The Division profitiert nicht so von DLCs wie Destiny – So war das Interesse nach Release

Der MMO-Shooter The Division bekommt nur wenig Aufmerksamkeit für seine DLCs in Jahr 1. Bei Destiny war das anders.

Destiny und The Division trennt einiges: Das Setting ist verschieden, die MMO-Mechaniken unterscheiden sich, das Gameplay ist anders. Aber eines haben beide Titel gemeinsam: Sie setzen auf kostenlose Updates und kostenpflichtige DLCs, um das Interesse am Titel hochzuhalten.

Destiny bekam in Jahr 1 zwei DLCs und ein Jahr nach dem Launch eine Erweiterung. Für The Division hatte Massive einen ganz ähnlichen Plan erarbeitet: erst sollten zwei kostenlose Updates kommen, später dann drei „Bezahl“-DLCs folgen, um The Division gut durch 2016 und das erste Jahr zu schleusen.

Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied: Die DLCs bei Destiny haben das Interesse der Fans wieder angeheizt. Bei The Division funktioniert das nicht, jedenfalls nicht in dem Maße. Das lässt sich über „Google Trends“ sehen. Die Trends zeigen per Graph, wie oft ein Titel in Deutschland gegooglet wurde.

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Destiny: Spielt das noch wer? Google Trends in Deutschland sagen: Ja

Wie bei allen Titeln erreicht Destiny nie wieder die Aufmerksamkeit wie zum Release im September 2014 – da ist ein Titel an seinem absoluten Höhepunkt, die Fans freuen sich über Monate auf den Tag, es gibt sonst nichts zu tun, jeder Fitzel an Infos wird aufgesaugt.

Zum Release hat Destiny „100%“ in Relation zur Gesamtaufmerksamkeit – das ist der Zenit: der Punkt, zu dem alles andere in Relation gesetzt wird. Das ist die Ausnahme, dieses Google-Interesse sinkt dann immer tiefer, bis es sich irgendwann auf ein „Normal-Niveau“ einpendelt. Wer sich dann noch für das Spiel interessiert, gehört zum harten Kern.

Das ist völlig normal und ist bei jedem Titel so. Das lässt sich nicht ändern. Der Reiz des Neuen verschwindet, die Spieler wenden sich anderen Titeln zu. Der Trick ist es: Das Interesse immer wieder zu wecken.

Das gelingt Destiny. Es kann in den zwei Jahren seit Release viermal einen Teil des Interesses zurückzugewinnen, mit den drei DLCs und der Erweiterung. So bringen die DLCs im ersten Jahr „Dunkelheit lauert“ und „Haus der Wölfe“ Trendverbesserungen. Da geht es um 10 Punkte nach oben (Dunkelheit lauert) und bleibt dann auch zwei, drei Wochen auf dem erhöhten Niveau.

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Crota: Sein Ende lockte nicht so viele Destiny-Spieler zurück …

Destiny: Bei DLCs kommen immer wieder Spieler zurück

Jedes Mal, wenn ein DLC ansteht, steigen die Zahlen dadurch wieder. Das Interesse am Titel wächst: Den höchsten Wert erreicht Destiny dann im September 2015 wieder, als „König der Besessenen“ erscheint. Da schnellt man von nur noch 18 auf 40 Punkte hoch – und bleibt auch für 6 Wochen auf ähnlichem Niveau.

In 2016, als wenig beim Titel passierte, blieb das Interesse das Jahr über konstant niedrig, bis dann im September mit Rise of Iron etwas Schwung zurückkam. Nach langer Durststrecke stieg man da um 17 Punkte.

Man kann an der Kurve von Destiny genau nachvollziehen, wann was passiert ist. Wann ein Update kam, wie groß das war und wie lang es die Spieler beschäftigte. Kostenlose Updates, wie Sparrow-Racing im Dezember 2015 oder die Herausforderung der Ältesten im April, haben zwar Auswirkungen auf das Interesse, aber nur geringe.

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… ihn wollten viele sterben sehen.

Das hat gut geklappt

Diese „Google-Interesse“ lässt sich zwar nicht „1:1“ auf die Spielerzahlen übertragen, aber gibt ein gutes Parameter dafür ab, wie „heiß“ der Titel gerade ist. Wie viele sich für das Spiel interessieren, wie viele neu anfangen und sich informieren.

Bei Destiny lief das zumindest in Jahr 1 „sehr gut“, auch wenn der Graph vielleicht nicht danach aussieht, weil der Release-Hype so gewaltig war. Aber das hat alles funktioniert. Das Spiel kam immer wieder ins Gespräch, blieb relevant.

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Bei The Division ist das Interesse stark verflacht

Schauen wir uns jetzt The Division an.

Auch „The Division“ hat den Release-Hype, da werden 100 Punkte erreicht. Dann aber gibt es über das Jahr gesehen keine Höhepunkte, kaum noch Ausschläge. Lediglich um 3 oder 5 Punkte geht es noch einmal nach oben, wenn DLCs oder Content-Updates erscheinen. Und dann bleibt The Division auch nicht lange auf dem „erhöhten Niveau“, sondern sinkt fast sofort wieder runter.

Nun kann man bei „The Division“ sagen, dass es insgesamt einen schlechteren Verlauf genommen hat als Destiny. Es ist schon beachtlich, wie wenig die DLCs und Updates dazu beitragen, dass Spieler das Interesse am Titel zurückgewinnen. Das kann klar als Manko in der Strategie ausgemacht werden.

Auch bei Destiny war ja im Rückblick längst nicht alles perfekt. Der Shooter war zu Beginn höchst umstritten, erhielt nur mäßige Wertungen und erntete viel Spott über Dinge wie die Loot-Cave.

divisiondlcsSicher spielt beim Interesse an The Division auch eine Rolle, dass nur Spieler auf Xbox One und PC die DLCs pünktlich erhalten. Spieler auf der PS4 müssen sich einen Monat gedulden. Das scheint so einen DLC-Hype deutlich abzuschwächen.

Es ist aber müßig darüber zu diskutieren, ob es anders wäre, wenn PS4ler auch mit dem DLC starten könnte. Wir werden die Antwort letztlich nie kennen.

In letzter Zeit gibt es einen kleinen Aufschwung

Eine positive Tendenz gibt es für „The Division“-Fans: In den letzten Wochen, jetzt im Spätherbst, scheint sich das Interesse am Spiel etwas zu erholen. So interessant wie jetzt war The Division seit dem Sommer nicht mehr. Auch wenn die Behauptung von Ubisoft, man habe wieder ein Interesse wie zum Launch … zurückgenommen werden musste.

Wenn Ihr Euch oben die Graphen anschaut, wisst Ihr auch wieso.

Übrigens interessant, wenn man das Interesse der Google-Nutzer in Deutschland an Destiny und The Division vergleicht, ist Destiny seit Juli wieder etwas stärker. Im Moment liegen aber beide Titel fast gleichauf.


Wir wissen, ihr hättet gerne offizielle Zahlen. Warum’s die nicht gibt und warum wir auf Google Trends gucken müssen, lest Ihr hier:

Spielerzahlen bei MMOs: Gefragt, geschönt, verschwiegen

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