Künstliche Intelligenz beschäftigt zur Zeit fast jeden auf die ein oder andere Weise. Auf der gamescom 2026 sprach MeinMMO-Chefredakteurin Leya Jankowski mit Game Director Paweł Sasko und Synchronsprecher Dough Cockle darüber, wie man sich trotzdem eine kreative Seele erhält

MeinMMO: Ich führe im Moment viele Gespräche über Automatisierung, darüber, Pipelines durch den Einsatz von KI automatisch ablaufen zu lassen. Wir befinden uns in einer Ära der rasanten Automatisierung. Also an euch beide: Wie schützt ihr persönlich eure kreative Seele?
Doug Cockle: Wie schütze ich meine Kreativität? Ich schütze meine kreative Seele, indem ich offen für Möglichkeiten bleibe und spiele. Es ist etwas, das Erwachsenen schwerfällt, aber ich versuche, in meiner Arbeit und in meinem Leben zu spielen.
Ich versuche Wege zu finden, mir ein bisschen kindliches Staunen in meiner Seele zu bewahren. Das kann schwierig sein, aber das ist es, was ich versuche. Wenn ich an meine Arbeit herangehe und wenn ich an mein Leben herangehe – und das gelingt mir auch nicht immer, aber es ist ein…
Paweł Sasko: Streben.
Doug Cockle: …Streben. Dass ich etwas von diesem kindlichen Staunen und dieser Sensibilität in mein Leben bringen und das Leben auf diese Weise erkunden kann. Für mich ist das der Weg, um die kreativen Säfte wirklich frisch und am Fließen zu halten.
Ich schütze meine kreative Seele, indem ich offen für Möglichkeiten bleibe und spiele. Es ist etwas, das Erwachsenen schwerfällt, aber ich versuche, in meiner Arbeit und in meinem Leben zu spielen. […]
Dass ich etwas von diesem kindlichen Staunen und dieser Sensibilität in mein Leben bringen und das Leben auf diese Weise erkunden kann.
Doug Cockle
MeinMMO: Das ist eine schöne Antwort. Wie sieht es bei dir aus?
Paweł Sasko: Um auf Automatisierung und KI in diesem Sinne zurückzukommen. Ich habe versucht, KI in einer Vielzahl von Themenbereichen einzusetzen. Es ist einfach fast nie etwas, das in irgendeiner Form brauchbar wäre. Wenn ich die KI fragen möchte, wann mein Flugzeug abfliegt, und diese Informationen finden will – ja, als Suchmaschine kann man es nutzen, aber ich muss trotzdem überprüfen, ob es stimmt. Es ist also ein bisschen schwierig.
Wenn es um die Kreativität geht, versuche ich, die Dinge zu tun, die für mich funktionieren. Und darauf achte ich auch sehr, wenn ich meine Designer ausbilde: sicherzustellen, dass sie sich ihres kreativen Prozesses bewusst sind. Also, was tust du, um in den Modus zu kommen, in dem du bereit bist, etwas zu erschaffen, in dem du offen bist und so weiter?
Spiel ist eine der Strategien. Und als Entwicklungspsychologe sage ich den Leuten immer: Ja, man muss in diesen Modus kommen, aber dafür muss man sich sicher fühlen.
Was ich zum Beispiel mache: Ich versuche, viel selbst zu schreiben, viel selbst zu designen. Nicht zu versuchen, die KI oder ein anderes Tool zu fragen, was passiert ist, sondern reinzugehen und das Buch zu lesen und die Dekonstruktion selbst zu machen, verstehst du? Um einfach diesen Muskel weiter zu trainieren, denn es ist ein Muskel.
Man kann das lernen, und man muss ihn pflegen, denn wie jeder Muskel im Körper wird er verschwinden. Wenn man ihn einfach nicht nutzt, verschwindet er einfach. Das ist sehr wichtig in unserem Handwerk. Das ist hauptsächlich das, wofür ich wirklich bezahlt werde, das ist die Hauptsache, die ich tun muss.
Also muss ich ins Fitnessstudio gehen und diesen Muskel trainieren. Und das bedeutet Lesen, das bedeutet Dekonstruieren und der Versuch, bei dem, was ich tue, sehr bewusst vorzugehen. Ich könnte euch noch viel mehr darüber erzählen, denn das ist auch wieder etwas, das ich den Designern intern beibringe.
Zum Beispiel erzähle ich ihnen immer von der Strategie, die ich anwende: Habt ein Buch, das ihr lest, und dann noch eins, das ihr euch anhört. Das, welches man liest, sollte das sein, an dem man interessiert ist, ein Thema, auf das man neugierig ist, das Hobby, was auch immer einen interessiert. Das, welches man sich anhört, ist dasjenige, das außerhalb des eigenen Raums liegt, das etwas völlig anderes ist.
Warum? Weil es einfacher ist zuzuhören. Man kann das beim Spazierengehen, beim Putzen und so weiter machen. Aber man öffnet seine Augen für andere Bereiche, die man noch nicht erlebt hat, und lernt einfach ein bisschen mehr
Paweł Sasko
Warum? Weil es einfacher ist zuzuhören. Man kann das beim Spazierengehen, beim Putzen und so weiter machen. Aber man öffnet seine Augen für andere Bereiche, die man noch nicht erlebt hat, und lernt einfach ein bisschen mehr, und versucht einfach immer zu wechseln zwischen “Ich lerne etwas über eine Sache, auf die ich wirklich neugierig bin, weil es mein Interesse ist, meine Bubble, wie wir es nennen” und “etwas, das sehr bewusst außerhalb davon liegt” – ein Thema, vielleicht ist es für die Arbeit, vielleicht hat es mit etwas zu tun, von dem ich gehört habe, und ich denke mir: “Okay, das würde ich normalerweise nicht lernen, aber ich möchte es versuchen, es ist einfacher, es sich anzuhören.”
Ich sage meinen Designern immer, dass sie das tun sollen; ich tue es selbst, und es funktioniert tatsächlich. Es öffnet einem die Augen für so viele Ideen und Konzepte, von denen man noch nie zuvor gehört hat. Ich versuche also immer, es so zu machen – diesen Muskel einfach weiter zu füttern, ihn zu trainieren und zu benutzen.
Und heutzutage als Associate Game Director habe ich viel weniger Zeit und Raum, um das zu tun, und ich vermisse es wirklich. Deshalb mache ich das jedes Mal, wenn ich kann. Und jedes Mal, wenn mein Designer sagt: “Ich brauche Hilfe beim Entwerfen von dieser Sache”, sage ich: “Kein Problem, das kriegen wir hin, ich kann helfen.” Das ist also der beste, der beste Moment, wenn jemand Hilfe braucht, “Ich brauche wirklich deine Hilfe, um das zu entwerfen”, da sage ich: “Alles klar.”
MeinMMO: Tolle Antworten, darüber denke ich für mich selbst auch sehr viel nach.
Wie geht ihr mit KI in eurem Alltag um? Arbeitet ihr so viel wie möglich mit der neuen Technologie oder findet ihr sie bislang auch eher enttäuschend? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!
Auf der gamescom 2026 wurde auch mehr zum kommenden DLC zu The Witcher 3 bekannt gegeben. Dieses Mal verschlägt es Geralt in die Heimat des besten Charakters des Universums. Mehr dazu erfahrt ihr hier auf MeinMMO: The Witcher 3: Songs of the Past stellt endlich den besten Charakter des Universums in den Mittelpunkt
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