Warum ist Dead by Daylight trotz vieler Fehler so beliebt? Eine Analyse

Trotz Bugs, Fehler und viel Kritik bleibt Dead by Daylight ein Dauerbrenner. Woran liegt das eigentlich? Wir wagen eine Analyse.

Das Horror-Spiel Dead by Daylight ist in den letzten Jahren beständig gewachsen und das liegt nicht nur am Gameplay, sondern an einer ziemlich klugen Marketing- und Lizenzstrategie. Als nächstes nimmt Behaviour offenbar eine Zielgruppe ins Visier, die man bisher kaum erreichen konnte – Fans von Shootern.

Fehler plagen Dead by Daylight immer wieder: Dead by Daylight macht Spaß – keine Frage. Auf dem Papier ist das 4vs1-Horrorspiel eingängig und interessant. Doch alleine am Gameplay kann der Erfolg des Spiels kaum liegen. Denn in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wird das Spiel von großen Fehlern geplagt. Da verlieren Spieler spontan ihren über Jahre aufgebauten Spielstand, Killer spawnen mit der falschen Waffe in der Hand oder Überlebende können plötzlich über die Map fliegen.

Hinzu kommen die nahezu permanenten Fehler beim Matchmaking. Ich glaube, seitdem ich vor über 3 Jahren mit Dead by Daylight angefangen habe, gab es vielleicht 3 Monate, in denen das Matchmaking einwandfrei funktioniert hat.

Mächtige Lizenzen machen das Spiel nur noch stärker

Behaviour ist klug, wenn es um Lizenzen geht: Doch so oft man den Entwicklern im Subreddit auch vorwirft, dass sie „keine Ahnung haben und das Spiel ruinieren“, so klug ist das Unternehmen doch, wenn es um das Sichern von Lizenzen und Charakteren geht. Neben berühmten Killern wie Michael Myers, Freddy Krueger und Leatherface machen sich die eigens erstellen Killer wie die Huntress oder der Trapper ziemlich gut.

Und mit jeder großen Lizenz, die sich Behaviour sichert, wird die Macht gegenüber anderen Lizenzgebern nur noch größer. Ich kann mir zumindest gut vorstellen, dass es in Verhandlungen recht überzeugend kommt, wenn man sagen kann: „Wir haben schon das Halloween-Franchise, Nightmare on Elm Street, Ghostface, Leatherface und auch Stranger Things an Bord.“

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Der „Stranger Things“-DLC brachte viele neue Spieler.

Wenn die Entwickler weiter auf diesem Kurs bleiben, dann wird Dead by Daylight wohl auch in 2020 noch weiter wachsen und noch mehr große Lizenzen einsammeln können, die dann wiederum noch mehr Fans anlocken. Ein genialer Kreislauf, bei dem ich wirklich gespannt bin, wann das Ende erreicht ist.

Shooter-Spieler sind die nächste Zielgruppe

Shooter-Fans sind das nächste Ziel: Mit dem kommenden DLC „Chains of Hate“ visiert Behaviour eine neue Zielgruppe an – die Shooter-Spieler. Wer sonst nur in Call of Duty, Battlefield oder Destiny mit Wummen um sich ballert, der findet nicht direkt zu Dead by Daylight. Immerhin haben die meisten Killer nur Nahkampf-Attacken oder sehr merkwürdige Formen von Projektilen – etwa Äxte der Jägerin oder gespucktes Sekret der Seuche. Doch mit dem kommenden Killer „Deathslinger“ gibt es einen Killer mit Gewehr, der tatsächlich auch ballern kann und dabei trotzdem nicht zu weit vom eigentlichen Spielgefühl des Horror-Spiels weg ist.

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Der Deathslinger zielt klar auf Shooter-Freunde ab.

Doch der Deathslinger bringt noch etwas anderes zurück, das Killer in Dead by Daylight schmerzlich vermisst haben: Das Gefühl von Macht.

Als Killer ist man eigentlich die „Power-Role“, die Überlebende vor sich hertreibt und eine große Bedrohung darstellt. Mit steigendem Rang und erfahreneren Gegnern fühlen sich viele Killer jedoch eher wie ein Sandsack und eine Teabagging-Vorlage an und nicht wie jemand, der eine Bedrohung darstellt und den Fluss des Spiels bestimmt.

Der neue Killer Deathslinger bringt das zurück, und zwar durch eine ziemlich simple Mechanik. Wenn er einen Überlebenden mit seinem Speergewehr trifft, kann er den Getroffenen daraufhin zu sich ziehen. Das ist eigentlich nur eine kleine Aktion, um den Überlebenden in Reichweite für einen Schlag zu bringen, doch das Spielgefühl ist fantastisch. Ich habe mich mehr als einmal beim zufriedenen Grinsen erwischt und gedacht: „Ich entscheide, wohin du gehst. Komm‘ her.“ Den Überlebenden an eine neue Position ziehen zu können ist fantastisch.

Einen kleinen Eindruck davon gibt dieses Gameplay-Video von Ussylis:

Der Deathslinger bringt endlich wieder die Power in die Power Role des Spiels. Damit und zusammen mit der Tatsache, dass er als einziger Killer ein Gewehr verwenden kann, könnte das ziemlich verlockend auf eine neue Zielgruppe wirken. Auch wenn Dead by Daylight keine getrennten Hitboxen für Kopftreffer und dergleichen hat, benötigt es doch schon spielerisches Können, um mit dem Speerwerfer zu treffen. Der Deathslinger bietet also ein größeres Skillcap im Vergleich zu einigen anderen Killern und könnte damit auch Neueinsteiger aus dem Shooter-Genre lange bei Launehalten.

Alle Killer in Dead by Daylight und wer der beste für dich ist

Dead by Daylight ist ein Dauererfolg auf Steam

Der Erfolg gibt Dead by Daylight recht: Ganz gleich wie skeptisch man den Änderungen von Dead by Daylight auch gegenüberstehen mag, der Erfolg über die letzten Jahre gibt den Entwicklern einfach recht. Die gleichzeitigen, durchschnittlichen Spielerzahlen schwanken nur gering – allein im letzten Jahr zwischen 17.000 und 23.000. Die Zahlen im „Peak“, also der meisten Spieler gleichzeitig online hingegen schwanken zwischen 26.000 und 75.000 auf Steam. Doch ein dauerhafter Abwärtstrend lässt sich nicht erkennen. Stattdessen hält sich Dead by Daylight seit einer Weile wacker in den Top 25 von Steam.

Dead by Daylight Steamcharts Peak Players
Die Spielerzahlen von Dead by Daylight auf Steam. Bildquelle: steamcharts (Stand 21.02.2020, 13:00 Uhr)

Egal wie sehr man Änderungen an bestimmten Perks (wie Hex: Ruin) oder auch andere ungeliebte Anpassungen finden mag. Dead by Daylight macht trotz aller Kritik so viel richtig, dass es immer wieder neue Spieler anlockt – oder die alten doch nicht vergrault.

Stimmt ihr meiner Analyse zu und findet das Vorgehen der Entwickler auch ziemlich geschickt?

Dead by Daylight kümmert sich endlich um nervige Disconnecter
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dasPitty
1 Monat zuvor

Ich stimme zu. So skeptisch ich auch bei vermeintlich schlecht durchdachten Änderungen, wie dem fragwürdigen Rework von Hex: Ruin, bin – man muss zugeben, dass DbD seit Release konstant besser wurde. Manchmal wirkt es wie ein schlechter Scherz, wenn sich die lächerlichen Mechaniken vor Augen hält, die es früher gab. Wie hab ich 2017 eigentlich jeh einen Überlebenden erwischt? xD

Bei der Einschätzung vom Deathslinger bin ich aber anderer Meinung. Er ist zwar stark in den Jagden und kann zumindest theoretisch die Überlebenden schnell verletzen, aber erfahrene Überlebende können die Harpune ziemlich gut vermeiden und als Killer mit verringerter Laufgeschwindigkeit braucht er gerade auf größeren Maps zu lange, um die Generatoren abzulaufen. Kurz gesagt, er hat kaum Mappressure. Meiner Meinung nach braucht er einen Buff. Entweder man erhöht sein Tempo auf Standardniveau oder gibt ihm irgendwas um mehr Druck ausüben zu können, als nur im 1 gegen 1. Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck.

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