SpatialOS-Boss bezeichnet Gaming als nächste Stufe menschlicher Kultur

In einem Interview hat der Boss von SpatialOS über die Zukunft des Gamings gesprochen. Dabei bezeichnete er Games als nächste Stufe der menschlichen Kultur und erwartet, dass Online-Games die sozialen Medien ablösen werden.

Wer spricht da? Herman Narula ist der CEO des Start-ups Improbable. Die Firma entwickelt die „Wundertechnologie“ SpatialOS, mit der riesige, übergangslose Welten für Millionen von Spielern geschaffen werden sollen.

Die Firma hat mit der Zeit Finanzspritzen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar bekommen und sogar ein eigenes Gaming-Studio gekauft.

Worum ging es in dem Interview? Im Gespräch mit der Webseite Techonomy sprach Narula über die Zukunft des Gamings und stellte dabei einige spannende Thesen rund um das Thema Videospiele auf.

Herman Narula bei Techcrunch Disrupt
Herman Narula bei der Techcrunch Disrupt in San Francisco

Gaming als nächste Stufe der Kultur?

Was erwartet Narula für die Zukunft? In dem Interview zeichnet Narula ein interessantes und auch romantisches Bild vom Gaming. In seinen Augen sind die Videospiele ein wichtiger Teil der Kultur und können den Menschen sogar helfen:

Spiele sind die nächste Stufe in der menschlichen Kultur. Sie helfen den Menschen zu verstehen, was und wer sie sind.

Ein Spieler zu sein, ist ein kulturelles Attribut, wie in einer bestimmten Epoche geboren zu sein oder eine andere Sprache zu sprechen.

Narula sieht im Gaming auch eine große Chance für die Zukunft. So sollen gemeinsame Erlebnisse in Online-Spielen zu mehr Empathie führen und die Möglichkeit bieten, mehr über Menschlichkeit zu lernen. Dabei bringt er sogar einen Vergleich mit dem Weihnachtsfrieden aus dem Ersten Weltkrieg, bei dem an einigen Orten Soldaten ihre Waffen niederlegten und miteinander feierten.

Auch die Chancengleichheit in Videospielen sieht Narula positiv:

In Spielen sind die Menschen am erfolgreichsten, die es sich verdienen, unabhängig von ihrer Nation oder Rasse.

Ersetzen Online-Games die sozialen Medien? In einer weiteren These spricht Narula über die Zukunft der sozialen Medien. Bisher seien diese vor allem ein Ort für schlechte Nachrichten.

Die Zukunft hingegen sollen erlebnisreicher und interaktiver werden:

Die nächsten sozialen Plattformen werden interaktiv sein. Es wird nicht mehr darum gehen, ein globales Museum für soziale Erfahrungen zu bauen, sondern darum etwas gemeinsam zu erleben.

Das Internet der Erfahrungen.

Dieses SpatialOS-MMORPG bietet euch ein zweites Leben in einer fremden Welt

Gaming als Ort positiver Erfahrungen?

Könnten diese Ideen Realität werden? Die Gaming-Welt wird immer größer und die Akzeptanz in der allgemeinen Bevölkerung steigt. Der durchschnittliche Gamer in Deutschland ist laut Statista 36 Jahre alt und die Zahl der Gamer wächst stetig an.

Es ist also durchaus möglich, dass zukünftig soziale Medien durch interaktive Plattformen oder möglicherweise sogar Online-Games abgelöst werden.

Ob es in dieser Welt aber harmonischer und positiver zugehen wird, als in den sozialen Medien, bleibt abzuwarten. Aktuell gibt es im Gaming immer wieder toxisches und diskriminierendes Verhalten. Eine Studie behauptet sogar, dass etwa zwei Drittel aller Online-Spieler bereits belästigt wurden.

Tyler1 Rage
Der Streamer Tyler1, wie er gerade herumschreit

Natürlich hat Herman Narula auch ein Interesse daran, dass das Gaming größer wird, damit seine eigenen Technologien zukünftig genutzt werden. SpatialOS zielt schließlich auf eine riesige Welt mit vielen Spielern ab.

Doch die Vorstellung, dass man sich mit all seinen Freunden und Bekannten in einer virtuellen Welt tummelt, klingt sehr interessant. Versucht wurde so etwas bereits mit Spielen wie Second Life, doch durchgesetzt hat es sich nicht.

Es bleibt also abzuwarten, ob die Thesen von Narula Realität werden oder doch nur ein Wunschtraum bleiben.

Was denkt ihr über die Zukunft des Gamings und der sozialen Medien?

Die 10 größten und erfolgreichsten Premium-Spiele der Welt für PC, PS4, Xbox One
Autor(in)
Deine Meinung?
9
Gefällt mir!

5
Hinterlasse einen Kommentar

Bitte Anmelden um zu kommentieren
Aktivität der MeinMMO Community
MeinMMO Kommentar-Regeln
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Alzucard
1 Monat zuvor

Ich denke nicht, dass Gaming im weiteren Sinne soziale Medien ersetzt. Es wird wohl eher auf vertiefung und verbesserung der sozialen Medien hinauslaufen. So wie in Otherland oder auc Ready Player One, aber eher Otherland.

mordran
1 Monat zuvor

Absolut übertrieben und wer in der jüngeren Vergangenheit Online Spiele gespielt hat wird festgestellt haben dass dort einige der Mitspieler das Primatenstadium noch nicht überwunden haben. In dem Zusammenhang ist Kultur ein echt grosses Wort

Evels
Evels
1 Monat zuvor

Das man Games mittlerweile als Kulturgut ansehen kann,ist okay,aber die nächste Stufe menschlicher Kultur ? Das ist schon ziemlich übertrieben lol

Das Games den Menschen helfen,darüber kann man wohl streiten,es ist vielleicht toll das man darüber neue Leute und vielleicht sogar echte Freunde kennenlernt,Games können aber ebenso negative Auswirkungen haben,z.B. Menschen die mit Games aus der echten Welt und ihren Problemen fliehen oder die die dadurch leider süchtig werden und sich ihr Leben und damit soziales Umfeld,auch völlig zerstören.

In der realen Welt sind oft auch die Menschen erfolgreich,die es sich verdienen,dafür etwas machen und nicht rumsitzen und hoffen das der Erfolg herbeigeflogen kommt.

Der Vergleich mit den Weihnachtsfrieden im 1.WK,ist kompletter Schwachsinn und mehr ein negatives Beispiel.
Der Weihnachtsfrieden hat in der Form nur das einzige Mal 1914 stattgefunden,nachdem der Krieg noch kein halbes Jahr lief,das war auch kein offizielles Abkommen von beiden Seiten,sondern fand lediglich vereinzelnd überwiegend an der Westfront statt und die verfeindeten Soldaten die vielleicht sogar so weit gegangen sind und sich Zigaretten und Kaffee geteilt haben,haben Stunden später wieder aufeinander geschossen und sich gegenseitig umgebracht.Das schlimmste stand den Soldaten damals noch bevor. shock

Von diesem Bild,Empathie und Menschlichkeit,ein besseres Miteinander,was er da träumt,sah man bisher nicht (im Netz),viel mehr sieht man zunehmend das Gegenteil.
Intoleranz,Hass,Missgunst.

Koronus
1 Monat zuvor

Ich denke er hat recht allerdings müssen dafür noch die letzten zwei Generationen vorher abgelöst werden da viele Eltern und die Großeltern sowieso das Spielen als etwas surreales abtun was nicht zu vergleichen ist mit Mannschaftssportarten wie Fußball und wo man doch jederzeit in der Lage sein muss aufzuhören ganz gleich was man verliert oder welchen Ärger man sich einhandelt wenn man mitten im Rankedmatch oder als Maintank mitten während eines Raids abbricht oder Pausen nicht einfach so auf Knopfdruck möglich sind.

N0ma
1 Monat zuvor

SpatialOS sollte erstmal irgendwas funktionierendes rausbringen, bevor sie den Leute erzählen was Gaming ist.

Gaming ist in erster Linie eine Freizeitbeschäftigung. Das meiste Geld was da umgesetzt wird, muss von anderen Leuten aus dem produziernden Gewerbe erstmal erarbeitet werden. Wenn man Fernsehen oder Fussball als Teil der Kultur ansieht dann ist es Gaming auch. Sehe aber keinen Grund es auf einen Sockel zu stellen.

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.