Destiny: „Es ist kompliziert“ – Entwickler im Gespräch zu Community-Wünschen

Bei Destiny spricht der Senior-Multiplayer-Designer Leif Johansen in einem Podcast über zahlreiche Themen, darunter die Scharlach-Doppel, Private Matches und wie die Community neue Inhalte beeinflusst.

PlanetDestiny hatte vor wenigen Tagen die Chance, Leif Johansen im Rahmen eines Podcasts einige Fragen zu stellen. Wir fassen interessante Infos aus dem über 2,5 stündigen Interview zusammen.

Das war die Idee hinter dem Scharlach-Doppel

Während der Scharlach-Wochen war ein neuer PvP-Modus aktiv, das Scharlach-Doppel. Hierbei treten zwei Spieler gegen zwei andere im Modus „Eliminierung“ an.

Anlässlich des Valentinstags wurde ein 2vs2-Event gewählt. Die Hüter müssen sich zunächst in einem Zweierteam mit ihrem „Partner“ zusammenschließen, ehe der Modus gestartet werden konnte. Johansen gesteht, dass er Doubles liebt, 2vs2-Modi sollten mehr ins Spotlight gerüclkt werden. Auch die Idee des Buffs „Gebrochenes Herz“, welcher dem noch lebenden Partner Superhelden-ähnliche Fähigkeiten verleiht, während der andere down ist, würde zu dem Thema passen. Schließlich verleiht die Liebe ja übermenschliche Kräfte.

Destiny-Scharlach-RotLaut Johansen wurde überlegt, ob Eliminierung, Gefecht oder etwas ganz Neues der Modus für die Pärchen sein sollte. Letztendlich wurde sich für Eliminierung entschieden: nach jeder Runde werden wieder die Ausgangspositionen eingenommen. Dies sei auch bezüglich Spezialmunition fairer. Im Gefecht sei das Team, das neu spawnt, in einer deutlich schlechteren Position. Eliminierung hätte einfach besser zu diesem Event gepasst.

Zu der geringen Chance, Geisthüllen zu bekommen, meinte er, dass bei ihm am Tag zuvor sieben Hüllen gedroppt seien. Diese Aussage ließ die Interviewer doch schmunzeln. Aber Bungie hat ja auf die Community gehört und reagiert.

Wie nimmt Bungie die Wünsche der Community wahr?

In dem Video erzählte Leif Johansen auch einiges über die Wünsche der Community und wie Bungie diese wahrnimmt. Vor allem zu den Private Matches ließen die Interviewer mit ihren Fragen nicht locker.

Wie sieht es mit Private Matches aus?

Ein Interviewer weist darauf hin, dass in der Community der Wunsch nach Private Matches und Custom Matches immer lauter werde. Zurzeit werde ja beim Matchmaking mehr auf Verbindungsqualität und weniger auf den Skill geachtet. Mit Custom Matches könnten high-skilled Hüter gegen ihresgleichen antreten und Freunde einfach gegeneinander kämpfen und Spaß haben. Zudem würde dies spannende Turniere ermöglichen.

Johansen antwortete, auch er liebe die Idee von Custom und Private Matches und die Idee, dass sich Hüter dadurch eigene Herausforderungen stellen könnten. Jedoch sei dies recht schwer ins Spiel zu integrieren. Er weist darauf hin, dass man den Aspekt, dass sich die Hüter selbst untereinander organisieren müssen, als Hindernis sieht. Immerhin könne man keine PMs spielen, wenn man sich nicht vorher selbst um einen Einsatztrupp kümmert.

Destiny-Bloody

Der Senior-Multiplayer-Designer betont die Bequemlichkeit des bisherigen Matchmakings. Auch Hüter, die zurzeit am lautesten nach PMs schreien, seien vom Matchmaking verwöhnt. Er gesteht ein, dass Destiny eine einzigartige Community und Fan-Base habe. Und die Scharlach-Doppel seien der aktuellste Beweis, dass sich die Hüter auch im PvP untereinander organisieren können. Darauf, dass dies auch allwöchentlich Osiris bestätigt, geht er übrigens nicht ein. Dass Private Matches irgendwann kommen, schließt er aber nicht aus.

Doch die Interviewer bohren weiter nach und nageln Johansen darauf fest, dass die Hüter in den Foren aber nun mal gegen ihre Kumpel spielen wollen, nicht nur gegen zufällig zugeteilte Gegner.

Destiny-FeuerJohansen betont, als Designer sei es auch wichtig darauf zu achten, viele Unbequemlichkeiten auszumerzen. Er vergleicht diesen Umstand mit den Apps auf Smartphones: wenn man eine App öffnen möchte, solle das sehr zügig gehen. Das erwarte der User. Niemand will erst lästige Vorbereitungen treffen, bis es losgeht.

Die Hüter wollen von der Arbeit nach Hause kommen, sofort loslegen und einige Minuten „of awesome“ genießen. Mit minimalem Aufwand soll man sich direkt in den Schmelztiegel werfen können. Auch das sei die Aufgabe eines Designers. Und Private Matches seien das krasse Gegenteil von dieser Vorstellung.

Destiny-Freunde-2Die Interviewer lassen nicht locker. Einer meint, er verstehe das völlig, dass diese Aussage auf viele Hüter zutreffe. Aber dennoch sei die Forderung nach PMs nicht zu übersehen. Die Hüter seien sich ja dessen durchaus bewusst, dass sie selbst einen Trupp bilden müssen und somit der ganze Spaß mit mehr Aufwand verbunden sei. Der Interviewer betont, Custom Matches würden die gesamte Schmelztiegel-Erfahrung aufwerten, PvP würde noch mehr Spaß machen. Es könnten großartige Destiny-Turniere abgehalten werden.

Leif Johansen stimmt vollkommen zu, aber er verweist auch auf alle Anstrengungen, die damit verbunden seien. Es gebe eine lange Liste, was zurzeit ins Spiel eingebaut werden müsse. Es sei eben alles nicht so einfach.

Das klingt ganz so, als würde es noch dauern, bis Private Matches ihren Weg ins Destiny-Universum finden. Erst kürzlich haben wir uns in diesem Artikel mit den Private Matches beschäftigt.

Diesen Einfluss hat die Community auf zukünftigen Content

Auf die Frage, ob und wie man die Einflüsse der Community im Game wiedererkennen würde, äußerte Johansen, er sei circa zweimal am Tag im Destiny-Forum auf reddit unterwegs. Dort sehe er sich regelmäßig die Beiträge mit den besten Bewertungen an. Auch andere Designer würden so verfahren. Folglich nehme Bungie die Anregungen der Community sehr ernst.

Destiny-Trio

Er weist jedoch darauf hin, dass Bungie auch unerwarteten Content liefern möchte, Destiny solle den Hüter noch überraschen. Sie finden es großartig, wie sich die Community kümmert und Ideen kreiert. Die Umsetzung sei aber nicht immer so einfach oder von heute auf morgen zu erledigen. Die Hüter müssen auch den Umfang dieser Arbeit verstehen: selbst wenn das Designen recht zügig über die Bühne gehen würde, sei vor allem der Engineering-Aufwand enorm.

Neuer Content und ein ungefährer Fahrplan, wie die Zukunft von Destiny aussieht, wurde erst kürzlich angekündigt. Lassen wir uns überraschen, was da auf uns zukommt.

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