Wer aktuell auf YouTube nach Fortnite-Videos sucht, dürfte vor allem über den Namen Ali-A stolpern. Was steckt hinter den Videos des YouTubers? Warum ist er mit ihnen so erfolgreich und gleichzeitig in der Community von Fortnite derart verhasst?

Es wurde mittlerweile viel über die Dominanz von Fortnite auf der Streaming-Plattform Twitch geschrieben und diskutiert. Während auf Twitch äußerst begabte Spieler wie Ninja und TSM_Myth im Fokus stehen, wird auch YouTube immer mehr zur Anlaufstelle für Videos rund um Fortnite: Battle Royale, was die Millionen Views eindrucksvoll belegen.

Wo es ein erfolgreiches Spiel auf YouTube gibt, ist der Hang zu einer Art von Video nicht weit weg, die Clickbait-Vorwürfe ernten. Aktuell beschweren sich Teile insbesondere der englischsprachigen Community über einen ganz bestimmten Content Creator, der wie kein zweiter die Video-Plattform YouTube bei Fortnite dominiert: Ali-A.

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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=TAspsq1fEXQ

Mit mehr als 12 Millionen Followern ist Ali-A eines der prägenden Gesichter des Fortnite-Hypes. Neben dem Clickbait-Vorwurf sieht sich Ali-A auch immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, Ideen anderer Spieler zu „klauen“ und in seinen Videos zu thematisieren.

Sind die Vorwürfe gerechtfertigt? Oder sind sie lediglich die Maskerade einer gigantischen Scheindebatte, ausgelöst durch eine der primitivsten menschlichen Emotionen – Neid?

Ali-A – mit reißerischen Thumbnails zum Erfolg?

Wenn jemand weiß, wie man mit Thumbnails die Aufmerksamkeit seiner Viewer erregen kann, dann ist es Ali-A. Die kleinen Bildchen, die ein Video schmackhaft machen sollen, sind stets nach dem gleichen Schema aufgebaut.

Das Gesicht des Streamers mit aufgeregter oder geschockter Mimik, ein paar Waffen, rote Pfeile und das „Victory Royale“-Banner – garniert mit einem Titel aus Großbuchstaben ergibt diese Mischung die offensichtlich beste Rezeptur für ein erfolgreiches Video und wird daher wieder und wieder verwendet.

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Quelle: Youtube https://www.youtube.com/watch?v=g9L4ZkGgfBs

Die Titel sind in der Regel möglichst vage gehalten. So suggeriert der Titel „TILTED TOWERS DESTROYED“ (inklusive gigantischem Krater), dass die gleichnamige Stadt zerstört wurde.

Tatsächlich handelt es sich hier nur um eine Fan-Theorie. Dies erfährt man aber erst, wenn man sich das Video lange genug angesehen hat.

Auch ein Video über einen eventuellen First Person-Modus in Fortnite entpuppt sich erst später als eine Video-Mod eines findigen Spielers. Von der Mod selbst sieht man nichts – Ali-A führt stattdessen einen zwanzigminütigen Monolog, während normales Gameplay abgespielt wird.

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Sorgt ebenfalls für viele Klicks- Gerüchte nach einer neuen Map

Weitere Beispiele für diese Videos gibt es zuhauf – so hat Ali-A angeblich eine komplett neue Schatztruhe entdeckt oder Waffen in neuen Qualitätsstufen. In den Videos selbst geht es jedoch meist um etwas ganz anderes.

Die Seite Forbes hat herausgefunden: Wer aktuell beim englischsprachigen YouTube nach Fortnite-Videos sucht, wird von 120 Treffern 49 Videos von Ali-A finden. Woran liegt das, finden sich doch offensichtlich Videos darunter, die zumindest eine gewisse „Clickbait“-Mentalität unterstellen lassen? Schuld daran ist YouTubes Suchalgorithmus.

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Wer populär ist, wird dank YouTube noch populärer!

Es ist unbestreitbar, dass Ali-A großen Erfolg mit seinen Videos hat. Er spricht eine jüngere Zielgruppe an, die ihm bei nahezu jedem Video Millionen Klicks beschert. Seine hohe Popularität führt in YouTubes Suchalgorithmen dazu, dass seine Videos verstärkt auftauchen – und somit seine Popularität weiter fördern.

Der Inhalt der Videos scheint hier nur von nachgelagerter Bedeutung zu sein. Zweifellos führen auch bei Twitch Suchanfragen nach Fortnite über die großen Streamer Ninja, DakotaZ oder Myth, diesen wird jedoch bedeutend weniger Platz eingeräumt.

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Um auf YouTube einen der anderen tausenden von Content Creator zum Thema Fortnite zu finden, muss man hingegen eine ganze Weile herunter scrollen. Wer also Ali-A für seine reißerischen Videos kritisiert, kommt auch an einer Kritik an YouTubes Suchalgorithmen nicht vorbei.

Andere Streamer hüpfen in Sachen Thumbnail-Gestaltung auf den Zug auf – auf nahezu jedem Video springt einem eine Grimasse entgegen, die Werbung für das Video machen soll. Auch einige deutsche YouTuber wie Red oder Steel verfahren so, mit durchaus gutem Erfolg.

Ali-A – Mit Content-Klau zum Erfolg?

Tatsächlich gibt es dafür einige Beispiele. Den Vorschlag eines Redditors, Waffen-Skins (Camos) in Fortnite zu integrieren, hat Ali-A direkt in einem seiner Videos thematisiert. Das Video hat mehr als 3,4 Millionen Aufrufe – dabei sieht man in den ersten 9 Minuten ausschließlich normales Gameplay, während Ali-A das Konzept beschreibt.

Eine Quelle für das ursprünglich von Reddit stammende Konzept sucht man in der Videobeschreibung vergeblich.

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Quelle: https://www.reddit.com/r/FortNiteBR/comments/8b3xox/lets_make_that_2nd_victory_royale_a_little_more/

Der Unmut gegenüber Ali-A führt mittlerweile so weit, dass er als persona non grata im Subreddit zu Fortnite: Battle Royale gilt. Fan-Kreationen werden mit wenig schmeichelhaften Wasserzeichen versehen, die direkt Ali-A ansprechen und ihn davon abbringen sollen, fremden Content in seinen Videos zu promoten.

Ob es nun die Clickbait-Vorwürfe sind oder einfach Neid dahinter steht, lässt sich nicht auflösen. Fakt ist, dass Ali-A zumindest auf YouTube vom Fortnite-Hype am stärksten profitiert hat.

Was haltet Ihr von Ali-A und seinen Videos? Sind die Vorwürfe gerechtfertigt?


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Autor(in)
Quelle(n): Forbes
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