Über einen Tod in Game of Thrones trauere ich immer noch, weil es die Serie für immer verändert hat

Game of Thrones Weißer Wanderer Niko Titelbild

In den 8 Staffeln von Game of Thrones sterben ständig Leute, es ist also nichts Besonderes. Aber ein Tod beschäftigt MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes schon seit Staffel 1, weil er perfekt zeigt, in welche Richtung sich die Serie entwickelt hat.

Achtung: Im folgenden Artikel spoilern wir Geschehnisse aus Game of Thrones.

Dass in Game of Thrones ständig jemand stirbt, ist wohl auch den Leuten bekannt, die die Serie gar nicht gesehen haben. Dabei gibt es einen Tod, der mich seit Staffel 1 beschäftigt: Der von Ned Stark.

Im Gesamtkontext der Serie wirkt seine Hinrichtung schon fast unspektakulär, immerhin gibt es Ereignisse wie die Rote Hochzeit, aber auch nach 8 Staffeln ist die Rolle von Ned besonders und ich kann sie einfach nicht vergessen.

Deutlich humorvoller geht es im Prequel A Knight of the Seven Kingdoms zu:

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A Knight of the Seven Kingdoms zeigt im finalen Trailer, dass man mehr Humor erwarten kann als bei Game of Thrones

Ein einzigartiger Detektiv in Westeros

Ned Stark ist nicht nur Oberhaupt seiner Familie, er ist der erste richtige Hauptcharakter der Serie. Dank seiner Vergangenheit mit König Robert wird er zu seiner Hand ernannt, obwohl er eigentlich keine Lust darauf hat. Schon früh erfährt er von einer Verschwörung bezüglich der vorherigen Hand und es beginnt eine fast schon klassische Detektiv-Geschichte.

Er ermittelt in Königsmund und gerät in einen immer tiefer werdenden Sumpf, der ihn und den König bedroht. Das allein ist schon besonders, vor allem, weil man nie wieder ein solches Detektiv-Thema bekommt. Dabei ist auch das Casting besonders. Sean Bean hat als Ned eine prägnante Präsenz und verkörpert einen Mix aus Ehre, Familienliebe und Wehmut. Er ist schon fast der einzige wahre Held in Game of Thrones.

Zusammen mit Robert ist er die Personifizierung einer alten Ära von Westeros. Von klassischen Kriegen und Schlachten, die mit dem Schwert geschlagen werden, und Heldentaten, die Ritter in Geschichtsbüchern verewigen.

Das ist auch der Grund, warum mich der Tod von Ned so traurig macht. Es liegt nicht an seiner trauernden Familie, es liegt am Tod einer Figur, die fast als einziges zeigt: Westeros besteht nicht nur aus dubiosen Gestalten.

Aber gleichzeitig muss ich mir auch eingestehen: Ned musste sterben, er gehört nach Staffel 1 nicht mehr in Game of Thrones.

Ned passt gar nicht in die Serie

Vergleicht man Ned mit den vielen anderen Hauptfiguren und den späteren Staffeln, fühlt er sich schon fast wie ein Fremdkörper an. In Game of Thrones zeigt sich früh, dass die wichtigsten Kämpfe nicht auf dem Schlachtfeld stattfinden, sondern am Verhandlungstisch.

Ned kennt das aber gar nicht. Er stammt aus einer Zeit der Kriege, und seine prägendsten Momente waren innerhalb der Rebellion von Robert gegen den irren König. Robert und Ned können im Kampf um den Thron nicht bestehen, weil ihnen die Fähigkeit zu Intrigen fehlt. Deshalb wurden beide auch ziemlich leicht erledigt.

Gleichzeitig symbolisiert ihr Tod aber auch den Start einer neuen Ära voller Geheimnisse und Machtspielchen. Mit dem Tod von Ned stirbt das alte Westeros und es entsteht eine neue Welt, die Ned wohl verachtet und in der er wohl ohnehin nicht überlebt hätte. Als Held hätte er sich wohl nicht anpassen können.

Wie es anders geht, zeigen Jamie und Tywin. Sie haben schon in der Vergangenheit unehrenhaft agiert. Jamie verriet den irren König und damit seinen Eid, und Tywin hat ganz viele Kinder getötet, nur um dem König ein Geschenk darzubieten.

Was Game of Thrones aber auch zeigt: Egal, wie perfide die Welt ist, es gibt noch Platz für Helden.

Das Vermächtnis von Ned Stark

Mit Ned Stark starb das alte Westeros, aber in einer Zeit voller Verzweiflung hat er ein Vermächtnis hinterlassen: Jon Schnee. Ironischerweise verkörpert keiner Neds Heldentum so gut wie sein Neffe Jon. Symbolisch wird er sogar wiederbelebt, um der Retter von Westeros zu sein.

Jon hat die Aura und die heroische Ader seines Onkels. Er will den Unschuldigen helfen und die größte Bedrohung von Westeros bannen. Aber auch hier kämpft er aktiv und nicht auf dem Tisch. Das geht auch gar nicht. Auf der guten Seite kümmern sich Tyrion und Varys um die Intrigen, zeigen aber auch, dass sie selbst nicht immer die Guten sind.

Game of Thrones zeigt, dass ein klassischer Held wie Jon es schwer hat, nicht auch unmoralische Entscheidungen zu treffen. Er steht im Gegensatz zu den anderen. Er will die Weißen Wanderer aufhalten, aber für die anderen Akteure steht im Hinterkopf immer der Thron. Daraus entsteht eine Katastrophe, die Jon wohl niemals hätte aufhalten können.

Seine letzte Tat in der Serie ist kontrovers, wie auch die 8. Staffel allgemein, aber im Kontext der erzählten Geschichte war es wohl der einzige Weg, ein wahrer Held zu sein.

Dennoch frage ich mich regelmäßig, wie Game of Thrones verlaufen wäre, wenn Ned überlebt hätte. Wäre er einflussreich gewesen oder nur ein Anhängsel, das in der neuen Welt nicht funktioniert? Aber was sagt ihr dazu und welchen Tod hättet ihr gerne rückgängig gemacht? Schreibt es uns gerne in Die Kommentare. Mehr zu Westeros-Königen erfahrt ihr hier: Die 10 besten Könige aus dem Universum von Game of Thrones im Ranking

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