuellen Block für die Zulassung für neue Spiele in China. Das sieht er optimistisch. Seine Firma selbst sei davon nicht betroffen, man habe die Lizenzen schon lange.

Er hofft, langfristig werden die Barrieren fallen und China wird sich für westliche Produkte öffnen. Zelnick glaubt, die chinesische Regierung werde irgendwann einsehen, dass westliche Produkte gut für die chinesische Bevölkerung seien. Die chinesische Kunden wollten die Entertainment-Produkte aus den USA schon jetzt. Die liebten das, was Take-Two ihnen anbieten könne.

Aber so rosig Zelnick die Zukunft in China sieht, umso heftiger kritisiert er die Vergangenheit und Gegenwart.

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Zelnick wirft China im Prinzip Erpressung vor

Unfaire Marktbedingungen: Zelnick findet als US-Amerikaner die Marktbedingungen in China einfach unfair:

„Wir haben eine total schräge Situation. Chinesische Firmen kommen in die USA und kaufen unsere Firmen – das ist überhaupt kein Problem für sie. Und wenn sie das nicht machen, dann können sie ihre Spiele hierher bringen und über den Markt verteilen, alles kein Problem.

Aber wenn wir nach China möchten, dann muss die Hälfte unseres Geschäfts einer chinesischen Firma gehören. Die gute Nachricht ist, dass wir ihre Expertise kriegen. Wir haben eine gute Beziehung zu Firmen wie Tencent. Wir freuen uns, mit denen Geschäfte zu machen. Aber um das klar zu sagen: Wir haben auch keine andere Wahl.“

Zelnick fährt dann fort, dass man die Zustimmung der chinesischen Regierung brauche. Das sei eine politische Entscheidung. Man verstehe nicht, warum die USA es okay findet, dass das zweite größte Exportgut der USA, nach Luftfahrt-Technik, so behandelt wird. Die weltweiten Handelsbeziehungen hätten sich verändert und das müsse sich auch in den politischen Bedingungen widerspiegeln.

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Zelnick ergänzte seine Brandrede dann noch mit:

„Ach ja, nebenbei, der andere Hintergrund ist, dass China unser geistiges Eigentum stiehlt und das schon für eine echt lange Zeit. Diese Dinge müssen sich ändern.“

Das Thema, über das kaum wer spricht

Das steckt dahinter: Zelnick fordert hier im Prinzip:

  • einen Handelskrieg. Die USA müsste dann, um gleiche Bedingungen zu schaffen, den Chinesen dieselben Steine in den Weg legen wie umgekehrt
  • oder die Abschaffung aller Barrieren in China für US-Firmen

Die unfairen Wettbewerbs-Bedingungen mit China sind ein Thema, das die westliche Industrie schon lange beschäftigt – nicht nur im Gaming. Auch in Deutschland sind diese „Zwangs-Joint-Ventures“ für Unternehmen intern wohl ein großes Problem, über das Wirtschaftsmagazine berichten (via Handelsblatt).

Im Alltag spielt der chinesische Einfluss eine Rolle: Chinesische Konzerne haben mittlerweile Anteile oder die Kontrolle über große westliche Gaming-Firmen wie Epic Games (Fortnite) oder Riot Games (League of Legends.)

Fortnite-Frau

Interessant ist, dass dieses Thema im Gaming fast nie behandelt wird, obwohl manche News daraufhin deuten, dass solche Praktiken großen Einfluss auf den Alltag haben:

Offenbar haben westliche Publisher schlicht keine Wahl, wenn sie in China Geld verdienen möchten – und das möchten sie.

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