Er half GTA V zum riesigen Erfolg, wollte es danach besser machen: Nun steht sein Multimillionen-Projekt vor dem Aus

Leslie benzies GTA San Andreas Hintergrund

Der ehemalige GTA-Oberaufseher Leslie Benzies wollte mit einem neuen Studio den AAA-Bereich aufrollen. Sein Open-World-Spiel MindsEye war jedoch ein Flop. Jetzt scheint das endgültige Ende festzustehen.

Um welches Projekt und Studio geht es? Leslie Benzies gilt als der Oberaufseher des raketenhaften Erfolgs von Grand Theft Auto. Als Lead Producer verantwortete er die Produktionen von GTA III bis GTA V. 2016 trennte sich Benzies jedoch im Streit von Rockstar. Er gründete mit Build a Rocket Boy sein eigenes Studio und forderte seinen ehemaligen Arbeitgeber mit einem eigenen, sehr ambitionierten Open-World-Projekt heraus.

MindsEye erinnerte bei der Ankündigung stark an GTA und Cyberpunk, doch war das Story-Action-Spiel eigentlich nur die Sahne auf der Torte. Benzies wollte mit Everywhere ein Sandbox-Ökosystem schaffen, quasi ein AAA-Roblox, und MindsEye sollte beweisen, was die Sandbox auf dem Kasten hat.

Das Gegenteil war jedoch der Fall: MindsEye legte beim Start eine desaströse Bruchlandung hin. Nicht nur, weil die Spielerfahrung von MindsEye weit weg von der Klasse eines GTA war und das Spiel unter vielen technischen Problemen litt. Auch das gesamte Umfeld schien vergiftet.

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Der Shooter „MindsEye“ zeigt erstes Gameplay im neuen Trailer

Mitarbeiter von Build a Rocket Boy berichteten über eine toxische Führung, Crunch, illegale Überwachung der Angestellten und weitere Probleme. All das resultierte in einer Sammelbeschwerde unter der Führung der Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB).

Benzies selbst feuerte indes aus allen Rohren, weil er internen und externen Saboteuren die Schuld am fehlenden Erfolg von MindsEye gab. MindsEye steht auf Steam bei gerade einmal 48 Prozent positiv. Im Peak waren auf Valves Plattform gerade einmal 1.393 Nasen gleichzeitig online (Quelle: steamdb.info). Bereits 2025 kam es zu Kündigungen. Jetzt scheint das Ende des Studios beschlossene Sache.

Alle Zeichen stehen auf Ende

Was deutet auf das Ende hin? Mehrere Mitarbeiter von Build a Rocket Boy gaben auf ihren jeweiligen LinkedIn-Accounts an, dass ihre Zeit im Studio zu Ende gehen würde. Principal Talent Acquisition Partner Dan Hawkins spricht sogar davon, dass er „zusammen mit dem Rest [seiner] Kollegen“ gehen muss.

Wie Kotaku berichtet, sollen vertraute Quellen daraufhin bestätigt haben, dass das Studio seine Pforten für immer schließen muss. Ben Newbon, der stellvertretende Vorsitzende der IWGB, erklärte gegenüber Rock Paper Shotgun zudem, dass man allen Betroffenen Solidarität und Unterstützung ausdrücken wolle:

Wir können den herzzerreißenden Arbeitsplatzverlusten bei BARB – einem Unternehmen, das unserer Meinung nach schon lange in einer Abwärtsspirale steckte – keine weiteren Erkenntnisse hinzufügen. Wir haben uns zusammengetan, um mit Zähnen und Klauen zu kämpfen, um die hart arbeitenden Menschen vor einem solchen Schicksal zu bewahren, nachdem sie ihr Herz und ihre Seele in MindsEye gesteckt haben. Wir sind stolz auf das, was wir dort aufgebaut haben, aber von betriebsbedingten Kündigungen zu hören, ist immer eine Ungerechtigkeit.

Wir bieten allen von Stellenverlusten Betroffenen uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung an. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, Gerechtigkeit für den Umgang der BARB-Führung mit den Beschäftigten zu erlangen und uns zu organisieren, um solche Praktiken aus der Videospielindustrie zu verbannen. Nur indem wir einer Gewerkschaft beitreten und darin aktiv werden, können wir diese Ziele erreichen.

Wie reagiert die Community? Die Berichte zur Schließung von Build a Rocket Boy werden in mehreren Reddit-Diskussionen heiß diskutiert.

  • Tolkien-Minority fasst das Ganze auf Reddit so zusammen: „Die Geschichte von MindsEye / Build a Rocket Boy ist vielleicht das verrückteste Beispiel für ungezügeltes Ego in der Geschichte der Videospiele.“
  • Xeronic ergänzt auf Reddit: „Die Tatsache, dass dieses Studio einen DLC über seine wahnhafte Verschwörungs-Hetzkampagne gegen das Spiel produziert hat und darin einen Charakter vom Typ Influencer – also einen YouTuber – als Hauptschurken angreifen ließ, ist so lächerlich und realitätsfern, dass es mir nichts ausmacht, wenn dieses eine Studio schließt.“
  • AcceptableNeck1597 schreibt auf Reddit: „Das Problem mit »Mindseye« war für mich zumindest, dass es ein Spiel ohne nennenswerte eigene Identität war. Es wirkte wie ein Frankenstein aus mehreren, besseren Spielen, ohne dass darüber nachgedacht wurde, warum diese Elemente so gestaltet wurden, wie sie waren.“

Wie bewertet ihr die ganze Geschichte rund um Leslie Benzies, Build a Rocket Boy und MindsEye? Habt ihr das Spiel vielleicht sogar gespielt? Verratet es uns gern in den Kommentaren. Derweil bereitet sich Rockstar unbeeindruckt auf den größten Launch der Videospiele-Geschichte vor: Vorbestellung, Release, Preis und mehr – Die wichtigsten Infos zu GTA 6

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