Ich dachte immer, Kartenspiele in Läden zu spielen, wäre Zeitverschwendung, doch dank LoL freue ich mich jetzt jede Woche darauf

Niko Riftbound Meinung Karten

MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes ist schon, seit er denken kann, ein großer Fan von Kartenspielen. Physische TCGs hat er aber nie richtig gespielt, zumindest bis vor ein paar Wochen. Obwohl er sich jahrelang gesträubt hat, konnte ihn das Kartenspiel zu LoL überzeugen.

Ich mag Kartenspiele total, vor allem, wenn Deckbuilding der Fokus ist. Mit Hearthstone oder Yu-Gi-Oh! Master Duel etwa verbrachte ich viel Zeit. Obwohl ich gerne mal Booster-Packs öffne, konnte kein physisches TCG mich überzeugen, richtig einzusteigen.

Das lag wohl vor allem daran, dass ich kaum Leute im Umfeld habe, die aktiv TCGs spielen, und ganz ehrlich: Kartenläden mit Events habe ich lange gemieden. Irgendwie fühlte es sich wie Zeitverschwendung an, und ich hatte die Sorge, dass ich die Profis mit meinen Noob-Decks nur nerve oder so viel Geld ausgeben muss, dass sich der Anfang gar nicht lohnt und ich mit meiner Zeit und Geld etwas Besseres anfangen kann.

Aber nachdem ich eine Wette mit einem guten Kumpel verloren hatte und dann zu einem Riftbound-Event gezwungen wurde, war ich überzeugt. Jetzt bin ich jede Woche da und das liegt nicht nur am Spiel selbst.

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Simple Prämisse, komplexe Mechaniken

Bei meinem ersten Mal in einem Kartenspielladen war ich bei einer Nexus Night. Das ist einfach ein 2-3-stündiges Event, bei dem man mit anderen Leuten Riftbound zocken oder tauschen kann. Bei mir zahlt man dafür 7 € und bekommt am Ende noch ein Booster Pack und ein Promo Pack.

Mit einem VI-Starterdeck bewaffnet ging ich hin und lernte das Spiel zusammen mit 2 Kumpels und anderen Leuten, die liebend gerne Fragen beantwortet haben. Ich möchte euch jetzt die Regeln nicht zu sehr erläutern, aber statt Lebenspunkte auszuradieren, muss man in Riftbound Orte einnehmen und halten.

Erobert man einen Ort, gibt es einen Punkt und für das Halten des Ortes auch. Wer 8 Punkte hat, gewinnt. Ähnlich wie die Länder in Magic gibt es in Riftbound Runen, von denen erhaltet ihr aber pro Zug garantiert 2. Mit diesen Runen beschwört ihr dann Champions, Kreaturen und Zauber, um euch die Orte (von denen immer 2 im Spiel sind) zu schnappen.

Dann gibt es noch Legends, die man mit Commandern in Magic vergleichen kann. Die haben Effekte (passiv und aktiv), die ihr im Spielverlauf nutzen könnt und die mehr oder weniger die Richtung eures Decks bestimmen. Hier könnt ihr euch 2 Legends anschauen:

Grundsätzlich empfand ich die Grundregeln als Anfänger als verständlich, die Komplexität kommt dann mit den Decks und Mechaniken. Sucht man sich aber eine Legend aus, hat man bereits eine Richtung, die man gut verstehen kann. Trotzdem ist Riftbound kein einfaches TCG, da finde ich Pokémon etwas einsteigerfreundlicher.

Dennoch war der Einstieg kein Problem für mich und das lag vor allem an dem Laden selbst, der mich wöchentlich wiederkommen lässt.

Eine angenehme Stimmung und freundliche Mitspieler

Da ich mir ein Starterdeck ausgesucht hatte, konnte ich bei der Nexus Night direkt mitspielen und mir wurden nicht nur die Regeln, sondern auch die Mechaniken meines Decks gut erklärt. Ohne Probleme konnte ich jeden Spieler im Raum nach Tipps und Regeln fragen und ich verstand direkt, warum Leute wöchentlich wiederkommen, obwohl es nichts zu gewinnen gibt.

Spieler verschenkten ihre doppelten Karten, tauschten wertvolle Exemplare, und man bekam direkt ein starkes Community-Gefühl. Das liegt auch an den Mitarbeitern, die nicht nur selbst spielen, sondern mit Gesprächen zu genau dieser Stimmung beitragen.

Bereits nach wenigen Minuten fühlte ich mich wohl, obwohl ich mich jahrelang dank Scalpern und Horrorgeschichten nie getraut hatte, mich einem TCG richtig zu widmen.

Nach dieser positiven Erfahrung begab ich mich auch auf ein Pre-Rift-Event zum neuen Set Vendetta. Die Anmeldung kostet 35 € und man erhält ein verkürztes 15-Karten-Deck mit einer dazu passenden Legend und 5 Booster. Daraus baut man sich dann ein kurzes Deck, um in einem simplen Turnierformat mit anderen zu spielen.

Das hat mir richtig gut gefallen, auch wenn ich 3 richtig krasse Niederlagen kassiert habe. Zum einen herrscht wegen des Formats eine lockere Stimmung. Immerhin bestimmt das Glück, welche Karten man bekommt, und es gibt auch keinen Preis.

Zum anderen lernt man gemeinsam so das neue Set kennen, bevor es erschienen ist. Das hat den Vorteil, dass man Ideen direkt ausprobieren kann und sich auch Tipps abholen kann von Spielern, die sich bereits eingehend informiert haben.

Zusätzlich dazu lernt man auch einfach Leute kennen, die ein ähnliches Hobby teilen. In meiner ersten Runde habe ich so schnell verloren, dass ich mich mit meinem Gegner einfach über LoL und andere Spiele von Riot unterhalten habe. So wurde die Schmach wenigstens abgefedert.

Obwohl da viele Leute waren, die bereits Turniere gewonnen hatten, wirkte niemand genervt, weil ein Noob wie ich mal Fragen hatte.

Das Universum von League of Legends

Der Vorteil bei Riftbound ist, dass viele Spieler Berührungspunkte mit LoL oder anderen Spielen (etwa Legends of Runeterra) hatten. Dadurch kann man sich nicht nur über diese Titel unterhalten, man hat eine andere Verbindung zu den Karten und zur Lore, die zumindest seicht erweitert wird.

Wie ihr merkt, hat mich Riftbound ergriffen. Ich schaue mir Posts zum Spiel an, plane meine zukünftigen Decks und hoffe, dass es bald Thresh oder Urgot als Legend geben wird. Ich brauche meine grünen Fieslinge. Hätte ich mir die Karten nur gekauft, um mit Freunden zu spielen, wäre das Interesse abgeflacht.

Ich kann euch nur ans Herz legen: Falls ihr Bock auf ein TCG habt, schaut, ob ihr in der Nähe Events habt, die euch eine Community zum Spielen bieten können. Meiner neuen Erfahrung nach lohnt sich das und macht auch unglaublich viel Spaß. MeinMMO-Redakteurin Caro hat mit einem anderen Hobby eine ähnliche Erfahrung gemacht: Ich dachte, Warhammer-Fans sind absolute Gatekeeper – Jetzt war ich im Laden und schäme mich für meine Vorurteile

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