Psychotherapeut nutzt Overwatch und Fortnite, um Kindern zu helfen

Durch Videospiele wie Overwatch oder Fortnite kann eine Psychotherapie leichter eingeleitet werden. Das sagt zumindest ein Therapeut, der damit schon Erfolge erzielt hat.

Videospiele stehen in der Öffentlichkeit oft noch in einem schlechten Licht. Doch so manch einer hat damit auch schon positive Erfahrungen gemacht, wie etwa im Fall von Overwatch. Das kann dabei helfen, dass Therapeuten einen besseren Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufbauen.

Wer spricht da? Ein Therapeut, der auf den Namen Grant hört und sich auf Reddit als „Calix19“ herumtreibt. Er arbeitet in einer Klinik für Kinder und Jugendliche. Erst erzählte er auf Reddit und dann genauer im Gespräch mit PCGamesN, wie ihm Videospiele dabei geholfen haben, eine Verbindung zu den Kindern aufzubauen, die er behandeln sollte. Vor allem Overwatch, Minecraft und Fortnite scheinen dabei eine große Rolle zu spielen.

Overwatch Mercy glowing title

Wie hilft Overwatch bei der Therapie? Laut Grant ist es bei Kindern und Jugendlichen oft besonders schwer, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und die Therapie überhaupt in Gang zu bringen.

[Die Jugendlichen] wollen nicht immer in meinem Büro sein. Eine Therapie ist für sie nur eine weitere dumme Sache, die ihre Eltern sie tun lassen und für sie bin ich einfach nur die nächste Person, die ihnen gar nicht richtig zuhört.

Da sei es dann wichtig, eine Person zu sein „die es versteht“ und mit der man reden kann. Wenn die Kinder und Jugendlichen dann etwa das signierte Bild von Soldier: 76 an der Wand sehen, dann fragen sie etwa „Spielen Sie Overwatch?“ und schon hat man ein Gesprächsthema gefunden, was den Einstieg erleichtert.

Overwatch Soldier 76

Grant nennt auch einige Beispiele, wie man mit Overwatch das Eis brechen konnte. So hatte er eine Jugendliche bei sich, die unter einem sexuellen Trauma litt. Er beschreibt die Situation so:

Die Klientin kam in mein Büro und setzte sich, hatte dabei den Kragen ihres Pullovers hochgezogen, um ihr Gesicht zu verbergen. Nach einigen anfänglichen Begrüßungen und dem Abarbeiten des Papierkrams bemerkte sie mein Overwatch-Poster. Sie zog ihren Kragen herunter, zeigte ihr Gesicht und wir sahen uns zum ersten Mal in die Augen seit sie den Raum betreten hatte. Dann fing sie an zu erzählen, wie sie ein „Soldier: 76“-Main sei. Wir sprachen ein wenig darüber, wie cool das doch war, weil es einer der seltenen Mains sei.

So kamen die beiden ins Gespräch und offenbar half das.

Overwatch ist laut Grant bei den Teenagern recht beliebt, doch „fast jedes jüngere Kind spricht über Fortnite oder Minecraft“. Doch das kann auch in die andere Richtung abdriften, wie dieser Fall einer 9-jährigen suchtkranken Fortnite-Spielerin zeigt.

Was haltet ihr davon? Ist es gut, wenn Therapeuten sich mit der Lebenswelt der Jugendlichen so gut auskennen und auch über Games plaudern können?

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Quelle(n): pcgamesn.com, reddit.com/r/overwatch/
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1 Monat zuvor

„Er/Sie ist einer von uns!!!“

Sowie ich sage das VR/AR in richtigen Dosen und so, auch in der Medizin gutes bewirken kann

Mehr ist nicht zu sagen

N0ma
1 Monat zuvor

Hier hilft allerdings nicht das Spiel Overwatch ansich, sondern „nur“ das der Therapeut sich mit dem Thema auskennt und sich eingearbeitet hat. In der Beziehung ist eventuell die Überschrift etwas irreführend.

Sanix
1 Monat zuvor

Also aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen das, er absolut recht hat. Wenn Kinder einen Fremdenerwachsenen gegenüber sitzen und über Ihre probleme oder sorgen reden sollen ist das nicht so einfach.

„Wieso soll ich gerade dem das erzählen“
„Der kommt mir doch eh nur mit den typischen Erwachsenen Aussagen“
etc.

Wenn man aber dann sieht das er auch ein Spiel spielt was man selbst daheim hat wie Overwatch oder Minecraft wird man lockerer und es entwickeln sich die ersten Gespräche von wo aus man das Gespräch in andere Richtungen bringen kann, auch wird eine Vertrauensbasis aufgebaut.
Ich find es gut und daran sollten sich viel mehr ein Beispiel dran nehmen.

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