Ein Charakter in The Boys ignoriert alles, was Serien gut macht, toppt damit aber sogar Homelander 

Prime Video butcher promo Homelander

The Boys ist zu Ende und trotz Kritik gab es auch einige Highlights im Finale. Für MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes ist das vor allem eine Figur, die eigentlich die ganze Serie über eher eine Lachnummer war.

Schaut man sich auf Social Media nach The Boys um, dann haben es viele Figuren zu Memes in der Popkultur geschafft. Am ehesten denkt man dabei wohl an Homelander, dank dem man sich aus fast jeder Folge eine Szene schnappen kann, um sie komplett aus dem Kontext zu reißen oder zu modifizieren.

Ganz vorn dabei ist auch der Supe The Deep, wunderbar gespielt von Chace Crawford. Innerhalb der 5 Staffeln hat sich die Aquaman-Parodie eine große Fanbase aufgebaut – und auch ich muss zugeben: Im Finale ist er ein wahres Highlight, obwohl er auf den wichtigsten Aspekt einer Serie pfeift.

Achtung Spoiler: Im folgenden Artikel gibt es Spoiler zur letzten Folge von The Boys.

Mit Vought Rising erscheint nächstes Jahr ein Prequel zu The Boys:

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Vought Rising zeigt im ersten Trailer, was man im Prequel zu The Boys erwarten kann

Was heißt schon Charakterentwicklung?

Seit Staffel 1 zeigt sich The Deep von seiner schlechtesten Seite. Er missbraucht Starlight und tötet unschuldige Menschen, ohne auch nur den Hauch von Reue zu zeigen. Wenn Homelander etwas sagt, dann tut er es direkt. Das ist auch sein einziger Lebensinhalt: ein Mitglied der Seven zu sein und die damit einhergehende Anerkennung zu behalten.

Das zeigt sich auch in der finalen Folge. Er wird von Homelander so stark gedemütigt, dass er anfängt zu weinen. Als er dann die Chance bekommt, auf der guten Seite zu stehen, schreit er einfach nur Nein. The Deep verweigert jegliche Form von Charakterentwicklung und das ist verdammt gut.

Eigentlich ist Charakterentwicklung der wohl wichtigste Part einer jeden Geschichte – insbesondere, wenn sie so lange geht wie eine Serie. Figuren, die stets dieselben bleiben, bieten keine neuen Ideen oder Ansätze und werden dadurch langweilig. The Boys schafft es aber, die fehlende Charakterentwicklung zu nutzen.

Immer wieder gibt es Szenen, in denen man als Zuschauer erwartet, dass The Deep endlich erkennt, dass sein Weg nicht der richtige ist. Immer wieder wird er von Homelander und anderen Leuten heruntergemacht – es wäre also verständlich, wenn er umdenkt.

Er tut es aber nie. Damit spielt die Serie auch mit unserer Erwartungshaltung. A-Train hat sich beispielsweise verändert, und man könnte es auch bei The Deep erwarten. Aber er tut es nicht, er erzeugt einfach Memes. Und genau das passt perfekt zu seinem Charakter.

Das wandelnde Meme

Eigentlich klingt es nicht wie eine gute Charaktereigenschaft, wenn eine Figur ein wandelndes Meme ist. Immerhin fungiert sie dann dauerhaft als Lachnummer.

Das schafft The Deep auf 2 Ebenen: Zum einen ist er innerhalb der Serie eine Lachnummer, denn weder Helden noch Schurken nehmen ihn ernst. Zum anderen auch außerhalb. Die Fans erstellen Memes und auf Vought International auf YouTube kamen unzählige Werbe-Videos auf, in denen The Deep sich zum Affen macht.

Deshalb ist The Deep in der Community auch so beliebt, obwohl er wirklich bösartig ist. Er existiert außerhalb der eigentlichen Kerngeschichte, und Zuschauer können ihn isoliert betrachten. Es entstehen keine Probleme wie beim Writing von Homelander und Butcher, weil The Deep für die Handlung am Ende eigentlich irrelevant ist.

Auch thematisch fügen sich die Ebenen bei ihm gut zusammen. The Deep ist eigentlich eine traurige Figur. Er will nur Anerkennung haben, und der große Supe mit all den gesellschaftlichen Vorteilen sein. Aber in Wirklichkeit machen sich seine in-Universe-Kollegen und die Zuschauer nur über ihn und seinen Sigma-Lifestyle lustig.

Er parodiert wunderbar toxische Männlichkeit und zeigt, dass sich vielleicht doch nicht jeder ändern kann. In einer Landschaft, in der selbst die schlimmsten Comic-Schurken manchmal zu Helden werden, ist das eine angenehme Mischung, weil er sich so vehement weigert, sich irgendwie weiterzuentwickeln.

Deshalb ist es auch so ironisch, dass er von den Fischen getötet wird, den einzigen Wesen, bei denen er er selbst sein konnte.

Aber wie steht ihr zur lächerlichen Aquaman-Parodie? Fehlt euch die Entwicklung seiner Geschichte oder findet ihr sein Ende in der Serie passend? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare. Falls euch das Ende von The Boys enttäuscht hat, findet ihr hier gute Serienenden: Das Ende von The Boys enttäuschte die Fans, hier sind 9 Serien, die es besser machen

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