Hearthstone: So verspotten Spieler die neue Klasse Dämonenjäger

Der Dämonenjäger dominiert auch weiterhin in Hearthstone, trotz Nerfs. Die Spieler verspotten die Klasse und erklären, was ihn so übermächtig macht.

Seit einigen Wochen treibt in Hearthstone die neue Klasse des Dämonenjägers ihr Unwesen. Die neue Klasse war nach dem Release so übermächtig, dass Blizzard nach nur wenigen Tagen einen ersten großen Nerf veröffentlichte, um Illidan in seine Schranken zu weisen. Doch dem Anschein nach waren die Abschwächungen nicht genug. Der Dämonenjäger dominiert nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern hält auch die Community auf Reddit im Griff.

Was ist das Problem am Dämonenjäger? Auch nach den Nerfs haben einige Dämonenjäger-Decks noch eine sehr hohe Siegesrate. Auf der Seite HSReplay ist etwa eines der „Tempo Demon Hunter“-Decks seit Tagen auf Popularität-Platz 1 mit einer Siegesrate von 62,9% bei mehr als 55.000 gespielten Matches (Stand 01.05.2020, 12:00 Uhr).

Andere Dämonenjäger-Decks kommen sogar auf eine noch höhere Siegesrate von bis zu 66,7%. Sie erreichen aber weniger gespielte Matches (unter 1.000) und sind daher nicht so aussagekräftig.

Hearthstone Demon Hunter Win Rates
Die Siegesraten des Dämonenjägers auf HSReplay. (Stand 01.05.2020, 12:00 Uhr)

Der Dämonenjäger ist also nicht nur in World of Warcraft „op“, sondern aktuell auch in Hearthstone.

Dämonenjäger zerstört alte Mechaniken

Was macht den Dämonenjäger so stark? Die Stärke des Dämonenjägers kommt aus den äußerst starken Karten, die er zum Release erhalten hat. Während die meisten Klassen Vorteile in eine Richtung und dafür Nachteile in einer anderen Richtung haben, ist der Dämonenjäger in jeder Hinsicht stark. Er hat nicht nur mächtige Diener, sondern auch ein dickes Repertoire an Removal-Fähigkeiten, die feindliche Diener rasch und ohne Tempo-Verlust vernichten.

Hinzu kommt, dass der Dämonenjäger mit Traditionen bricht und über Jahre antrainiertes Verhalten der Spieler zerstört. Die Karte „Kayn Sonnenzorn“ erlaubt es etwa, dass sämtliche Attacken des Dämonenjägers und seiner Diener Spott ignorieren und damit jede Verteidigung nutzlos machen.

Das ist vor allem deswegen kritisch zu sehen, weil Blizzard vor einigen Jahren viele Karten etwa mit „Schweigen“ generft hatte, damit Spott-Diener auch tatsächlich den versprochenen Schutz gewähren.

Der wohl größte Kritikpunkt ist allerdings die seltene Karte „Priesterin des Zorns“. Für 7 Mana hat sie Werte von 6/7 und den Effekt „Verursacht am Ende Eures Zuges 6 Schaden, der zufällig auf alle Feinde verteilt wird.“ Die hohen Lebenspunkte der Priesterin sorgen dafür, dass sie nur schwer zu entfernen ist. Im Regelfall werden ihre Kosten durch Karten wie „Schädel des Gul’dan“ oder „Rasende Teufelsruferin“ auch noch reduziert. Wenn sie nur eine Runde lang auf dem Feld bleibt, hat sie insgesamt 18 Schaden verursacht, da sie auch noch angreifen kann.

Zum Vergleich: Ragnaros, ein legendärer Diener mit ähnlichen Effekt, der von Blizzard als „zu mächtig“ angesehen wurde, ist in die Kategorie „Zeitlose Klassiker“ verbannt. Er verursachte für 8 Mana 8 Schaden auf einen zufälligen Feind, konnte aber nicht selbst angreifen.

3 gute Decks für Dämonenjäger-Einsteiger haben wir hier für euch.

Zuletzt existiert noch die Außenseiter-Mechanik, die Karten einen starken Bonus-Effekt gewährt, wenn sie ganz links oder ganz rechts aus der Hand des Dämonenjägers gespielt wird. Da viele Karten des Dämonenjägers sehr günstig sind (1-4 Mana), ist es fast immer möglich, den Außenseiter-Effekt zu aktivieren.

Hearthstone Ashes of Outlands Illidan titel
Illidan dominiert noch immer – das Spiel und das Subreddit von Hearthstone.

So reagiert die Community: Im Subreddit von Hearthstone ist ein „Kleinkrieg“ zwischen zwei Gruppen der Spieler ausgebrochen:

  • Ein Teil der Spieler ist der Ansicht, dass der Dämonenjäger gut gebalanced ist und keinerlei Änderungen braucht.
  • Der zweite Teil sieht das genau anders und hat damit angefangen, „neue Karten“ für den Dämonenjäger zu entwickeln um die Klasse und das aktuelle Meta zu verspotten. Frei nach dem Motto: „Wenn die Karten des Dämonenjägers angemessen sind, dann sind diese Karten hier auch in Ordnung“. Dabei lassen sie viele alte Klassiker wieder aufsteigen und sorgen oft mit nur kleinen Änderungen am Text der Karte dafür, dass sie perfekt zum Dämonenjäger passen würden.

Hier einige der populären Beispiele:

Diese „Fake“-Karten sind alle so designt, dass ihre eigentlichen Nachteile zu Vorteilen für den Dämonenjäger werden. Millhaus Manasturm reduziert etwa die Kosten der eigenen Zauber auf 0 (anstatt die des Feindes) oder Reno verursacht 10 Schaden, wenn man keine Karte dreifach im Deck hat – was bei Hearthstone ohnehin nicht einfach so möglich ist. Die Sukkubus könnte nach dem „Brüste-Bann“ im Spiel zurückkommen – und einfach eine Karte des Gegenspielers entfernen.

Doch wie seht ihr das Ganze? Ist der Dämonenjäger in Hearthstone zu mächtig und braucht noch Nerfs? Oder ist die Klasse perfekt und braucht keine Änderungen?

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