Bungie will, dass ihr Marathon mit anderen Spielern zockt, aber entfernt ein Feature, das für jede Menge Interaktionen zwischen Spielern sorgt.
Was ist Marathon? Marathon ist das neuste Spiel von Bungie, dem Entwicklerstudio hinter dem Loot-Shooter Destiny 2.
- Marathon ist ein Extraction-Shooter (PvPvE) in der First-Person-Perspektive, der am 23. September 2025 für PC und Konsolen erscheint.
- Ihr spielt einen sogenannten Runner. Diese kybernetischen Söldner verfügen allesamt über unterschiedliche Fähigkeiten.
- In einem Durchlauf sammelt ihr Loot und erfüllt Aufträge, um euren Runner zu verbessern. Es wird auch eine Art Ranked-Modus geben.
Bungie erklärte selbst, dass sie bei Marathon großen Wert darauf legen, dass Spieler gemeinsam mit anderen Spielern zocken. Entsprechend wertvoll ist gute Teamarbeit. Insgesamt soll der soziale Aspekt eine große Rolle spielen.
Marathon streicht Feature, um mit fremden Spielern zu sprechen
Um welches Feature geht es? Marathon Game-Director Joseph Ziegler hat in einem Interview mit dem englischsprachigen Magazin PCGamer verraten, dass der Shooter keinen Annäherungs-Chat haben wird.
Ein Annäherungs-Chat ermöglicht euch in Online-Spielen andere Spieler zu hören und mit ihnen zu sprechen, die sich auf der Map in eurer Nähe befinden – auch wenn sie nicht im gleichen Trupp sind.
Ziegler erklärt:
Wenn es um den Annäherungs-Chat geht, denke ich nicht, dass wir gegen die Erfahrung damit sind, um fair zu sein. Ich denke, die Herausforderung besteht darin, eine sichere Umgebung für die Spieler innerhalb dieses Raums zu schaffen.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand schon eine gute Lösung dafür hat. Da wir so sehr darauf bedacht sind, einen sicheren Raum zu schaffen, in dem sich die Spieler nicht gegenseitig beschimpfen oder einander schreckliche Dinge antun, glaube ich, dass wir nicht bereit sind, in den Annäherungs-Chat zu investieren, bevor wir eine Lösung haben.
Lustige Interaktionen und extreme Toxizität
Was ist das Problem mit Annäherungs-Chats? Annäherungs-Chats sind stets ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ermöglichen sie euch, mit fremden Spielern zu interagieren. So lernt man nicht nur neue Menschen kennen, sondern erlebt im besten Fall auch sehr lustige Situationen. Es ermöglicht auch eine Art Roleplay, wenn einander fremde Spieler etwa eine „Waffenruhe“ aushandeln.
Andererseits werden Annäherungs-Chats gerne genutzt, um toxisch zu sein. In Call of Duty hört man etwa regelmäßig, was fremde „Männer“ mit übersteuernden Mikrofonen gerne mit den Müttern ihrer Widersacher anstellen würden. Generell sind jene Chats häufig ein Sprachrohr für Beleidigungen, Intoleranz und Diskriminierung.
Spieler müssen sich dann oftmals entscheiden: riskieren sie, unangemessene Aussagen zu hören und lassen den Annäherungs-Chat an oder schalten sie ihn direkt ab, verpassen dadurch aber gegebenenfalls lustige Interaktionen.
Spieler zeigen Unverständnis für den Verzicht
Was sagen die Spieler dazu, dass das Feature fehlt? Viele Spieler können diese Entscheidung seitens Bungie nicht nachvollziehen. Annäherungs-Chats seien ein wichtiger Bestandteil von Online-Shootern, der Marathon nun fehle (via X):
- „Ein großer Fehler. Ein Annäherungs-Chat kann Begegnungen so viel unterhaltsamer machen.“
- „Eine der besten Funktionen von DMZ war der Annäherungs-Chat. Er war ideal für die Interaktion und sogar für Verhandlungen mit anderen Teams. Ich halte es für einen Fehler.“
- „Der Annäherungs-Chat ist ein so cooles Feature für Extraction-Shooter. Es macht das Spiel viel spannender und immersiver, wenn man darauf achtet, dem Gegner nicht seine Position zu verraten.“
- „Das Fehlen des Annäherungs-Chats wird jede Interaktion in einen Kampf verwandeln, anstatt miteinander zu reden und manchmal sogar zusammenzuarbeiten.“
Das wichtigste Argument für die Verfügbarkeit eines solchen Chats ist das Hinzufügen einer Option, um diesen abzuschalten, wenn man selbst kein Interesse an dem Feature hat. Viele Kommentare sagen, dass diese Entscheidung den Shooter für sie nicht attraktiver macht. Und Marathon kam ohnehin schon eher mäßig an: „0 % Chance, dass ich es spiele“ – Der neue Shooter der Macher von Destiny 2 steht vor einem großen Problem
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
Wäre es nicht schön, wenn Menschen sich einfach grundsätzlich zusammenreißen könnten? 🤣 Sicherlich ein zweischneidiges Schwert. Den immersiven Aspekt und die Möglichkeit, mit „Gegnern“ zu verhandeln, finde ich grundsätzlich spannend. Ich kann mir aber aus Erfahrung auch lebhaft vorstellen, wie das dann in der Spielrealität abläuft. 😂
Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen und man hätte es den Spielern selbst überlassen sollen, ob diese Möglichkeit aktiviert/deaktiviert werden soll.
Letztendlich beugt sich bungie vor den toxischen Spielern – das darf eigentlich nicht sein.
Hinzukommt, dass dieser Chat in einem extraction-Shooter unglaublich wertvoll sein kann.
Ich bin auch nicht grundsätzlich dagegen. Eine optionale Lösung wäre, wie du schon sagst, wahrscheinlich eine gute Lösung. Ich wüsste aber auch nicht, wie man das mit der Toxizität in den Griff bekommen sollte.
Wirst du nicht. Selbst wenn du 8 Mrd nicht toxische Spieler und nur einen txischen Spieler hättest. Das Problem mit toxischem Verhalten ist, es ist ansteckend. Irgendwann denkst sich einer der 8 Mrd “hey, wenn dieser eine Typ mich so anspackt, dann geb ich dem ebenso zurück”, dann kommt noch einer dazu, der das Verhalten übernimmt, dann noch einer, dann noch einer…
Kann ich sogar ein bisschen nachvollziehen. Ich war auch schon am kochen, wenn einen massiv überlegene Gegner im PvP von Destiny auch noch Teebeuteln, Emoten und/oder den Geist beschießen müssen. Ich finde sowas … „unangebracht“ und es triggert mich manchmal. Bin da irgendwie old school und vertrete eine gewisse Auffassung von Anstand. Am Boden liegende zu treten, gehört halt nicht dazu. In solchen Situationen bin ich aber auch schon schwach geworden und habe die Retourkutsche gefahren.
Besonders ein Match gegen einen richtig fiesen Jötunn-Rambo ist mir hängen geblieben. Der war im Timing so perfekt, dass man quasi nicht reagieren konnte. Außerdem hat er geteabagged. Hab dann auch auf die Waffe gewechselt und hab mich einfach nur aggressiv auf diesen Gegner fokussiert. Ging ganz gut und leider hat dann auch bei mir der Teebeutel-Teufel auf der Schulter gesiegt. 😓
Siehste, dann bist du lebende Beweis für meine Theorie der ansteckenden Toxizität 😉
Aber ja, ich bin da ganz bei dir, ich bin da auch altmodisch (liegt evt auch am Jahrgang). Mittlerweile meide ich PvP-Modi oder Spiele mit Zwangs-PvP sogar bewusst. Für so nen Scheiß bin ich mittlerweile einfach zu alt. 🙂