Epic Games, die Entwickler hinter Fortnite, müssen sich auf eine 100-Millionen-Euro-Klage aus den Niederlanden vorbereiten. Eine niederländische Verbraucherschutzorganisation wirft dem Entwickler unschöne Dinge vor.
Weshalb wird Epic Games verklagt? Der Vorwurf lautet, dass Fortnite seine minderjährigen Spieler gezielt unter Druck setzen soll. Zudem täusche das Spiel die Minderjährigen, um sie zu Käufen im In-Game-Shop zu verleiten.
Das Shop-Design solle nämlich darauf abzielen, dass Kinder und Jugendliche eher zum Portemonnaie greifen. Es gibt limitierte Deals, die oft nur für wenige Tage laufen. Wollen sich Spieler einen bestimmten Skin oder ein anderes Cosmetic sichern, müssen sie sich schnell entscheiden, es zu kaufen.
Hinzu käme das Gefühl der Teenager, nachdem sich für sie In-Game-Währungen wie V-Bucks nicht wie echtes Geld anfühlen würden. Laut einer Studie betreffe das 60 % aller 16- bis 19-Jährigen. Die Hälfte soll sogar Käufe bereut haben, die unter Zeitdruck getätigt wurden.
Weiterhin käme dazu, dass Epic persönliche Daten von Kindern ohne die Zustimmung der Eltern sammle.
Epic muss sich gegen Klage von 100 Mio. Euro verteidigen
Was wird gefordert? Die niederländische Verbraucherschutzorganisation fordert jetzt direkte Rückerstattungen und Schadensersatz für die betroffenen Familien. Sie berufen sich auf einen Urteilsspruch im Januar 2026, nach dem ein niederländisches Gericht bereits eine frühere Strafe gegen Epic Games wegen unlauterer Geschäftspraktiken bestätigt hat.
Wie reagiert Epic Games? Die Entwickler verteidigen sich und verweisen auf die zahlreichen strengen Jugendschutzmaßnahmen, die mittlerweile implementiert wurden:
- Es gäbe keine Timer mehr im Item-Shop, die zum Zeitdruck verführen würden.
- Spieler unter 18 Jahren könnten keine Gegenstände kaufen, die weniger als 48 Stunden im Shop sind, zumindest in den Niederlanden.
- Für Kinder unter 16 Jahren gäbe es eingeschränkte Konten, mit denen ohne elterliche Zustimmung keine Echtgeldkäufe getätigt werden können.
- Es gäbe Funktionen wie Zwei-Schritt-Bestätigungen für Käufe, einfache Stornierungen und Selbstbedienungs-Rückgaben.
Man kann also zusammenfassen: Die Schuld läge nicht mehr bei Fortnite, wenn die Käufe außer Kontrolle geraten. Vielmehr läge es an den Eltern, wenn die Bestätigung per PIN nicht mehr ausreicht, da Fortnite schon alles Mögliche tun würde.
Wie hättet ihr entschieden? Letztendlich liegt es aber an dem Gericht zu entscheiden, ob die Verbraucherzentrale Entschädigungen für vergangenes Fehlverhalten von Epic Games erwarten kann.
Wenn es nach dem Chef von Epic Games gehen würde, könnten AAA-Titel abgeschafft werden. Ihm zufolge bräuchte man nur Titel wie Fortnite und Roblox, die in dieselbe Kerbe mit ihren Mikrotransaktionen schlagen: Laut dem Chef von Epic Games braucht man gar keine neuen AAA-Spiele, die Lösung sei Fortnite und Roblox
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Kommentare
Klar die Diskussion gibt es seit ewigen Zeiten schon in der Schule Lehrer vs Eltern…
Aber warte mal, diese Firmen stellen Psychologen an um möglichst viele Menschen (auch Kinder und Jugendliche) mit Dopaminschleifen, Glückspielmechanismen,… süchtig/abhängig zu machen.
Bei ABK gibt es Nachweise dazu.
Bin sicher die Spielekonzerne trifft da gar keine Schuld.
Wenn man nur “Dark Patterns”, “Deceived by Design” oder unsere Verbraucherschutzzentrale googelt, werden Epic, Roblox,…. und weitere “Kinderspiele” ganz vorne genannt.
Also 100% Schuld der Eltern!
Spiele auch täglich Fortnite und die Lösung wäre sehr einfach, das jeder optional den Ingame Shop sperren oder ausblenden könnte. Der ist für mich auch ein Dorn im Auge, weil ich aus Neugier auch immer drauf gehe, früher habe ich dort auch viel gekauft, aufgrund meiner Armut kann ich derzeit da nichts kaufen, aber ich würde gerne den Shop gar nicht mehr sehen, sodass ich nicht immer drauf gehe. Willenstärke den Shop einfach komplett zu ignorieren habe ich nicht und das haben vermutlich die wenigsten. Und bei Kindern könnten die Eltern dann zB im Account den Shop sperren lassen, sodass die gar nicht mehr drauf zugreifen können, wäre ideal.
Einfach eine Kindersicherung wie bei Nintendo und das Problem wäre in den Griff zu bekommen.
Die Eltern laden sich die App herunten und können dort einstellen wielang ihr Kind spielen darf (Spielzeit), ob es Shop-Funktionen bzw. Ingame-Shop Funktionen nutzen darf und vieles mehr.
Klar könnten Kinder auch Umwege finden, aber ab dem Punkt sehe ich dann die Eltern mehr in Verantwortung, da die in der Regel ja auch “vorort” sein können 😉