Overwatch ist wie das verdammte Duracell-Häschen

Der Online-Shooter Overwatch (PS4, PC, Xbox One) läuft und läuft. Auch ein Jahr nach dem Release ist das Interesse hoch. Für einen Vollpreistitel ungewöhnlich. Bei For Honor, Horizon Zero Dawn oder Destiny hat sich das Interesse anders entwickelt.

Wir haben es in den letzten Jahren immer wieder gesehen. Ein Spiel startet mit viel Hype, verläuft sich dann, es kommen Horrormeldungen über schwindende Spielerzahlen und man liest: „Spielt das noch wer? Das ist doch tot“ oder, wer’s kurz mag, „Dead Game.“

Der Mittelalter-Fantasy-Brawler „Samurai gegen Ritter gegen Wikinger“, For Honor, war das jüngste Beispiel für so eine Abwärtsspirale.

Wenn man sich das Google-Interesse in Deutschland an For Honor anschaut, sieht man den klaren Verlauf: Im Februar zum Release ist der Höhepunkt erreicht, er liegt bei 100. Doch schon anderthalb Monate später ist das Interesse auf ein Zehntel eingebrochen. Nur noch ein harter Kern spielt „For Honor“, einen Monat später ist auch der halbiert, jetzt interessiert sich nur noch jeder 20 für das Spiel, der sich zum Release dafür interessiert hat.

For Honor dient als ein krasses Beispiel, wie das Interesse nachlässt: Im Prinzip ist das aber üblich. Auch ein herausragend starkes Singleplayer-Spiel wie „Horizon Zero Dawn“ ist relativ schnell, nach zwei Monaten, auf ein Zehntel des Interesses zusammengeschrumpft.

Tatsächlich bildet Overwatch hier eine Ausnahme. Auch bei Overwatch ließ das Interesse am Titel nach dem Anfangsshype nach, aber der harte Kern, der sich auch nach 6 Wochen noch für Overwatch interessiert, ist erstaunlich groß. Etwa jeder vierte Spieler, der zum Release dabei war, interessiert sich noch für das Spiel. Das sind exzellente Werte.

Unter „20%“ des Anfangs-Hypes ist das Interesse in mehr als einem Jahr nicht gefallen, manchmal bei großen Events geht es sogar wieder auf 40 hoch. Dabei kamen in einem Jahr nur drei neue Helden zu Overwatch – aber die Events mit veränderten Lootboxen, Skins und Emotes treiben die Spielerzahlen in die Höhen.

Sicher hilft Overwatch auch, dass um das Spiel eine aktive Fangemeinde entstanden ist, die sich ständig mit Overwatch und seinen Helden beschäftigt.

So ein positiver Verlauf wie bei Overwatch ist bei Vollpreis-Titeln eine Seltenheit. Sogar der MMO-Shooter Destiny, ein Dauerbrenner in den internationalen Medien, ist hier in Deutschland im März 2015, etwa ein halbes Jahr nach Release, auf ein Sechstel seines Interesses zusammengeschrumpft.

In den enttäuschenden Jahren 2016 und 2017 erst auf ein Zehntel und dann auf ein Zwölftel. Und Destiny gilt an sich schon als wahnsinniger Erfolgs-Hit, an dem sich die Branche orientiert.

Wir sehen also: Fast jedes Spiel fällt nach 6 Wochen oder spätestens einem wie ein Soufflé zusammen. Overwatch hingegen läuft im gleichen Tempo wie der verfluchte Duracell-Hase.

Das sind gute Nachrichten für Blizzard, die mit Overwatch ein Spiel gefunden haben, das über das ganze Jahr funktioniert und Geld einbringt. Aber es sind auch schlechte Nachrichten für mögliche Konkurrenten: Sich in diesem Markt gegen Blizzard und Overwatch zu behaupten, dürfte für Neueinsteiger so schwer werden, wie ein MOBA gegen League of Legends zu etablieren – wobei LoL tatsächlich im letzten Jahr etwas schwächelt, aber das ist eine andere Geschichte.


Wenn Ihr Gefallen an dieser Art der Analyse findet, dann ist dieser Artikel interessant für Euch:

The Division profitiert nicht so von DLCs wie Destiny – So war das Interesse nach Release

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Dafür

Mich hats im kostenlosen Testwochenende nur zu tode gelangweilt. Würde ich mir garantiert nicht antun.

Kenne auch in meinem Umkreis niemanden der das zockt, nichtmal die, die total auf PvP Games stehn. Wahrscheinlich ist das nur die ganz ganz junge Generation, die sich für sowas begeistern lässt.

Oder der ganze Rummel ist nur eine inszenierte Zeitungsente, das Blizzard Games dort immernoch unangebracht viel Aufmerksamkeit bekommen, ist wohl mittlerweile zur reinen Gewohnheit geworden. Deren Qualität rechtfertigt das jedenfalls schon lange nicht mehr.

Insane Crane

Also da muss ich dir widersprechen. Qualität kann man Overwatch nun wahrlich nicht absprechen. Und auch dass es nur die ganz ganz junge Generation anspricht stimmt so nicht. Bin selbst alles andere als jung und habe bisher jede Season mitgemacht und das nicht nur sporadisch. Ich kenne auch viele andere jenseits der 30 die gerne und viel Overwatch spielen. Glaube das ist ein Spiel für jede Generation sofern es einem auch Spass macht. Aber so ist das ja mit allen Spielen eigentlich.

Andreas Imanbaew

„Ich kenne niemanden“ ist die beste Argumentation, um seinen Standpunkt zu unterspülen.
Dann kennst du einfach zu wenig Menschen.

Overwatch ist derzeit ein paradebeispiel wie ein klassischer Shooter mit Tiefgang in der heutigen Zeit entstehen kann, abseits von Level up, perks und kill streaks und sich ein Jahr nach Release immer noch sehr weit oben zählt.

Ein kostenloses Wochenende ist da viel zu wenig, um ein Spiel dieser Größe zu beurteilen.
Kids spielen call of Duty, erwachsenere spielen overwatch.

PalimPalim

evolve lol

press o,o to evade

ja bin da auch drauf reingefallen.

hab seit dez 2014 99,9% destiny gespielt, und immer noch bock darauf. ich brauche nix anderes.

PalimPalim

ich nicht 😀

Ace Ffm

‚Fällt zusammen wie ein Soufflé‘. Schöner Vergleich. Kennen heute die Leute eigentlich noch den Duracell Hasen oder besser gefragt,gibt es die Werbung heute noch?
Overwatch erstaunt mich übrigens. Wüsste gerne was für ein Altersdurchschnitt den grössten Anteil stellt. Ich hab’s zum Release gekauft,zwei Wochen eher mit mässiger Begeisterung gezockt und dann dümpelte es noch ein paar Wochen auf der Festplatte rum,bis es ganz gelöscht wurde. Kann den Hype nicht verstehen. Doch da mich öfter Megahypes um Spiele nicht berühren,scheine ich auch nicht zu den Wunsch Zielgruppen zu gehören. Bei Overwatch scheint Blizzard aber dennoch genau den Nerv der meisten Spieler getroffen zu haben. Unglaublich.

Dominic Fuchs

Ich muss sagen anfangs ging es mir auch so und ich habe mich schwerfällig aus reiner Langeweile weiter angetrieben etwas zu leveln und muss sagen es hat sich gelohnt! Ab zirca Level 50 kommen langsam die Teams zustande mit denen es richtig Bock macht. Da werden Partien gespielt bei denen man einfach nur vor Spannung die Hände über den Kopf zusammen schlägt und richtig mit fiebert.

Ich kann nur empfehlen den lahmen Anfang durch zu halten bis man in einen Levelbereich kommt der dem eigenen Spielniveau etwas näher kommt.

Mittlerweile spiele ich es wieder täglich und habe jeden Abend richtigen Spaß.

͕͗F͕͕͗͗i͕͕͗͗n͕͕͗͗d͕͕͗͗u͕͕͗͗s͕͗

Overwatch kann man schnell mal zwischendurch eine Runde zocken. Das ist ein Vorteil, wenn man auch noch ein Reallife hat. Und das haben die Meisten 😉

Das stimmt wohl.

Orchal

Mich wundert Horizon in der Liste, ist das nicht singleplay only und dazu noch Konsolen exklusiv?

Insane Crane

ja ist es. Das Beispiel fand ich aber auch etwas unpassend.

Gerd Schuhmann

Jo, wollten ein einfach breitgefächertes Angebot an Spielen geben zum Vergleich.

Horizon ist ein relativ junges Beispiel hat eine typische Singleplayer-Entwicklung – allerdings eine sehr positive, weil das Spiel gut wegkommt.

Man hätte auch BF1 nehmen können z.b.

Ninja Above

Ich find Overwatch eher langweilig…
Bin aber eh kein großer Fan von reinen pvp spielen

Ahmbor

Overwatch ist für mich, als Shooter Fan, eine Entäuschung. Der Aufbau der Karten ist einfach verdammt langweillig und unspanned zu spielen. Kein Vergleich zu Klassikern wie z.B. die CTF Maps von UT, die MP Maps von RtCW/ET oder die von Team Fortress 1/2.

Das Gunplay finde ich ebenso unbefriedigend.

Dafür habe ich gemerkt, das es perfekt ist Neulinge der Genre zuzuführen. Viele Leute die damals nie einen Shooter gespielt hätten, spielen dank Overwatch jetzt mit mir Spiele wie z.B. Rising Storm 2: Vietnam oder Klassiker wie Quake 3.

Corbenian

Derzeit ist Overwatch aber auch wie ein Wein. Je älter, desto besser wirds. Mehr Geschmacksnoten, mehr neue Facetten die dazu kommen.

Ich frage mich noch immer, warum Titan letztlich gescheitert ist. Denn Overwatch kommt bestens an und es besteht ja eigentlich nur aus den verwertbaren Resten Titans.

Alzucard

Weil die Entwickler dumm sind xD
Nein, keine Ahnung. ich halte die Entwickler zwar für nicht dumm, aber ich finde, dass sie im Spiele entwickeln scheitern. Overwatch ist mehr als nur oberflächlich einfach.

Plague1992

„wobei LoL tatsächlich im letzten Jahr etwas schwächelt, aber das ist eine andere Geschichte.“

Wie der interessanteste Teil des Artikels eigentlich in einem Satz abgehandelt wird 🙁

Gerd Schuhmann

Der ist für dich interessant, aber sicher nicht für andere, die auf den Artikel klicken. 🙂

Hier in Deutschland: Das Interesse an LoL geht tatsächlich seit Juni 2016, seit Overwatch erschienen ist, deutlich zurück. Und in 2017 noch mal abgesackt.

International war der Höhepunkt des Interesses im September 2014 und ist jetzt ungefähr bei der Hälfte.

Müsste man schauen, ob das mit anderen Spielen korreliert oder ob bei LoL insgesamt weniger los ist und die eine Umstrukturierungsphase machen.

Bei World of Tanks ist das übrigens ähnlich – die sind auch lang nicht mehr so stark wie 2014.

Die beiden Spiele hatten aber durch das Free2Play-Konzept eine ganz andere „Blüte-Kurve.“

Schlachtenhorn

Ein teil der Erklärung für den Rückgang bei Lol ist z.b das sie das Erkennungs- und Bestrafungssystem überarbeitet und gestärkt haben, zudem wirft Lol so gut wie jedes Jahr teile des Spielsystems über den Haufen oder ergänzen diese durch Neuerungen.
Dies sorgt dafür das Boswillige Spieler eher entfernt werden, als auch andere Spieler durch die Neuerungen gehen oder abgeschreckt werden.
Es gibt noch andere Gründe, aber sie alle genau aufzuzählen fehlt mir das Wissen zu.

Alzucard

Ja bin auch weg wegen den neuerungen. Ka was die machen, aber es ist nicht mehr das was es einmal war und wird es auch nie mehr sein. das ist schade, aber es ist ja den Entwicklern überlassen was sie tun. LoL ist für mich nicht wie WoW es wird ab jetzt weiter begab gehen denke ich. Die zeit der Mobas ist irgendwie vorbei.

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