Der Eltern-Ratgeber FLIMMO gibt Empfehlungen für Eltern, was ihre Kinder schauen sollten und was nicht. Auch deutsche Twitch-Streamer gehören dazu, doch dabei kommt nur einer mit einer positiven Bewertung davon.
Was ist das für ein Eltern-Ratgeber? Das Magazin FLIMMO ist ein Eltern-Ratgeber, der regelmäßig Konsum-Empfehlungen an Eltern für deren Kinder rausgibt. Dabei werden Serien, Filme oder andere Medieninhalte mithilfe einer Art Ampelsystems bewertet. Rot bedeutet, dass die Inhalte auf keinen Fall für Kinder geeignet sind, gelb weist ein paar problematische Aspekte auf, die Inhalte können aber gemeinsam mit Eltern als Aufsicht konsumiert werden und grün ist ab dem angegebenen Alter unbedenklich.
Wenn FLIMMO einen Inhalt besonders empfehlenswert findet, so wird dies gesondert mit einem grünen Herzen angezeigt. Entsprechende Altersangaben, also ab wann Kinder einen bestimmten Inhalt konsumieren sollten, gibt FLIMMO ebenfalls an.
Einzelne Punkte in den Inhalten der Medieninhalte werden ebenfalls mit grün, gelb oder rot bewertet.
FLIMMO kann natürlich nicht alle Inhalte von einem Social-Media-Kanal überprüfen und sichten. Die Kanäle werden deshalb stichprobenartig überprüft. Erfüllt ein Social-Media-Kanal einen roten oder gelben Punkt, so wird der gesamte Kanal mit dieser Farbe bewertet. Mehr zu den genauen Bewertungen könnt ihr auf der Website von FLIMMO nachlesen.
„Nicht altersgemäße Medieninhalte“
Wer hat die einzige positive Bewertung? Der Twitch-Streamer BastiGHG kommt als einziger von seinen Kollegen mit einer grünen Bewertung davon. BastiGHG ist ein Twitch-Streamer, der hauptsächlich Inhalte zu Minecraft veranstaltet. Aber auch andere Spiele spielt er häufig, beispielsweise GeoGuessr oder League of Legends (Quelle: SullyGnome).
Auf der Website von FLIMMO wird positiv hervorgehoben, dass die Inhalte von BastiGHG für verschiedene Altersgruppen geeignet sind, auf Kinder zugeschnitten und unterschiedliche Hobbys vorgestellt werden.
Allerdings spricht FLIMMO auch eine Warnung aus: Denn manchmal veranstaltet der Twitch-Streamer 24-Stunden-Challenges. Dabei soll er „an seine Grenzen gehen“ und dies auch auf YouTube dokumentieren. Das könnte bei Kindern „zum Nachahmen anregen“ (Quelle: FLIMMO). Außerdem könnten die Videos für einige Kinder auch zu hektisch sein.
Was wird bei den anderen Twitch-Streamern kritisiert? BastiGHGs Twitch-Kollegen haben schon wesentlich mehr Kritikpunkte zu verbuchen. Sie alle haben eine rote Bewertung von FLIMMO bekommen:
- Trymacs (Bewertung auf FLIMMO): Trymacs stellt laut FLIMMO zwar auch verschiedene Hobbys in seinen Inhalten vor, aber es werden auch Videospiele gespielt, die erst ab 16 oder Jahren freigegeben sind. Außerdem sollen einige Inhalte ängstigend sein.
- Papaplatte (Bewertung auf FLIMMO): Über Papaplatte verliert FLIMMO kein einziges gutes Wort in der Kategorie grün. Stattdessen gibt es nur gelbe und rote Punkte. Dass sich Papaplatte manchmal über andere lustig macht und eine „unangemessene Sprache“ an den Tag legt, bewertet FLIMMO gelb, während die „nicht altersgemäßen“ und „sexualisierten Inhalte“, sowie der „grenzüberschreitende Humor“ schon schärfer zu bewerten sind.
- Gronkh (Bewertung auf FLIMMO): Obwohl Gronkh als der „Papa von Twitch“ gilt, scheint FLIMMO seine Inhalte nicht für Kinder geeignet zu sehen. Es werden Produktempfehlungen in den Streams (durch Sponsoren) gegeben, es seien „nicht altersgemäße“ und „ängstigende“ Inhalte.
- Gnu (Bewertung auf FLIMMO): Gnus einziger positiver Punkt: Sie hält eine große Auswahl an Themen bereit. Allerdings gibt auch sie von FLIMMO gelb bewertete Produktempfehlungen und rot bewertete „nicht altersgemäße“, „sexualisierte“ und „ängstigende“ Inhalte bereit. Außerdem soll Gewalt gezeigt werden.
Wie kann es zu solchen Bewertungen kommen? Eine genaue Beschreibung, warum FLIMMO die einzelnen Twitch-Streamer so bewertet, gibt der Eltern-Ratgeber nicht an. Es lassen sich die Bewertungen allerdings aus einigen Beispielen ableiten:
- Trymacs spielt in seinen Streams auch ab und zu Horrorspiele, die nicht für alle Altersgruppen von Kindern geeignet ist. Vielleicht ist Trymacs aber auch ein schlechter Einfluss auf Kinder, weil er kein Gemüse essen möchte.
- Gnu und Gronkh spielen ebenfalls regelmäßig Horrorspiele, die vor allem für kleine Kinder ungeeignet sind.
- Bei Papaplatte können neben Horrorspielen auch andere Faktoren zu einem Abraten geführt haben. Beispielsweise der Fakt, dass er betrunken in einem Twitch-Stream GeoGuessr spielte.
Um Produktempfehlungen kommt man bei Twitch-Streamern wohl nicht drumherum, da das bei vielen zu einer festen Einnahmequelle gehört. Zudem haben viele Streamer ihre eigenen Produkte herausgebracht. Für das Jahr 2024 haben wir uns bei MeinMMO die wichtigsten Produkte von Twitch-Streamern angeschaut und sie nach Kontroversen unterteilt: Die 5 wichtigsten Produkte von Twitch-Streamern 2024 im Ranking
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Ich möchte hier auf ein oft übersehenes Problem hinweisen: Auch wenn viele Streamer “kinderfreundlich” erscheinen, bergen die Mechaniken hinter Streams und Social-Media-Präsenzen erhebliche Risiken für Kinder.
Kinder bauen durch parasoziale Bindungen zu Streamern eine enge emotionale Beziehung auf, die sie leicht beeinflussbar macht. Kombinationen aus Monetarisierung, Spendenaufforderungen, Abos, Mikrotransaktionen und der Praxis, Namen von Spendern laut vorzulesen, erzeugen gezielt psychologische Anreize, die Kinder zum Ausgeben von Geld oder zur Teilnahme an Aktionen motivieren.
Diese Mechaniken funktionieren unabhängig davon, ob der Content harmlos wirkt oder nicht. Das Ergebnis: Kinder werden strukturell ausgebeutet, auch wenn es auf den ersten Blick wie harmlose Unterhaltung aussieht.
Daher ist es meines Erachtens dringend nötig, über ein generelles Verbot von Social-Media- und Streamer-Konsum für Kinder unter 16 Jahren nachzudenken. Erst dadurch würde man verhindern, dass die wirtschaftlichen und psychologischen Mechanismen von Plattformen und Streamern systematisch auf eine besonders verletzliche Gruppe einwirken.
Solange Kinder diese Inhalte ungehindert konsumieren können, besteht ein strukturelles Risiko der Ausbeutung, das durch freiwillige Schutzmaßnahmen oder Elternaufsicht allein kaum beherrschbar ist.
Ich hab selbst Kinder und ich persönlich entscheide was sie gucken dürfen oder nicht. Und zocke selbst Shooter und Horror spiele und es kommt immer drauf an wie man es den Kindern erklärt, ich hab es ordentlich mein Kind erklärt
Was viele der Kommentierenden hier übersehen, vermutlich, weil sie selbst keine Eltern sind, ist folgendes:
Zahlreiche Kinder werden von ihren Eltern einfach vor Fernseher, Tablets oder Smartphones gesetzt, ohne dass diese Mediennutzung begleitet oder kontrolliert wird. Leider ist das Alltag.
Man kann aber niemandem vorschreiben, wie er sein Kind zu Hause erziehen soll. Deshalb ist es umso wichtiger, bereits im Vorfeld Aufklärungsarbeit zu leisten.
Gleichzeitig müssen auch die Plattformbetreiber in die Pflicht genommen werden. Es reicht nicht, bei der Registrierung schlicht eine Altersangabe abzufragen. Diese Angabe muss durch ein geeignetes Verfahren überprüft werden. Falls das nicht möglich ist, darf halt kein Zugang gewährt werden. Inhalte mit Altersfreigabe sollten grundsätzlich nur hinter einer verifizierten Anmeldung abrufbar sein.
Man kann zwar von Eltern alles Mögliche erwarten, doch realistisch betrachtet ist eine staatliche Kontrolle notwendig, und zwar darüber, auf welche Inhalte Kinder und Jugendliche überhaupt Zugriff haben.
Es braucht also eine wirksame Inhaltskontrolle und eine klare, einheitliche Klassifizierung von Online-Inhalten.
Besonders auf Plattformen wie Tiktok, Twitch oder ähnlichen haben Minderjährige aktuell weitgehend unreguliertn Zugang, nicht nur zu Gewaltinhalten, sondern auch zu Verschwörungstheorien, politischer Hetze und “Fake-News”.
Selbst die fürsorglichsten Eltern können nicht rund um die Uhr jede Plattform vollständig überwachen. Deshalb ist eine verbindliche Regulierung durch den Gesetzgeber zwingend erforderlich.
Ich stimme dir insgesamt zu.
Und möchte noch ein Warum hinzufügen. Warum werden Kinder oft vor Multimedia geparkt?
Zum einem, mangelnde Alternativen. Als Beispiel: Spielplätze. Für Kinder bis zu einem bestimmten Alter interessant. Ab ca. 10/11 Jahren wird aber für Kinder dort nichts mehr oder zu wenig geboten. Alternativen gibts kaum oder meistens gar keine. Ok, belassen wir es bei: fehlenden Alternativen.
(Jetzt wird es etwas holpriger)
Dann wird gefordert, Eltern sollen beide unbedingt Vollzeit arbeiten gehen. Aha. Somit spielen Eltern nur eine geringe Rolle bei der Erziehung. Kinderbetreuung, Ganztagsschule, Internat, auch Großeltern… Da ist nicht viel mit Erziehung. Den Eltern dann noch Vorwürfe machen, nur weil sie der Gesellschaft entsprechen und sich, wie von Politik und Wirtschaft verlangt, nicht um ihre Kinder kümmern, ist grotesk. Wird aber immer wieder, auch hier, getan. Wenn Eltern erschöpft Abends nach Hause kommen und ihre vom Tag erschöpften Kinder enbenfalls, ja dann wollen natürlich alle noch geistreiche und vor Lebensweisheiten strotzende Reden schwingen und hören, da sie ja noch immer total Aufnahme fähig sind…. oder doch lieber nur etwas vom anstrengenden Tag abschalten, im Idealfall zusammen, gemeinsam als Familie.
Dumm nur mit dem Idealfall- den haben nicht alle. Und so ohne Erziehung und Zeit für einander, schon blöd. Tja was bleibt denn dann… jeder für sich, vorm TV, vorm PC, am Smartphone… alle ruhig und entspannt. Bereit für den nächsten glorreichen produktiven Tag!
Dieses Familien Modell ist nicht die Norm, wenn auch gefordert, aber auch nicht mehr die Ausnahme.
Twitch Streamer und Kinder die diese Konsumieren… Dann, wenn dies ein Problem ist, ist es ein Symptom.
Einfach auf die Gesellschaft und den Vorstellungen abwälzen, das ist aber auch zu leicht gemacht.
Ich hab 3 Jungs und ich wusste als sie klein waren, immer was sie online treiben oder angucken, obwohl mein Mann und ich voll berufstätig sind. Wir haben gemeinsam nach der Arbeit/Kinderhort zusammen Filme, Streamer und Serien ausgetestet und was als gut befunden wurde, wurde gemeinsam geguckt. Und da ich auf jedem Gerät nachkontrollieren kann, was konsumiert wurde…, tjo, einmal geschimpft und die haben es nicht mehr gemacht.
Wobei meine Kinder auch erst ab der 6.ten Klasse ihr eigenes Handy bekommen haben, dass sie aber eh nicht in die Schule mitnehmen durften. Die haben da zum Glück ein extrem strenges Regular, weil private Handys dort unnötig sind.
Und wenn sie draußen gespielt haben, haben sie mit ihren Kumpels gespielt, nicht auf einen Bildschirm geglotzt. Wobei ab da hatten sie auch mehr Freiheit, dennoch sind sie abends zu mir gekommen, wenn von ihnen etwas neues getestet wurde, egal ob selbst gefunden oder empfohlen mit der Frage, Mom, was hältst du davon? Einfach weil sie es von kleinauf so gewöhnt sind.
Und wer alt genug für die Berufsausbildung ist, hat das Recht, seinen Contend selbst aus zu wählen. Dennoch wird darüber am Wochenende diskutiert.
Man muss sich als Eltern einfach die Zeit für die eigenen Kinder nehmen. Auch nach 10 Stunden außer Haus. Da kann man die Füße halt erst nach 22 Uhr hochlegen, bevor es um 3 los zum Nebenjob geht.
Mein Text war schon lang, dennoch ist da nicht alles drinnen
Leicht habe ich mir sicherlich nichts gemacht. Etwas abwälzen… schwierig. Oftmals als Totschlag Argument benutzt. Naja.
Danke für den Einblick in dein Familien Leben. Wirkt nett. Viele Idealfälle. Diese haben aber eben nicht alle.
Fünf Stunden schlaf reichen dir? Und dies können alle so machen?
Du entsprichst den Ansprüchen und kommst damit scheinbar gut zurecht. Gut für dich. Bringt anderen Nichts, ausser noch mehr Druck. Schwierig etwas zu kritisieren was für einen selbst passt… oder überhaupt Probleme darin zu erkennen.
Aber ich freue mich für dich und deine Familie, wenn ihr lieb miteinander umgeht und gut zurecht kommt. 🍀
Diesen Beitrag muss gronkh gucken….ich schmeiß mich weg 🤣😂
Spongebob, grün? Ja klar.
Flimmo gibt sogar eine grüne Ampel für Paw Patrol obwohl so so viele davor warnen.
Kann ich dann leider auch nicht ernst nehmen.
Ansonsten hat Caliino schon recht, Eltern sollten immer ein Auge darauf haben was Kindern im Internet konsumieren und Twitch hat sich mit dem 18+ erstmal abgesichert.
Meine Meinung:
Die Bewertung ist absolut überflüssig.
Warum?
Weil Twitch laut deren AGBs erst ab 13/14 Jahren ist und dennoch die Eltern dabei sein müssen.
Zumal es bei Twitch auch die “ab 18” Einstellungen gibt die gezielt akzeptiert werden muss um den Stream zu sehen.
Und eigentlich brauchst du auch nur irgendeinen “ab 18” Begriff googlen und wirst mir Ergebnisse zugeschüttet.
Ergo:
Es braucht keinen extra Ratgeber, die Fürsorgepflicht ist und bleibt bei den Eltern selbst die dafür verantwortlich sind was ihre Kids konsumieren.
Wie, content Creatoren haben Placements? Die wollen Geld verdienen? Warum können die nicht von Luft und liebe leben? 🤦♂️
Also mal ehrlich, welche Oma Erna hat denn diesen Artikel verfasst. Vor allem bei Gronkh und Gnu. Zu bemängeln, dass Horrorspiele gespielt werden, aber die eigentlichen Bewertungskriterien nicht transparent veröffentlichen, gibt einen sehr üblen Beigeschmack. Außerdem sollten Eltern vor allem bei Kindern immer ein Auge mit drauf haben, was der Nachwuchs konsumiert. Heißt sich dazu setzen und mit den Kiddies drüber sprechen. Aber einfach vor die Glotze oder das Tablet setzen und seinen eigenen scheiß machen ist ja bequemer.
Zumal ich hier den Eindruck bekomme, dass man sich nur die Gaming Kanäle angeschaut hat. Vor allem macht Gnu auf ihrem Drittkanal Jasmin Gnu unglaublich wichtige Aufklärungsarbeit. U.a. zu toxischen Beziehungen, ihre eigene Erfahrungen mit Schönheitsoperationen und deren Gefahren. Und vor allem dieser Schönheits-OP-Wahn hält immer mehr Einzug in die jugendliche Köpfe. Da ist es doch wichtig, dass über die gefahren und Nebenwirkungen gesprochen wird.
Nachtrag: mit Oma Erna meinte ich nicht die Redakteure von mein mmo, sondern von Flimmo