Meine liebsten Bücher werden zur Serie und ich habe noch nie so viel Hype und Entsetzen gleichzeitig empfunden

Dungeon Crawler Carl Serie

Dungeon Crawler Carl löste erst einen Hype in Buchform aus, nun soll die TV-Serie folgen. Aber geht das überhaupt? MeinMMO-Autor und Fan Max ist unsicher.

Erst vor Kurzem habe ich hier darüber geschrieben, wie sehr mich die Dungeon Crawler Carl-Reihe gerade mitreißt. Autor Matt Dinniman hat mit seinem Werk etwas Besonderes geschaffen und reißt einen Seite für Seite einfach mit. Die Hörbücher zu DCC habe ich mittlerweile mitbekommen. Sie haben ebenfalls eine sehr leidenschaftliche Fanbase aufgebaut – eben weil sie so verdammt gut sein sollen.

Nun wird das Ganze als Serie umgesetzt. Matt Dinniman selbst ist als Co-Executive Producer mit an Bord, ansonsten übernimmt Chris Yoast als Writer und Executive Producer (arbeitete u. a. an Thor Ragnarök und The Mandalorian mit) gemeinsam mit Seth MacFarlane (Family Guy, Ted, The Orville).

Es ist ein Moment, der bei mir gleich zwei Gefühle auslöst: absoluten Hype, aber auch Entsetzen darüber, was man sich da eigentlich vorgenommen hat. Denn: Dungeon Crawler Carl ist ein Buch, das nur schwer originalgetreu zu verfilmen sein dürfte. Um die leidenschaftliche Fanbase abzuholen, ist aber genau das eigentlich Pflicht.

Geht das überhaupt?

Warum ist Dungeon Crawler Carl so schwierig?

Das Buch beginnt mit der Apokalypse: Außerirdische haben die Erde übernommen, eingestampft und in einen riesigen Dungeon verwandelt, der aus zahlreichen Leveln und noch mehr tödlichen Bedrohungen besteht.

Einer der wenigen Überlebenden ist Carl, ein ehemaliger Küstenwachen-Offizier, der mit der Katze seiner Ex-Freundin namens Princess Donut the Queen Anne Chonk (die Katze, nicht die Ex) in den Dungeon stolpert und dort ums Überleben kämpft. Die Katze kriegt früh einen ordentlichen Intelligenz- und Charismaboost, fängt an zu sprechen und, einer Katzen-Prinzessin würdig, zu herrschen. In erster Linie über Carl.

Das Buch und auch der namensgebende Dungeon sind aufgebaut wie ein RPG. Carl und Donut leveln, verbessern Werte, sammeln Loot und Achievements. Ihre Feinde: Goblins, Gnolle, Alien-Kreaturen und … eigentlich alles, was man sich so vorstellen kann. Und Matt Dinniman kann sich offenbar eine ganze Menge vorstellen.

Genau das ist aber irgendwie auch das Problem, das eine Serienumsetzung bekommen könnte.

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Wer Baldur's Gate 3 oder DnD spielt, wird sich auch bei Cungeon Crawler Carl zurechtfinden

Die Schwierigkeiten: Ohne zu viel zu spoilern, kann man eigentlich nur sagen: Die Ideen im Buch sind absolut abgedreht. Die sprechende, laser-schießende Katze ist da nur der Anfang. Die Level könnten unterschiedlicher nicht sein, die Figuren werden von Kapitel zu Kapitel verrückter, größer, fantastischer. Alle möglichen Charaktere werden schleichend zu unterschiedlichsten Fantasie-Wesen, tatsächliche Menschen laufen irgendwann kaum noch rum, jeder ist irgendwann irgendwas Neues . Es kommen neue Fähigkeiten dazu, es gibt Explosionen, es wird absolut wild.

Ein Beispiel: Das Level, um das sich das dritte Buch dreht, führte Autor Dinniman sogar mit einem Hinweis ein, dass man sich nicht allzu sehr einen Kopf um das Rätsel des Aufbaus machen, sondern es einfach hinnehmen sollte. Das Rätsel wäre für die Charaktere, nicht für die Leser.

Und das soll alles in eine Serie? Das ist eine Frage, die ich mir stelle und die auch gerade in diversen Subreddits von Fans diskutiert wird. Mal abgesehen davon, wie das alles visualisiert werden soll, mit Live-Action noch dazu, nicht mal als Animation: Wie brutal teuer wird diese Serie denn, wenn das alles so klappen soll, wie angedacht? Und wie lang soll das dauern? Die Buchreihe soll schließlich am Ende mal 10 Bücher zählen.

Es wirkt fast unmöglich. Hoffnung machen allerdings die Namen, die da am Werke sind. Zum einen ist der Autor dabei, zum anderen hat Seth MacFarlane mit seinen bisherigen Projekten durchaus bewiesen, eine ordentliche Prise Wahnsinn und Kreativität mit emotionaleren Momenten zu verbinden. Das könnte tatsächlich gut passen.

Am Ende bleibt abzuwarten, was letztlich daraus wird. Gerade erst hat Autor Dinniman bekanntgegeben, dass die Serie nun tatsächlich von Peacock bestellt wurde. Das ist ja nur einer der ersten Schritte. Wenn die ersten Castings, Trailer und mehr rauskommen, wird sich wahrscheinlich ein genaueres Bild ergeben. Ich bin auf jeden Fall gespannt und kann nur sagen: Bitte, bitte macht das gut!

Ein letzter Gedanke: Es ist noch gar nicht so lang her, da dachte ich schon mal, dass eine Vorlage kaum als Live-Action-Umsetzung funktionieren könnte. Und doch haben die Macher es irgendwie hingekriegt, die Anime-Piratenaction von One Piece in eine starke Variante mit echten Menschen umzusetzen. Das macht Hoffnung. Wenn ihr wissen wollt, wie es in Sachen One Piece auf Netflix weitergeht, schaut hier vorbei.

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