Ein Vater freute sich eigentlich ungemein, dass er mit seinen Kindern Dungeons & Dragons spielen konnte, doch mittlerweile beginnt die Begeisterung auf der anderen Seite des DM-Schirms zu schwinden. Die Community weiß, was der Familie helfen kann.
Was belastet den Vater? Der Redditnutzer und D&D-Fan Desperate_Payment892 berichtet der Community, dass er 40 Jahre nach seinen letzten Kindheitssessions in den 80ern nun endlich mit seiner Familie spielen dürfe, darunter 3 von seinen 5 Kindern und seine Frau. Er habe sich das Starterset „Die verlorene Miene von Phandelver“ organisiert, das Regelwerk sowie den DM-Guide zu 5.5 studiert und sich gefreut, das erste Mal ein Dungeon Master für seine Kinder sein zu können.
Allerdings habe er mittlerweile anerkennen müssen, dass einiges anders sei als damals in seiner Schulzeit, wo sie in den 30 Minuten einer Schulpause ein kurzes Abenteuer abschließen konnten. Die Charaktererstellung habe anstelle von Minuten mehrere Stunden gedauert, die Entscheidungen der Spieler seien von seiner geplanten Hauptstory abgewichen, worauf er nicht vorbereitet gewesen sei, und weil seine Familie komplett aus Tabletop-Neulingen bestünde, hätten sie viel Zeit mit Regeln lesen verbracht.
Am Ende wären sie kaum vorwärtsgekommen, was nicht nur den Vater, sondern anscheinend auch seine Kinder frustriert habe. Denn mittlerweile habe sich die Begeisterung auf eine weitere Session laut des Redditnutzers deutlich gezügelt.
Trotzdem wolle der Vater nicht aufgeben und bittet nun aktiv in der Community um Hilfe – und die soll er bekommen!
Gute Vorbereitung ist nur die halbe Miete
Woran könnte die schwindende Begeisterung liegen? Der Vater erklärt, dass nicht nur ihm die kaum voranschreitenden Sessions zu schaffen machen würden. Genau das könnte wohl auch der Grund sein, wieso seine Kinder weniger Spaß hätten als noch zu Beginn.
„Ich glaube, die Kinder sind an ständige Action wie bei ‚Fortnite‘ oder an ein immersives Spielerlebnis wie in ‚Minecraft‘ gewöhnt“, schreibt er in seinem Redditpost, „Das ganze Rollenspiel-Ding ist zu langsam und abstrakt. Ich möchte trotzdem weiter spielen und suche nach Ratschlägen oder Unterstützung. Gibt es eine Möglichkeit, das Spiel zu beschleunigen, um ihre Aufmerksamkeit besser zu fesseln?“
Genau das Problem erkennen auch Veteranen aus der D&D-Community und haben anhand der Beschreibung des Vaters auch eine Idee, was dafür geändert werden muss. Und nein, es handle sich nicht um NOCH mehr Vorbereitung und NOCH mehr Regeln nachlesen, ganz im Gegenteil: „Lass einfach mehr durchgehen, anstatt anzuhalten, um nachzuschlagen.“
Wozu rät die Community? Die D&D-Community rät dem bemühten Familienvater, dass die ständigen Stops zum Nachlesen von Regeln eingeschränkt werden müssten, wenn das so oft dafür sorge, dass der Spielfluss angehalten wird. Stattdessen könne er zwischen den Sessions oder in Pausen nach Feedback fragen und herausfinden, was seiner Familie wirklich Spaß an D&D macht: Sind sie eher Planer? Taktiker? Trickser? Oder wollen sie einfach in die Geschichte eintauchen?
Der D&D-Spieler Turbulent_Ad1921 betont, dass die eigene Wahrnehmung und die tatsächliche Realität der Mitspieler nur in Einklang gebracht werden würden, wenn man darüber spreche. Und das scheint nun auch der Vater zu erkennen:
Ich bin Ingenieur, daher fällt es mir schwer, so locker mit den Regeln umzugehen, aber mir wird langsam klar, dass es wichtiger ist, den Spielfluss aufrechtzuerhalten, als sich strikt an die Regeln zu halten. Der Vorschlag, alle um Feedback zu bitten, gefällt mir ebenfalls. Danke!
Was haltet ihr von diesem Tipp an den Vater? Könnte der entspanntere Umgang mit den Regeln ihm und seiner Familie helfen? Oder ist das eurer Meinung nach eine völlig falsche Richtung? Schreibt eure eigenen Tipps und Gedanken doch gern in die Kommentare!
Ein weiterer Vater wollte dafür sorgen, dass seine Vorliebe für ein Tabletop-Spiel an seinen Sohn weitergegeben wird, mitsamt all seinen gesammelten Schätzen. Leider hat das bisher noch gar nicht funktioniert, weshalb dieser sich nun denkt – was mache ich mit dem Kram? Enttäuschter Papa will haufenweise Warhammer-Minis verschenken, weil sein Sohn kein Interesse hat – Die Community macht ihm Hoffnung
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Kommentare
Ja, ja, das gute alte Handwedeln. Man sollte am Anfang vielleicht noch nicht sofort mit allen Regeln spielen, die im Regelwerk stehen. Vor allem nicht, wenn Anfänger oder Kinder mitspielen.
Und die Handlung immer in Gang halten, notfalls eine Zufallsbegegnung reinknallen, damit was passiert.
Und falls die Spieler einen überrumpeln, und unverschämterweise einen anderen Weg als die zwei vorgesehenen einschlagen, dann entweder improvisieren oder sich eine kurze Auszeit nehmen, um sich darauf einstellen zu können.
Außerdem muss im Prinzip nur der oder die GM die Regeln kennen, auch wenn es hilft, wenn auch die Spielerinnen und Spieler wissen was Sache ist.
Das ist auch ein guter Ansatz, stimmt. Vielleicht einfach fragen, was genau einer der Neulinge machen will, und ihnen dann als DM sagen: „Dann würfel mal dies und rechne das plus jenes.“
Ich glaube dann realisiert man auch, wie VIEL man in D&D tatsächlich machen kann!
Irgendwie erinnert mich das Ganze an eine Anekdote von einem Freund.
Sein Vater – ebenfalls eine Art Ingenieur – hat viel mit den Kindern gespielt und sie auch mal gewinnen lassen, wie man das halt so macht. Außer bei Schach, da kannte er absolut kein Erbarmen und hat sie komplett auseinander genommen 😀
Am Ende ist halt die Frage, was ihm wichtiger ist – will er mit seinen Kindern spielen oder will er DnD spielen ^^
Ich finde das schöne an D&D – vor allem jetzt im Vergleich zu Schach lol – ist eins der Spiele, was mit strengen, aber auch lockeren Regeln klappt. Das Regelwerk bietet die Basis, was man daraus macht, steht jeder Gruppe frei (solang es natürlich abgesprochen ist.)
Als DM sind die Regeln nur Vorgaben, keine in Stein gemeisselte Regeln
Man muss “Improversieren” können. Aber Vorsicht! Nur innerhalb der Regeln, sonst kann es einen Eigenleben entwickeln
Mir ist mal früher als DM so eine Session total entglitten. Am ende wurde es fast zu einem “SchiffsHandel” Simulation..
Ich bin auch der Meinung, dass die Regeln richtig und wichtig sind – sonst hat man kein Spiel. Je nach Situation zählt aber dann – zumindest für ich – das letzte Wort unserer DM. Vor allem, wenn sich manche Situationen durch endlose Diskussionen in wirklich unangenehme Längen ziehen. Passiert halt, aber finds gut, wenn der Spielleiter dann sagt, wie es weitergeht.