DDR5 ist derzeit kostspielig und plötzlich wird DDR4 als Alternative wieder interessant. MeinMMO erklärt die Unterschiede und wo DDR4 auch heute noch seine Stärken hat. Denn je nach Szenario muss es nicht immer gleich teurer DDR5-RAM sein.
DDR5 ist derzeit unbezahlbar, wenn man sein System aufrüsten oder neukaufen möchte. Da wird DDR4 für viele Nutzer plötzlich wieder interessant. Denn die alte Plattform ist günstiger und viele Spieler setzen auch heute noch auf das alte System.
In unserem Artikel erklären wir euch, warum DDR4 noch lange nicht so tot ist, wie er oft bezeichnet wird und warum ihr damit problemlos noch aktuelle Titel spielen könnt.
Mit folgendem Verzeichnis könnt ihr direkt zu dem Abschnitt springen, der euch interessiert:
- DDR4 vs. DDR5: Warum gibt es überhaupt verschiedene RAM-Typen?
- DDR4 vs. DDR5 im technischen Vergleich als Tabelle
- DDR4: Vorteile und Nachteile im praktischen Vergleich zu DDR5
- Warum DDR4 auch heute noch empfehlenswert ist und mithalten kann
- DDR4 kaufen: Für wen lohnt sich das und für wen nicht?
DDR4 vs DDR5: Warum gibt es überhaupt verschiedene RAM-Typen?
DDR5 wurde 2021 als Nachfolger für DDR4 entwickelt und soll die alte Plattform nach und nach ablösen. DDR4 gibt es seit 2014, wird nicht mehr weiterentwickelt und kann um bestimmte technische Verbesserungen nicht mehr nachgerüstet werden.
DDR5 wurde entwickelt, weil Computersysteme immer schneller werden und die CPUs deutlich schneller an die Daten herankommen sollen und müssen. DDR5 bietet schnellere Übertragungsraten, eine niedrigere Latenz und eine bessere Fehlerkorrektur.
DDR4 vs. DDR5 im Vergleich als Tabelle
| DDR4 | DDR5 | |
|---|---|---|
| Release | 2014 | 2020/2021 |
| Standard- / Starttakt | 2.133 – 4.000 MHz | Ab 4800 MHz und schneller |
| Maximale Übertragungsrate | Bis ca. 3200 – 3600 MT/s | Ab 4800 MT/s bis über 8000+ MT/s |
| Spannung (VDD) | 1,2 V (Spannungsregelung auf dem Mainboard) | 1,1 V (integrierter PMIC direkt auf dem RAM-Modul) |
| Datenkanäle pro Modul | 1 Kanal mit 64 Bit | 2 unabhängige Kanäle mit jeweils 32 Bit |
| Max. Kapazität pro Modul | Typisch bis 32 GB | Bis zu 128 GB (theoretisch) |
| Fehlerkorrektur (ECC) | Extern (nur bei speziellen Server-Modulen) | On-Die ECC (Fehlerkorrektur direkt auf dem Chip) |
| Latenzen (CL) | Tendenziell niedriger (z. B. CL16 – CL18) | Tendenziell höher (z. B. CL30 – CL40) |
DDR4 und DDR5: Vorteile und Nachteile im Vergleich
Wann und warum sich DDR4 heute noch lohnt:
- Geringere Kosten: DDR4 und die passenden Mainboards von AMD und Intel sind spürbar günstiger als aktuelle DDR5-Systeme.
- In den meisten Spielen (besonders bei 1080p oder 1440p) und bei normalen Office- oder Web-Anwendungen ist der Leistungsunterschied zwischen DDR4 und DDR5 überraschend gering.
- Aufrüst-Optionen: Habt ihr einen älteren Prozessor, könnt ihr immer noch problemlos aufrüsten, ohne gleich alles neu kaufen zu müssen.
- Gute Latenzen: DDR4-Speicher mit niedrigen Latenzen (Timings) kann in bestimmten Szenarien fast mithalten
- Offizieller Support: Sowohl Intel als auch AMD haben erklärt, dass man die alte Plattform weiterhin unterstützen wolle. Der Re-Release des Ryzen 7 5800X3D ist ein klares Beispiel dafür.
Die Wiederveröffentlichung des Ryzen 7 5800X3D haben wir in folgendem Artikel noch einmal für euch eingeordnet und erklären, für wen sich der Kauf lohnen könnte:
Wo DDR5 mittlerweile einfach besser ist als DDR4:
- DDR4 ist eine Sackgasse: Wollt ihr topmoderne Hardware kaufen, führt kein Weg an DDR5 vorbei. DDR4 wird nicht mehr aktiv weiterentwickelt und bekommt keine neuen Features mehr.
- Geschwindigkeit: DDR5 bietet deutlich höhere Datenraten, mehr Bandbreite und bessere Leistung in extrem CPU-lastigen Spielen oder bei professionellen Anwendungen wie Videobearbeitung und KI-Berechnungen
- Größere Speichermenge: Bei DDR4 ist bei 32 GB pro Riegel Schluss, DDR5 bietet hier theoretisch deutlich höhere Kapazitäten an (bis zu 128 GB).
Warum DDR4 auch heute noch empfehlenswert ist und oft noch mithalten kann
DDR4 ist nicht unbedingt langsamer oder schlechter als DDR5. Das zeigt sich auch in verschiedenen Tests: DDR5 schneidet bei der Bandbreite immer besser ab als DDR4, liegt aber bei der allgemeinen Performance nur wenige Prozentpunkte vorn. Beispielhaft ist hier der Test von TomsHardware oder der Test von Techspot.
Der Performance-Gewinn liegt am Ende zwischen 10 und 15 % und das heißt übrigens nicht, dass die FPS um den gleichen Wert steigen. Und zum aktuellen Zeitpunkt macht DDR4 diesen Unterschied durch sein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis wieder wett.
Hinzu kommt: Bei den meisten Spielen ist das System durch die Grafikkarte oder die CPU limitiert. Bei hohen Bildschirmauflösungen (ab WQHD und höher) liegt die Last insbesondere auf der GPU. Der reine FPS-Vorteil von DDR5 im Vergleich zu DDR4 liegt in typischen Szenarien am Ende nur bei wenigen Prozentpunkten. In vielen Fällen kann es daher sogar lohnenswerter sein, die Grafikkarte aufzurüsten, anstatt hunderte Euro in neuen DDR5-RAM und eine neue CPU zu investieren.
DDR4 kaufen: Für wen lohnt sich das und für wen nicht?
DDR4-Arbeitsspeicher ist im Jahr 2026 weiterhin eine kostengünstige und für viele Anwendungen völlig ausreichende Lösung, gilt aber als veraltete Plattform mit begrenzter Zukunft. Das muss euch in jedem Fall klar sein. Dennoch ist ein leistungsstarkes System, welches auf DDR4 setzt, potenziell noch für mehrere Jahre ausreichend.
Wenn ihr eine Menge kompetitiver Spiele spielt, immer die beste, schnellste Performance braucht und zusätzlich einen sehr schnellen Monitor (240Hz oder mehr) betreiben wollt, dann ist DDR5 die bessere Wahl. Schneller DDR5-RAM sorgt für flüssigere Mindestbildraten und weniger Ruckler, was für Spiele wichtig ist, bei denen die 1‑%-Low-Framerate wichtig ist, beispielsweise schnelle Shooter.
Spielt ihr hingegen Spiele, die auf Grafik getrimmt sind, oder spielt ihr einfach auf hohen Auflösungen (WQHD, 4K und höher), dann ist der Unterschied zwischen DDR4 und DDR5 fast nicht messbar. Hier ist die Grafikkarte fast immer der wichtigere und entscheidende Faktor.
Arbeitsspeicher ist richtig teuer geworden. Einige Nutzer gehen jetzt so weit, dass sie teilweise 18 Jahre alte Hardware kaufen: DDR3-RAM und passende Prozessoren sind nämlich deutlich günstiger. Händler berichten, dass die Verkaufszahlen für alte Hardware rapide gestiegen sein sollen. Das dürfte aber für Spieler heute kaum noch empfehlenswert sein: Nutzer kaufen gerade aus Verzweiflung 18 Jahre alte Hardware, weil moderner Arbeitsspeicher gerade viel zu teuer ist
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