MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes hat sich sehr auf das neue Spin-off zu The Big Bang Theory, Stuart Fails to Save the Universe, gefreut. Aber nach 10 Folgen ist er enttäuscht.
Am 24. Juli startet auf HBO Max Stuart Fails to Save the Universe. Die Serie ist ein Spin-off von The Big Bang Theory, aber statt einer klassischen Sitcom erwartet die Zuschauer hier eine Sci-Fi-Serie.
Der Comicbuchverkäufer Stuart (Kevin Sussman) lebt in einer Postapokalypse. Plötzlich taucht ein alternatives Ich von ihm auf und erklärt Stuart, dass er die multiversale Apokalypse verhindern kann. Mit einem Gerät, erbaut von Sheldon, Howard und Leonard, begibt sich Stuart zusammen mit Bert (Brian Posehn), Denise (Lauren Lapkus) und Kripke (John Ross Bowie) in verschiedene Universen, um herauszufinden, wie sie alles reparieren können.
Diese Idee finde ich genial. Statt eine klassische Sitcom zu machen, wie es bei den Prequels Young Sheldon und Georgie & Mandy war, probiert man etwas Verrückteres. Aber leider wollte es bei mir nicht funktionieren.
Zu kurz und gleichzeitig zu lang
Jede Folge befördert die Hauptfiguren in eine neue Welt, die anderen Regeln folgt und an die sich Stuart und seine Freunde anpassen müssen. Das ist eigentlich ganz spannend, weil man sich fragt, was einen noch so erwartet. Das Problem ist aber die Umsetzung.
Die Welten und ihre Regeln werden nicht ausgebaut. Man bekommt nie ein Gefühl dafür, wie alles funktioniert. Das liegt an den Folgen, die nur knapp 20 Minuten lang sind. Dadurch kann man die Welten nicht ausbauen, wenn man in jeder Episode eine neue präsentieren möchte. Man bräuchte mehr Folgen.
Gleichzeitig sind 20 Minuten auch eine lange Zeit, wenn das Konzept einer Welt nur ein einzelner Gag ist. Der Serie hätte es gutgetan, Welten in einem höheren Takt vorzustellen, um mehr Universen zu präsentieren. Oder man wählt einen anderen Ansatz und hat längere Folgen, um alles besser vorzustellen.
Die so geniale Idee wird dadurch abgewertet, was unfassbar schade ist. Aber auch abseits davon funktionierten bei mir die Witze und Figuren nicht.

Der Kern von The Big Bang Theory fehlt
The Big Bang Theory funktionierte, weil die Nerds mit einer anderen Welt, etwa in Form von Penny, zusammengestoßen. Darauf basierten auch die Gags. Und Stuart Fails to Save the Universe hätte die perfekte Möglichkeit gehabt, Stuart und Co. mit der Apokalypse und anderen Multiversen zu konfrontieren, um einen Kontrast herzustellen.
Das passiert aber nur auf einer sehr seichten Ebene. Meist machen sich die Figuren nur über die Welt lustig und selbst lebensbedrohliche Situationen kommen nicht rüber. Das zeigt sich auch in den Figuren.
Es gibt kaum bis gar keine Charakterentwicklungen und die 4 Hauptfiguren sind mehr Gimmicks als echte Figuren. Das ist schade, weil sich trotzdem etwas versteckt, was man hätte erzählen können – über Menschen, die über sich hinauswachsen.
Dafür ist alles etwas zu albern. Aber auch nicht albern genug, um wirklich witzig zu sein. Die Serie ist derber als The Big Bang Theory, es sterben auch Leute, aber nicht derbe genug, um auf dieser Ebene Spaß zu machen. Ich musste öfter an den 3. Deadpool-Film denken. Dort findet ein ähnliches Konzept statt, was aber funktioniert, weil Deadpool es bis zur Grenze Ad Absurdum fühlt.
Teils habe ich beim Schauen der Folgen an mir selbst gezweifelt, weil es eigentlich funktionieren muss. Ich liebe diese Idee für ein Spin-off, aber ich konnte es nicht genießen.
Für Fans von The Big Bang Theory gibt es trotzdem coole Aspekte.
Fans können einiges entdecken
Ohne viel zu spoilern: Alte Bekannte bekommen in Stuart Fails to Save the Universe ein paar Nebenauftritte in Form von alternativen Varianten. Die sind richtig gut, weil auch die Darsteller sichtlich Freude dabei haben, völlig andere Figuren zu spielen.
Große The Big Bang Theory
-Fans werden hier wohl sehr viel Spaß mit haben können, denn auch kleinere Easter Eggs verstecken sich im Hintergrund.
Auch die Liebe
findet ihren Weg in die Serie und die Beziehung zwischen Stuart und Denise ist grundsätzlich interessant, auch wenn man hier gerne mehr Zeit hätte investieren können.
Und auch wenn mich die 10 Folgen enttäuscht haben, will ich gerne mehr davon. Die Idee ist zu gut, um sie nach nur einer Staffel fallen zu lassen, und es ist auch genug Potenzial da, um aus Stuart Fails to Save the Universe eine wirklich gute Serie zu zaubern.
Ich will euch von der Serie auch gar nicht abraten, denn Comedy ist sehr subjektiv. Schaut auf jeden Fall rein, denn 20-Minuten-Folgen kann man auch gut wegsnacken.
Schaut ihr euch Stuart Fails to Save the Universe an oder hat euch das Konzept nicht überzeugt? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Mehr zu The Big Bang Theory findet ihr hier: Eine Serie kopierte frech The Big Bang Theory, wurde direkt vom Erfinder verspottet
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