Mutter und Sohn arbeiten 5 Jahre an einem Animationsfilm, spielt 2,1 Millionen € ein, obwohl er richtig schlecht ist

Ein neuer Animationsfilm macht aktuell von sich reden, weil er trotz mangelhafter Qualität richtig viel Geld einspielt. Hinter dem Projekt steckt kein großes und erfahrenes Team, sondern ein Sohn und seine Mutter.

Was ist das für ein Film? Niu Lai nennt sich ein neuer Animationsfilm aus China, der dort am 5. August 2026 in die Kinos kam. Es handelt sich dabei um ein kurioses Projekt. Hinter dem 86-minütigen Film steckt nämlich kein klassisches Animationsstudio.

Stattdessen wurde das Projekt von Xin Yumeng und seiner Mutter Sun Lifang umgesetzt. Innerhalb von fünf Jahren produzierten die beiden den Film an ihrem Computer und investierten den meisten Berichten zufolge umgerechnet rund 170 € (via The Hindu).

Das Ergebnis ist mehr als kurios: Die Charaktermodelle sehen grobschlächtig aus, die Animationen sind wenig dynamisch und die Texturen nicht sonderlich hoch aufgelöst. Auch der Schnitt, die Musik und sogar der Titelsong und die Synchronisation stammen von dem Mutter-Sohn-Duo.

Die Geschichte des Films dreht sich um ein junges Kalb namens Niu Lai. Sein ganzes Leben über war es bei seiner Herde, bis es eines Tages einem Vogel, konkret einer Feldlerche, folgt, um sich einer Prüfung zu stellen. In China stellte sich der Film nach anfänglichen Schwierigkeiten als großer Erfolg heraus.

Einen offiziellen Trailer von Niu Lai gibt es übrigens nicht. Seht hier stattdessen den eines anderen, immens erfolgreichen Animationsfilms aus China:

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Ne Zha 2 – Trailer zum chinesischen Animationsfilm

Durch das Internet zum Meme

Wie erging es Niu Lai im Kino? Zum Kinostart war dem Film kaum Erfolg beschert. Laut einem Bericht von China Times wurden in den ersten 10 Tagen weniger als 300 Eintrittskarten verkauft und knapp 1.000 € eingespielt.

Allerdings änderte sich das, als Bilder des Films und Berichte über die mangelhafte Qualität ihren Weg ins Internet fanden. Sie wurden zu Memes verarbeitet und verbreiteten sich schnell. So entstand wohl ein Interesse an Niu Lai, das für einen großen Publikumszuwachs sorgte.

Der Film stieg in den chinesischen Kinocharts rasant nach oben und überholte zeitweise sogar den Blockbuster Die Odyssee von Christopher Nolan. Kinos mussten rasch zusätzliche Vorstellungen organisieren, um dem Andrang nachzukommen.

Das führte auch zum finanziellen Erfolg. Bis zum 18. August spielte der Film rund 2,1 Millionen € ein, ein Betrag, der mittlerweile vermutlich nochmal gestiegen sein dürfte (via Euronews).

An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Animationsfilm wohl ohne KI erstellt wurde und alle Charaktermodelle und Animationen per Hand kreiert wurden. Vielleicht ist auch das der Grund für das große Interesse. KI-Filme sind mittlerweile keine Seltenheit mehr und erfordern eben nicht die jahrelange Hingabe, die Mutter und Sohn im Fall von Niu Lai an den Tag gelegt haben. Manche Nutzer auf Reddit ziehen die handgemachten Animationen jedenfalls der KI vor.

Es gibt aber auch Kritik, und die kommt von beispielsweise von der staatlichen, chinesischen Zeitung Beijing News (via BBC). Darin wird Niu Lai vorgeworfen, die „Messlatte für das Publikum erneut gesenkt“ zu haben. Die Zuschauer würden durch solche Filme ihre Ansprüche mindern. Kinos würden das Vertrauen ihres Publikums riskieren, wenn sie derartige Low-Budget-Produktionen zeigen.

Glaubt ihr an eine solche Gefahr? Und habt ihr bereits von Niu Lai gehört oder den Film vielleicht sogar gesehen? Schreibt uns eure Eindrücke gerne in die Kommentare. Ein neues Projekt eines großen Studios löst in MeinMMO-Redakteur Niko erstaunlich wenig aus: Der Trailer zu Disneys neuem Animationsfilm lässt mich kalt – Weil ich alles daran schon 1000-mal gesehen habe

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