Final Fantasy XIV fehlt seit Jahren ein Stückchen seiner Seele

Final Fantasy XIV fehlt seit Jahren ein Stückchen seiner Seele

Seit dem Ende des Addons Stormblood vor fast 3 Jahren warten viele Fans von Final Fantasy XIV darauf, dass die beliebte Quest-Reihe um einen bekloppten Meisterdetektiv fortgesetzt wird. Von ihr fehlt aber auch in Endwalker jede Spur. MeinMMO-Autorin Irina Moritz findet es sehr schade.

Wie fast alle japanischen RPGs hat auch Final Fantasy XIV seine albernen Momente. Sie dienen dazu, die oft allzu ernste Atmosphäre aufzulockern und den Spielern Zeit zum Durchatmen zu geben. Egal, ob man dafür besoffenen und fluchenden Zwergen beim Bauen von Panzern helfen oder an miefenden Chocobos riechen muss.

Aber keine von ihnen kann mit der entzückenden Beklopptheit und der köstlichen Dämlichkeit der Hildibrand-Quests mithalten. Die Quest-Reihe dreht sich um den berühmt-berüchtigten Meisterdetektiv Hildibrand Helidor Maximilian Manderville, der (mal mehr, mal weniger freiwillig) das Land bereist und (mal mehr, mal weniger selbstständig) schwierige Fälle löst.

Begleitet wird er dabei von seiner treuen Assistentin Nashu Mhakaracca und jeder Menge Bomben. Immer wieder läuft er dabei unseren Spielercharakteren über den Weg und zieht uns in seine Abenteuer hinein, die sich über das Basis-Spiel „A Realm Reborn“ und die beiden Addons Heavensward und Stormblood erstrecken.

Im Verlauf der episodischen Storys lernt man auch die gesamte Familie Manderville kennen, die alle kollektiv einen an der Klatsche haben:

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Äh, Achtung Spoiler? Die erste Begegnung mit dem Vater von Hildibrand ist… ausgefallen.

Wie man in dem Video unschwer erkennen kann, zeichnen sich die Quests durch ihren schrägen Humor, viel Slapstick und überzeichnete Gesichtsanimationen aus. Sie sind quasi die Comedy-Ecke von FFXIV, in der sich Entwickler austoben und sich jede Menge Blödsinn von der Seele schreiben konnten.

Die Hildibrand-Quests wurden mit jedem Addon ausgebaut und mit neuen bekloppten Abenteuern und Belohnungen erweitert. Mal reiste der Detektiv nach Ishgard, mal verschlug es ihn nach Kugane.

Doch seit dem Addon Shadowbringers, das im Juli 2019 erschienen ist, fehlt von neuen Hildibrand-Quests jede Spur. Die Fans erhielten nur einen kleinen Kameo-Auftritt in dem Dungeon „Schlacht um Norvrand“.

Erst, wenn man etwas verloren hat, merkt man, dass es wichtig war

Man würde meinen, dass irgendeine Nebenquest-Reihe nur wenig Relevanz für das Spiel hat und niemand würde sie vermissen, aber dem ist nicht so. Hildibrand ist tief in der DNA von FFXIV verwurzelt und war bereits in der gescheiterten 1.0-Version ein Highlight für viele Spieler.

Gerade damals, während der eher düsteren Zeiten, als noch nicht ganz klar war, ob FFXIV überhaupt fortgesetzt wird, waren die Quests eine frische Brise und Quelle für Erheiterung. Die Devs konnten sich in den Quests austoben und Ideen ausprobieren, die in den Rest des Spiels nicht gepasst haben.

Das Wichtigste ist aber, dass trotz der Albernheiten und bekloppter Gesichtsausdrücke die Hildibrand-Quests viel Herz haben. Ich weiß noch genau, dass ich beim Spielen der ARR-Quests einen kurzen „Oh“-Moment hatte, der mich direkt überzeugte.

In einer der ersten Storys kommt ein kleines Mädchen vor, das die wertvolle Vase ihrer strengen Mutter verloren (und zerbrochen) hat. Sie wird von ihrer Mutter ausgeschimpft und von auf die Suche danach geschickt, obwohl es für sie gefährlich werden könnte.

Hildibrand erklärt sich bereit, dem Mädchen zu helfen. Es war eine Kleinigkeit, aber verriet sofort viel über seinen Charakter und den Kern der Quest-Reihe. Die Unternehmung lief dann wieder eher schlecht als recht und war mit jeder Menge Blödsinn verbunden, aber hey, es war echt lieb von ihm und am Ende war dann auch alles gut.

Es war der Moment, mit dem mich die Quest-Reihe für sich gewonnen hatte. Es ging nicht immer nur darum, das dämlichste Gesicht zu ziehen und die Charaktere lächerlich zu machen, sondern es waren schöne, wenn auch simple Botschaften verpackt in viel Humor. Und sowas schätze ich nicht nur in Games, sondern in allen Medien (Discworld-Bücher lassen grüßen).

Diese kleinen Botschaften ziehen sich durch die gesamte Questline und machten sie für mich zu mehr als nur kurzem Zeitvertreib. Aber vor allem passen sie perfekt in das Gesamtkonzept von FFXIV, dessen Hauptstory immer wieder schwierige moralische Fragen stellt und Botschaften an die Spieler vermittelt.

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Mit der Familie will man sich nicht anlegen…

Ursprünglich war Hildibrand für mich eigentlich gar nicht so wichtig. Ich habe die Quests zwar gerne gespielt und als Füller-Content während der längeren Update-Pausen genutzt, aber es war nichts, was ich mit jedem Patch heiß erwartet hätte. Das hat sich in Shadowbringers schlagartig geändert.

Während andere Quests, wie etwa der wilde Stamm der Zwerge, die ernste und düstere Story von Shadowbringers aufheiterten, habe ich mich immer wieder dabei ertappt, dass ich bei den Content-Ausblicken nach den Hildibrand-Quests gesucht habe.

Es hat mich teilweise echt bestürzt, dass sie eingestellt wurden. Sie gehörten immer fest zu FFXIV dazu und waren nun weg.

Kommt Hildibrand in Endwalker?

Aktuell gibt es wenig Anzeichen dafür, dass die Quests um den bekloppten Detektiv in naher Zukunft zurückkehren könnten. Normalerweise kündigt das FFXIV-Team den neuen Content relativ weit voraus an. Die Spieler wissen dadurch immer, was sie in den nächsten Monaten erwartet.

Auch die Hildibrand-Quests wurden früher auf den Sonderseiten zu den jeweiligen Patches vermerkt, sodass man direkt wusste: „Aha, ein paar Wochen nach dem Patch-Release gibt’s was Neues zu Hildi.“

Tatsächlich haben die Devs seit dem Shadowbringers-Release kaum ein Wort über den Meisterdetektiv verloren. Nur hier und da gab es Andeutungen und Kommentare dazu, dass er nicht für immer verschwunden ist, sondern „eine Pause macht“.

Und das finde ich sehr schade. Mit den Hildibrand-Quests verlor FFXIV ein Stückchen seiner Seele, das noch vor dem Reboot von 1.0 vielen Fans Freude bereitet hat.

Aber wer weiß, vielleicht gibt es für Hildibrand-Fans im Februar gute Nachrichten. Direktor Yoshida kündigte an, dass uns nächsten Monat ein großer Produzenten-Stream erwartet, in dem die Zukunft von FFXIV vorgestellt wird.

Gesprochen wird über das Update 6.1 und weitere Patches bis hin zum nächsten Addon 7.0:

Final Fantasy XIV: Das nächste Addon ist bereits in Arbeit – Das erwartet euch in naher Zukunft

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6 Kommentare
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Nüschtis

Ich bin so froh das diese Quest nicht weiter geführt wird. Ich finds nich lustig und ekelhaft xD

Vallo

Ich lass mich in MMORPGs ja eher nicht so flashen von der Story, aber diese Nebenquest war schon verdammt lustig. Muss jetzt nicht zwingend mit Hildi sein, aber mehr von sowas wäre super

Orchal

Was Final Fantasy auch fehlt: Weibliche Hrothgar!

Malos Aegis

Weibliche Hrothgar werden sicher irgendwann in Final Fantasy XIV kommen. Das war auch bei denn männlichen Viera der Fall. Und weil es die Fans wollten. Und was sagten einige Vögel davor? „Es gibt nun mal keine männlichen Viera! Gab’s auch nicht in Final Fantasy XII! Die sind zwar sehr selten, aber die Viera sind halt weiblich, Genderloock, PUNKT! Das ist Naokis Game, und er hat sich so entschieden! Lebt damit!“ Und jetzt gucken diese Vögel blöd aus der Wäsche und sagen, „Was?! Nicht euer Ernst!“ Ist so … die Fans haben es sich gewünscht, deswegen gibt es die männlichen Viera.

Orchal

Ah Irina kam mir zuvor ^^ Ja sie sind schon lange bestätigt und in Arbeit, aber ich hätte sie wirklich gerne mal und mir würde es nicht gefallen wenn ich noch ein Jahr oder so warten muss.. Ich hoffe mal spätestens Mitte des Jahres, meine Hoffnung vor einem Jahr lag ja noch bei Dezember/Januar ^^.

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