Am 8. Juni 2026 gibt es frischen Nachschub für alle Survival-Fans: Solarpunk erscheint endlich. MeinMMO-Redakteurin Sophia Weiß hat das Game angezockt und sagt: Das fühlt sich an wie das OG-Minecraft.
In meiner Zeit als Gamer habe ich schon so einige Punk
-Spiele gezockt: Zum Beispiel habe ich im düsteren Cyberpunk 2077 Night City unsicher gemacht und mich in Alice: Madness Returns durch steampunkige Horror-Welten geschnetzelt. Über die letzten Tage konnte ich dann einen um Welten weniger düsteren Punk
-Vertreter anspielen: Solarpunk.
Das Game erscheint am heutigen 8. Juni für PC via Steam und Epic, Xbox X/S, PS5 sowie für Nintendo Switch 2. Das Survival-Spiel stammt aus der deutschen Spieleschmiede Cyberware und erscheint bei den Publishern rokaplay sowie Metaroot.
Während Cyberpunk, Steampunk, Dieselpunk und Co. allesamt eher düster, (post-)apokalyptisch und eben auch teils gruselig sind, ist Solarpunk ein unglaublich optimistisches Genre. Aber kann in so einem Setting ein richtiges Survival-Game funktionieren? Ja, kann es. Ist Solarpunk – das Spiel – schon der perfekte Vertreter dieses Genre-Mixes? Nun, es ist kompliziert.
Solarpunk ist Zelda, aber Link hat das Tutorial nie verlassen
Man startet in Solarpunk traditionell mit fast leerem Inventar auf einer verlassenen Insel und beginnt zu erkunden. Was folgt, ist der klassische Survival-Ablauf: Steine und Stöcke sammeln, Axt craften, Bäume fällen, mehr Werkzeuge herstellen, Beeren anbauen, ein erstes Haus aufstellen …
Wie in einem waschechten Survival-Game.
Dann kommt das einzigartige Setting: Die Spawn-Insel liegt nicht einfach im Meer, sondern fliegt in einem weiten blauen Himmel. Es ist schlicht kein Boden zu sehen. In der Ferne erkennt man weitere schwebende Erdbrocken. Es gibt zudem keine menschlichen NPCs, sondern in meinem bisherigen Durchlauf nur einen schweigenden Roboter, mit dem ich handeln kann.
Alles in allem erinnern mich die ersten Stunden Solarpunk sehr an das Tutorial von The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom. Hätte sich Link einfach auf den fliegenden Inseln eingerichtet, hätte er vermutlich ähnliche Dinge getan, wie ich jetzt in Solarpunk.
Die ersten Elemente des titelgebenden Genres tauchen auf, sobald man sein erstes Luftschiff repariert und damit eine Runde geflogen ist. Mit Bauplänen schaltet man eine spezielle Werkbank frei, die das Herstellen von Technik erlaubt. Mit dabei: Solarpanele.
Diese ersetzen die Holzöfen, mit denen man bis dahin Sprinkler, Erzbohrer und Co. betrieben hat. Im späteren Verlauf kommen laut Trailer noch fliegende Windkraftwerke dazu. So kann man seine komplette Farm mit grüner, unendlicher Energie betreiben. Und wer sicher gehen will, dass auch nachts weiter automatisch gegrindet wird, der schließt einfach eine Batterie an, die bei fehlender Sonne die notwendige Energie liefert.
Das Bauen und Dekorieren des eigenen Hauses macht übrigens auch richtig viel Spaß! Ich liebe, dass ich verschiedenste Topfpflanzen craften, aufstellen und sogar aufhängen kann. Die Möbel sehen allesamt sehr bequem aus. Man kann auch verschiedenste Dekorationen herstellen, wie eben die Pflanzen oder auch Obstschalen und Bilder.
Unterm Strich bietet Solarpunk ein rundes Gameplay-Erlebnis mit grundsätzlich normalem Survival-Loop, inklusive standardmäßigem Holz-Klopf-Grind zum Start. Nur eben mit gefühlt unendlichem Optimismus.
Für einen Eindruck zu besagtem Optimismus, klickt einfach einmal die Bilder an:





Survival wie im OG Minecraft – Aber ohne Zähne
Bisher habe ich etwas mehr als 12 Stunden in Solarpunk investiert. Zuletzt habe ich Tierhaltung und -zucht freigeschaltet und das dritte Upgrade für mein Luftschiff steht bevor. Der Großteil der Inhalte und freischaltbaren Crafting-Rezepte soll laut der Steam-Seite in etwa 20 Stunden erreichbar sein, ich habe also nicht mehr lang.
Allerdings fehlt mir etwas, was eigentlich jedes Survival-Game braucht: Biss.
Traditionell muss ich auch in Solarpunk essen und meinen Durst stillen. Es gibt auch eine Gesundheitsanzeige. Die ist aus meiner Sicht aber überflüssig, da es keine Gelegenheiten gibt, Schaden zu nehmen. Es gibt keine Monster. Es gibt nicht einmal bösartige wilde Tiere. Der einzige Schaden, den ich bisher genommen habe, ist Fallschaden.
Der Gameplay-Loop ist also im Grunde: neue Insel erkunden, neu entdeckte Ressourcen farmen, Crafting-Rezepte freischalten, mit dem Roboter handeln, neue Items zur Automatisierung freischalten und dann das Luftschiff upgraden, um neue Inseln zu besuchen. Rinse and Repeat.
Mehr will Solarpunk auch nicht sein – das schreiben die Entwickler sogar in einer sehr klaren Before you Buy
-Sektion auf Steam. Der Fokus liegt auf sanftem Survival mit viel kreativer Freiheit in der Sandbox. Ein wahrliches Cozy-Game, das ich die letzten Abende dank sehr guter Steam-Deck-Version mit Gusto auf dem Balkon gezockt habe.
Insgesamt erinnert es mich tatsächlich auch sehr an das originale Minecraft von Anno-dazu-mal: Damals habe ich auch tagsüber gebaut, erkundet und Ressourcen gefarmt. Weil ich brav am Abend ins In-Game-Bett gegangen bin, habe ich auch nie Monster gesehen, außer ich wollte deren Drops aktiv farmen.

Einmal Jammern auf hohem Niveau, bitte!
Wenn es in dem Sinne keine externe Bedrohung gibt, mal von Ernten-zerstörenden Gewittern abgesehen, hätte ich mir vielleicht an anderer Stelle etwas mehr Tiefgang gewünscht. Zum Beispiel mehr Komplexität bei der In-Game-Technik.
In langen Diskussionen mit meinen Freunden vom Live Action Role Playing haben wir uns intensiv mit mobilen Solarpanelen beschäftigt. Die produzieren den meisten Strom, wenn sie möglichst perfekt nach der Sonne ausgerichtet sind. Bei Bewölkung oder indirekter Sonneneinstrahlung sinkt die Leistung.
In Solarpunk generieren Solarpanele immer die gleiche Menge an Energie, solange es Tag ist – egal, wie sie ausgerichtet sind. Das macht das Spiel einfacher, aber mein entsprechend vorbelastetes Hirn wollte es erst einmal nicht glauben.
Erwartet hier also kein Spiel, das es euch erlaubt, zu Min-Maxen. Ich habe zwar versucht, in die runden Bewässerungsbereiche, die die Sprinkler abdecken, so viele eckige Beete zu stecken wie möglich, aber ob ich immer das meiste rausgeholt habe, wie ich es zum Beispiel in Factorio oder Stardew Valley versuchen würde, weiß ich nicht.
Auch sehe ich hier verschenktes Potential beim Thema Bildung: Mit etwas mehr Komplexität als pack die nötigen Rohstoffe rein und ich spuck dir dein fertiges Gerät aus
, könnte man hier viele Dinge erklären: Wie genau funktionieren Solarpanele, elektrische Schaltkreise oder Batterien?
Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Solarpunk ist am Ende genau das, was es sein will: Ein entspanntes Survival-Game mit einem fröhlichen Setting. Wer das originale Minecraft vermisst und wie ich die Nacht meist geskippt hat, wird sich hier richtig wohlfühlen. Wer mit der Mine in Stardew Valley gefremdelt hat, ebenfalls.
Wer mechanischen Tiefgang, ein düsteres Setting oder auch eine Story braucht, sollte hier skippen. Nicht jedes Game muss für jeden sein. Eventuell ist für eben jene Gamer ein zuletzt von Redaktionskollege Benedict Grothaus getestetes Game etwas: Romestead sieht aus wie ein pixeliges Survival-Spiel, nach 15 Stunden weiß ich jetzt: es ist viel mehr
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