Ein blöder Bug zeigt das größte Problem von Destiny 2: Bungie

Bei Destiny 2 hat ein seltsamer Bug zu Frustration geführt. Er zeigt wie sehr sich Spieler nach einem bestimmten Destiny sehnen – aber das will ihnen Bungie wohl einfach nicht geben. Jedenfalls bislang nicht. Aber das könnte sich ändern.

Destiny-Spieler und Bungie – ein Missverständnis: Die Entwickler von Destiny hatten sich  2014 so eine schöne Welt ausgedacht, mit Abenteuern, Planeten, Strikes und Raids. Doch die Spieler standen in Reih und Glied vor einer Höhle und knallten dort die einfachsten Gegnern ab. Freuten sich daran und sammelten ab und an den Loot auf. Das war die Loot-Cave von Destiny 1. Hüter nutzten die gerne. Doch Bungie sollte Monate darauf verwenden, um sie endlich zu schließen. Die Spieler sollten Destiny so spielen, wie es vorgesehen war.

Destiny-Lootcave

Die Spieler spielen einfach nicht so, wie sie sollen

Grinding war eine Säule von Destiny 1: Diese Lust der Spieler an seltsamen Beschäftigungen und der Versuch von Bungie, ihnen diese wegzunehmen, ziehen sich durch die Geschichte von Destiny. Eine Weile war es möglich, legendäre Waffe mit bestimmten Perk-Kombinationen zu finden. Vor allem Waffen, die nur von einem bestimmten Strike-Boss und dann auch nur zu einer bestimmten Zeit fallen konnten, erfreuten sich besonderer Beliebtheit.

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Der Objekt der Begierde in Destiny 1: Die Imago-Schleife

Fakebringer – verzweifelt gesucht: So jagten Spieler in Destiny 1 Waffen wie die „Fakebringer“, eine Imago-Loop mit derselben Perk-Kombination wie die Schicksalsbringer, oder bestimmte Impulsgewehre. Was tat Bungie? Sie eliminierten übermächtige Perk-Kombinationen. Für Destiny 2 wurden Random-Rolls gar ganz gestrichen.

Jagd nach Waffen langweilig, aber so erfüllend: Diese Jagd nach den besonders Waffen in Destiny war nie besonders aufregend. Sie besteht darin, immer denselben Strike zu rennen, nach dem immer selben Muster, um die perfekt konfigurierte Waffe zu bekommen, die man sucht. „Grinding“ nennt man das.

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Destiny – ein ideales Grinding-Spiel?

Destiny eignet sich besonders gut fürs Grinding:´

  • Denn es hat ein tolles Gunplay, das simple Spielen von Destiny macht einfach Spaß – es fühlt sich toll an, auf Gegner zu ballern, eine Granate zu werfen, in Deckung zu gehen, um nachzuladen, und dann wieder von vorne. 2015 erklärt erklärte Bungie, wie stolz die Mitarbeiter auf das Kern-Gameplay sind – und das könnten sie auch 2018 noch sein.
  • Es ist zudem sozial, man unterhält sich mit Freunden – Luke Smith nannte Destiny einst ein Spiel, „bei dem man Aliens ins Gesicht schießt, während man mit Freunden über die Oscars redet“
  • Und es fühlt sich so wahnsinnig befriedigend an, nach langer Zeit das zu bekommen, was man will

destiny 2 Titan Borealis

Destiny 2 sollte anders sein: Doch Bungie war schon immer gegen diese Art der Beschäftigung. Man wollte lieber, dass sich Spieler vielfältig beschäftigen, nicht eine einzelne Waffe jagen, sondern sich einen Sammelkasten von Wummen zurechtlegen. Im Arsenal des Hüters sollte für jede Gelegenheit die richtige Waffe stecken. Spieler sollten sich dann möglichst vielfältig beschäftigen und viele verschiedene Waffen nutzen.Destiny 2 Escalation protocol x3

Bungie will den Trieb unterdrücken: Deshalb hat Bungie schon in Destiny 1 ständig versucht, diesen speziellen Trieb der Hüter zu unterdrücken, der sie dazu führt, immer begeistert dasselbe zu machen. Bei Destiny 2 ist ihnen das sogar gelungen. Beim Versuch das Spiel möglichst zugänglich zu gestalten, hat man praktisch alle Grinding-Elemente gestrichen.

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T.V.O. bringt das alte Gefühl zurück – 9 Stunden für eine Waffe

Destiny 2 war das Gefühl wieder da: Doch in der letzten Woche war diese Lust auf die Jagd nach der „einen“ Waffe plötzlich präsent. Denn im Nightfall-Strike sollte eine neue Wumme zu erhaschen sein: die Handfeuerwaffe „T.V.O.“ Nur in diesem Strike sollte die zu ergattern sein, nur in dieser Woche – doch Spieler fanden sie einfach nicht.

Destiny 2 TVO main

Umso seltener umso begehrter: In Foren schilderten Spieler ihre Geschichten, über die zig Versuche, die sie unternommen hatten, um unbedingt diese Waffe zu bekommen. 9 Stunden und mehr hingen sie im Strike und jagten die T.V.O. Das Gefühl von einst war wieder da: Wenn die Waffe so unfassbar selten war, musste sie  besonders wertvoll sein.

HAS ANYONE GOTTEN THE DFA THIS WEEK from r/DestinyTheGame

Banale Lösung: Doch es war gar nicht geplant, dass die Waffe so selten sein sollte. Ein Bug verhinderte einfach, dass die Prämien im Nightfallstriker mit der vorgesehenen Wahrscheinlichkeit droppen.

destiny 2 kriegsgeist ikelos hunter titan

 

Bungie grade das größte Problem von Destiny 2: Letztlich zeigt der Bug um die neue Waffe dasselbe, was die Loot-Cave vor 4 Jahren gezeigt hat: Das größte Problem von Destiny scheint Entwickler Bungie selbst zu sein. Das Studio möchte unbedingt, dass die Spieler Destiny so spielen, wie sie es vorgesehen haben. Aber viele Spieler wollen wohl etwas anderes: Auch wenn Bungie den Trieb bekämpfen möchte. Er ist immer noch da.

Bungie weiß es besser: Bungie hat einen Hang, den Spielern vorzuschreiben, wie sie Destiny spielen sollten. So ändert Bungie bevorzugt Dinge, über die sich nie ein Core-Spieler beschwert hat:

  • Random-Rolls auf Waffen
  • besonders starke exotische Items
  • Die Gegenstands-Sammlungen

Alles Dinge, die Destiny 1 hatte, die Bungie strich und die Destiny 2 mittlerweile zurückgebracht hat oder im September zurückbringen will.

Destiny 2 Sleeper Simulant Return

Was ist dieses „Hobby“ zu dem Destiny 2 werden soll?

Bungie will genau daran arbeiten: All diese Probleme hat Bungie erkannt, die Fehler mittlerweile eingeräumt und will spätestens in der Erweiterung „Destiny Comet“ an den Problemen arbeiten. Allerdings nennt man die Sachen nie beim Namen, sondern spricht in Codes.

  • Das Codewort für „Grinding“ und „MMO“-Elemente bei Bungie ist „Hobby.“
  • Und Leute, die auf „Grinding“ stehen, heißen bei Bungie: „Unsere treuesten und engagiertesten Spieler.“

Schon mit der Erweiterung „Warmind“ und einem härteren Grind aufs Max-Level kam man denen entgegen.

Destiny 2 Hologramm

Core-Spieler wollen ein anderes Destiny 2 als Bungie: Der Vorfall von letzter Woche zeigt, wie sehr eine bestimmte Spielerschaft sich nach diesem „Destiny als Hobby“ sehnt, und wie weit Destiny 2 von dieser Idee weg ist – der Vorfall zeigt aber auch, wie leicht diese Idee umzusetzen wäre: Man muss die Belohnung nur schön selten machen.

Bekommen wir Destiny als Hobby? In wenigen Tagen will Bungie das neues Konzept für Destiny 2 vorstellen. Vielleicht ist das dann wieder ein Destiny 2, in dem Leute 9 Stunden in einen Strike rennen, um dort eine bestimmte Waffe zu kriegen. Und wenn sie die nach 9 Stunden wirklich finden, werden sie wohl glücklich sein. Bleibt die Frage, warum man 4 Jahre braucht, um wieder zu dem Punkt zu gelangen, an dem man einst angefangen hat.

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