Deutscher YouTuber für MMORPGs zockt erstmals Scars of Honor, sein Fazit dürfte den Devs nicht gefallen

Entenburg über Scars of Honor

Für Scars of Honor findet auf Steam aktuell der erste öffentliche Playtest statt. Mit dabei: der deutsche YouTuber und Streamer Entenburg. Der hofft nun auf eine Verschiebung des Early-Access-Termins.

Was sagt der YouTuber zu Scars of Honor? Simon „Entenburg“ Bublitz ist einer der größten deutschen Content Creator für das Thema MMORPGs (77.200 Abonnenten und 160+ Videos auf dem YouTube-Hauptkanal) und Streamer (36.681 Follower auf Twitch) und war daher natürlich auch beim noch laufenden Playtest von Scars of Honor auf Steam am Start.

In seinem neuen Video auf YouTube fasst Entenburg seine Erfahrungen aus dem Test zusammen, und ihm ging es in den ersten Tagen wie uns: An einen vernünftigen Test war anfangs nicht zu denken. Die Performance war teils eine Katastrophe. Die Server waren immer mal wieder nicht verfügbar. Teils haben Spieler wohl sogar ihre Charaktere verloren. Zumindest einige dieser Baustellen besserten sich im Laufe des Tests zum Glück.

Abseits der technischen Probleme lässt der Zustand von Scars of Honor beim Playtest laut Entenburg nur einen Schluss zu: Das muss eine noch sehr frühe Alpha-Version sein. Das an sich ist kein Problem. Zum Problem wird es erst dadurch, dass der Start vom Early Access für das 4. Quartal 2026 angesetzt ist. Aus der aktuellen Version des MMORPGs in den wenigen Monaten ein so fertiges wie spaßiges Spiel zu entwickeln, ist schlicht nicht machbar.

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Scars of Honor: Neuer Trailer stimmt auf ersten Playtest auf Steam ein

Chef-Entwickler fällt auf das eigene PvP-System rein

Was sind die größten Baustellen? Während Entenburg den stilisierten Comic-Stil mit seinen kräftigen Farben durchaus mag, kritisiert er das Bewegungsgefühl und die actionreichen Tab-Targeting-Kämpfe. Diese fühlen sich noch sehr unausgereift und steif an. Die verschiedenen Fähigkeiten besitzen wenig Gewicht. Teils scheinen Effekte und Fähigkeiten noch nicht korrekt zu funktionieren, wodurch Builds nicht wirklich spielbar sind.

Enttäuscht ist der YouTuber zudem von den Talentbäumen der Klassen, die zwar groß sind, aber noch spannende Wahlmöglichkeiten vermissen lassen. Es fehlt die Tiefe und man kann bisher kaum den Spielstil der jeweiligen Klasse oder bestimmte Fähigkeiten auf interessante Weise verändern. Dafür gibt’s sehr viele passive Boni für die diversen Werte oder für die Verringerung von Abklingzeiten.

Problematisch ist laut Entenburg auch der fehlende Feinschliff in allen Bereichen: Mal waren Quests nicht annehmbar oder sie funktionierten nicht. Mal waren NPCs unsichtbar. Gegner verlieren beim Kiten mit dem Jäger sehr schnell die Aggro, wodurch sie sich wieder voll hochheilen. PvP-Feinde werden nicht klar als Gegner hervorgehoben. Und so weiter.

Hier könnt ihr das neue Video von Entenburg sehen:

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Anfangs war übrigens überall in der Welt PvP aktiv, was unter anderem dazu geführt hat, dass der Chef-Entwickler in seinem Stream von Testern wiederholt gegankt worden ist. PvP-freie Schutzzonen gab es nämlich nicht. Die schnelle Lösung der Entwickler: Mittlerweile gibt’s einen Befehl, um PvP aktivieren oder deaktivieren zu können. Ob der jetzt für immer bleibt, ist unkar.

Bei all dem darf man laut Entenburg nicht vergessen, dass wir beim Playtest bisher nur einen kleinen Ausschnitt sehen, also nur eine Region und nur einige der zig geplanten Klassen. Wie weit all die noch fehlenden Inhalte wohl sind, wenn die jetzt der Öffentlichkeit präsentierten Features noch so unfertig wirken?

Was ist die Gefahr? Die Entwickler von Scars of Honor können sich natürlich dennoch dazu entscheiden, mit einer noch sehr unfertigen Alpha-Version Ende 2026 in den Early Access zu starten. Entenburg sieht hier jedoch eine große Gefahr.

Spieler merken sich den ersten Eindruck. Das ist leider einfach so. Wenn du das erste Mal an die Öffentlichkeit gehst und du zeigst dich deiner primären Zielgruppe, dann zählt der erste Eindruck. Der bleibt hängen. […] Nur selten kann sich ein MMO oder ein Spiel von einem überhasteten Release erholen, wie es bei einem No Man’s Sky oder einem Cyberpunk der Fall war.

Im MMORPG-Bereich finden sich solche Kehrtwendungen noch seltener, dafür gibt’s dort viele Negativbeispiele wie etwa New World, das zum Launch fast eine Million Spieler auf den Servern hatte, nur um den Großteil durch die zahlreichen Baustellen für immer zu verlieren.

Entenburgs Einschätzung nach hätte man sich nicht einmal auf den Playtest in der aktuellen Form einlassen dürfen. Ein Fokusgruppen-Test mit einer Verschwiegenheitsklausel, wie sie bei diversen Konkurrenten aktuell stattfinden, wäre mit Blick auf den Zustand des Spiels zielführender gewesen.

Seine Vermutung: Vielleicht gibt es Druck von Investoren, die auf öffentliche Tests und den Early-Access-Start drängen. Dazu passt es auch, wie die Entwickler zuletzt die Werbetrommel für Scars of Honor gerührt haben, mit Streams, Interviews, Giveaways und mehr.

Zu guter Letzt erklärt Entenburg, dass er hier kein zweites Ashes of Creation vermutet, das den Genre-Fans eine Menge Geld aus den Taschen zieht, nur um schließlich eine Bruchlandung hinzulegen. Bisher musste niemand für einen Testzugang zahlen, die vorgestellten Monetarisierungspläne klingen fair und er nimmt es den Entwicklern ab, dass sie einfach ein cooles Spiel bauen möchten. Es fehlt nur an Erfahrung, und es gibt die Abhängigkeit von Investoren.

Der YouTuber hofft nun, dass sich der Early-Access-Start aufgrund des Feedbacks aus der Community deutlich nach hinten verschieben wird. Bei einem anderen MMORPG ist genau das passiert, nachdem es im Sommer 2025 zu einem großen Test auf Steam eingeladen hatte: Eine der größten MMORPG-Hoffnungen 2026 verschiebt sich erneut, kommt nicht mehr dieses Jahr, und das ist genau richtig

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