ESO erwartete Fans von Elder Scrolls, bekam Hardcore-MMO-Spieler

Das MMORPG The Elder Scrolls Online wollte eigentlich die Masse der Fans erreichen, bekam aber nur Hardcore-MMO-Spieler. Das musste sich ändern.

Die Seite Glixel hat ein Interview mit dem Chef von ESO, Matt Firor geführt. Das bringt einige neue Fakten ans Licht.

Skyrim hat die Entwicklung umgeschmissen

Matt Firor Zenimax

Producer Matt Firor.

Ohne Skyrim hätte ESO anders ausgesehen, als wir es heute kennen.

Die ersten Systeme für ESO entstanden bereits zwischen 2008 und 2010 – da hatten Spieler noch andere Vorstellungen, wie ein „The Elder Scrolls“ sein sollte, dann kam 2011 und Skyrim. Das änderte die Wahrnehmung der Spieler. Plötzlich waren Level in Elder Scrolls nicht mehr wichtig.

Schon damals überlegte man bei ESO, auf die Level der Spieler zu verzichten, entschied sich aber dagegen, weil der Schritt zu groß gewesen wäre, eine bestehende riesige, level-basierte Welt umzugestalten.

Letztlich hat man diesen Schritt mit „One Tamriel“ dann doch unternommen – Level spielten nun eine deutlich kleinere Rolle als zum Release. Die meisten Spielinhalte waren nun Level-unabhängig und jedem zugänglich.

ESO Morrowind The Elder Scrolls Online

Die Skyrimisierung von The Elder Scrolls Online begann schon während der Entwicklung

Auch wenn man diesen Punkt erst mit einigen Jahren Verspätung umsetze: Skyrim hatte viel Einfluss auf ESO noch während der Entwicklung:

Wegen Skriym

  • ist The Elder Scrolls Online in die First-Person-Perspektive gewechselt
  • hat ESO auf eine kleinere Hotbar gesetzt
  • hat ESO den Kampf auf die Maustasten gelegt
  • hat Zenimax insgesamt viel unternommen, damit sich das Spiel weniger wie ein MMO und mehr wie ein RPG anfühlt.

Zum Release blieb der Erfolg aus

Zum Release in 2014 blieb The Elder Scrolls Online dennoch unter den hohen Erwartung. Laut Firor war es kein Flop in dem Sinne, aber man konnte nicht den „Massenmarkt“ erreichen, den die Elder-Scrolls-Singleplayer-Spiele gefunden hatten.

Zenimax hatte erwartet, mit ESO die „Masse der Nutzer“, der Fans von Elder Scrolls, zu erreichen, bekam stattdessen aber „Hardcore MMO-Zocker.“ Die loggten jeden Tag ein und spielten es.

elder scrolls online one tamriel duelle

An ihnen orientierte sich Zenimax, als man das Spiel umgestaltete. Firor sagt: Wir machten einfach mehr von dem, was die Spieler wollten, und weniger von dem, was sie nicht wollten. Dazu setzte man auf die gesammelten Daten und die eigene Erfahrung.

Beim JustizSystem etwa wollten Spieler losziehen und etwas klauen – also ermöglichte man ihnen das in einer Sandbox-Form ohne Quests.

Wenn man etwas hat, auf das man aufbauen kann, dann kann man auch erfolgreich sein

Firor war schon 2014 der Ansicht, dass ESO im Kern etwas Gutes sei. Man musste nur die Systeme lockern und die Spieler von den Ketten befreien, dann würde der Erfolg kommen, glaubte Firor.

Man hatte ja Spieler, die jeden Tag spielten und damit etwas, auf das man aufbauen kann. Und wenn man was hat, worauf man aufbauen kann, dann kann man es auch erfolgreicher machen, denkt Firor.

Durch das Champion-System sollten Spieler ihre Helden nun so gestalten können, wie sie wollen, ohne Veteranen-Level grinden zu müssen.

esokronenkisten

Die Stimmung im Studio nach dem Release sei trotz der Probleme nie wirklich unten gewesen, sondern die Stimmung war: „Okay, das haben wir bisher gemacht. Das hat nicht funktioniert. Wir haben das nicht kommen sehen, aber wir schaffen das.“

Chef wütend, dass es keine Unterwasser-Inhalte in ESO gibt

Mittlerweile ist der Erfolg da. An einer Sache knabbert Firor aber ein bisschen. Er ist ein großer Freund von „Unterwasser-Spielinhalten.“

Aber … die Elder Scrolls Reihe ist nicht dafür bekannt, hier zu glänzen. Pläne für Unterwasser-Content wurden eines Tages gestrichen, weil man nicht genug Zeit hatte. Firor sagt: „Darüber war ich ziemlich stinkig, aber so ging’s wohl auch nur mir.“ Mittlerweile scheint sich Firor damit abgefunden zu haben.

elder scrolls online stilstube

Wir sind jetzt wirklich erfolgreich

Man sei jetzt „wirklich erfolgreich“, eine Menge spielten das Game, man sei jetzt in Japan und mache eine Menge unterschiedliche Dinge. Im Moment vermarktet man das Spiel als „Morrowind“ im Prinzip neu, bringt neue Spieler zu ESO und hat ein neues Tutorial erschaffen.

Wer noch nie das alte ESO gespielt hat, könne jetzt einfach zu Morrowind kommen und gleich einsteigen. Man mache grade wirklich eine Menge cooler Dinge und das gehe nur, weil man erfolgreich genug gewesen sein, um mit der Formel ein bisschen zu spielen.

The Elder Scrolls Online Diebesgilde

Am Dienstag startet das nächste Kapitel in der Geschichte von The Elder Scrolls Online, die Erweiterung Morrowind. Wir haben die schon testen können:

The Elder Scrolls Online Morrowind Test: Mehr Story-DLC als Erweiterung

Autor(in)
Quelle(n): glixel
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