Unser MMORPG-Experte ist nach über 60 Stunden in Crimson Desert überwältigt vom Best of aus 12 Jahren Open-World-Games

Unser MMORPG-Experte ist nach über 60 Stunden in Crimson Desert überwältigt vom Best of aus 12 Jahren Open-World-Games

Technik, die begeistert

Ich war skeptisch, ob der Detailgrad und die Größe der Spielwelt unschöne Nebeneffekte auf den Feinschliff oder die Performance haben wird.

Auf meinem AMD Ryzen 7 5800X 8 Core mit 32 GB RAM und einer GeForce RTX 3080 Ti läuft Crimson Desert auf Ultra (zweithöchste Einstellung) sowie mit einer Auflösung von 2560X1440 jedoch rundum geschmeidig. Störende Einbrüche der Bilder pro Sekunde konnte ich zu keinem Zeitpunkt feststellen – auch nicht in großen Belagerungsschlachten mit zahllosen NPCs.

Kaum noch ins Auge gefallen sind mir aber auch im Hintergrund aufploppende Umgebungstexturen oder Figuren. Das war in frühen Anspielversionen noch ein Problem. Und auch Bugs gab es bei mir kaum. An einer Stelle hing ein NPC in einem Felsen fest, in einem anderen Moment hatten sich zwei Pferdekutschen miteinander verknotet, was urkomisch aussah.

Loben möchte ich die Entwickler zudem, weil sie bereits beim Review-Prozess auf das Feedback auf dem zugehörigen Discord eingegangen sind. Ein Beispiel: In der ersten Fassung war das Inventar-Management noch eine regelrechte Qual, weil es viel zu wenig Platz für viel zu viele Items gab.

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„Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ – das Fazit

Das bringt mich zum Zitat vom Anfang zurück und lässt mich eine Schleife um Crimson Desert binden. Euch erwartet ein besonderes Open-World-Abenteuer, mit einer der schönsten, immersivsten Spielwelten, die ich bislang erkunden durfte – das hier ist quasi ein „Best of“ aus den Open-World-Meilensteinen der letzten 15 Jahre, wie The Witcher 3, die beiden Zeldas, Spider-Man oder Red Dead Redemption 2.

Dazu kommen das wuchtige Action-Kampfsystem und die unzähligen abwechslungsreichen Inhalte. In Pywel wird das Erkunden und Herumexperimentieren definitiv belohnt. Langweilig ist es dort nie.

Gleichzeitig fühlt sich das Spiel an vielen Stellen aber auch nach Arbeit an. Der Schwierigkeitsgrad kippt teils von herausfordernd zu frustrierend unfair, was die komplexe, oft unintuitive Steuerung nur noch verschlimmert. Zudem ist viel zu oft unklar, was Crimson Desert eigentlich gerade von einem will.

Auch MeinMMO-Redakteur Alexander Mehrwald hat bereits viele Stunden in der Welt von Crimson Desert verbracht – sein Fazit bisher: Ach Crimson Desert, du hast mich gleichermaßen gebrochen wie verzaubert. Selten habe ich eine so schöne und lebendige Open World erlebt wie Pywel. An gefühlt jeder Ecke gibt es etwas zu erkunden und die vielen Geheimnisse und Rätsel sowie die schiere Größe der Karte lassen das Entdeckerherz höher schlagen.

Die vielen abwechslungsreichen Aktivitäten, Sammelsachen und Quest-Arten vermitteln mir das Gefühl einer Art Singleplayer-MMO-Erfahrung, die wirklich Spaß macht und Crimson Desert zu einem perfekten Feierabendspiel machen könnte – wären da nicht ein paar Schattenseiten.

Der nur durch aufwändigen Aufwert-Grind anpassbare Schwierigkeitsgrad ergänzt sich „wunderbar“ mit der unnötig überladenen und hakeligen Steuerung, sodass es hier schnell zu Fallstricken kommt, die einen gut und gerne Stunden kosten und frustrieren können. Hitboxen sind je nach Boss schwer ersichtlich, da hilft es dann auch nicht, das Moveset auswendig zu lernen.

Und auch die Welt mit ihren Aktivitäten verliert etwas an Zauber, je länger man Zeit in ihr verbringt. Denn vieles wirkt irgendwann nach dem Gleichen in Grün, nur um oberflächlich für Varianz zu sorgen, wie etwa drölfzig verschiedene Fleisch-, Gemüse- und Kräutersorten, die zu ein- und denselben Gerichten führen.

Und auch die NPCs wirken nach einer Weile generisch. Viele gesprochene Sätze wiederholen sich schnell und fallen teils so unpassend aus, dass sie die Immersion brechen. Nach dem 100. Typen, der mir in kurzer Zeit erzählt, dass er mit seinen Kindern Pilze sammeln geht, glaube ich, dass da eine Mafia hinterstecken könnte.

Auch eine gut erzählte Geschichte und spannende Charaktere sucht man in Crimson Desert vergebens. Viele Figuren haben das Charisma eines Stücks Brot und zumindest ich konnte weder eine persönliche Verbindung zu ihnen noch zur Welt aufbauen.

Doch trotz der teils starken Schattenseiten schafft es Crimson Desert, mich zu halten und immer wieder nach Pywel zu ziehen. Denn der Entdeckergeist und das MMO-Gefühl bleiben und wiegen für mich schwerer, als die ganzen Negativpunkte. Ich für meinen Teil werde vermutlich also noch etliche Stunden in Crimson Desert verbringen, auch wenn ich dabei immer wieder fluchen werde.

Dazu kommen Kleinigkeiten, die zunehmend nerven und die ich teils noch gar nicht erwähnt habe. Etwa die Masse an unterschiedlichen Fleischsorten und Mahlzeiten-Varianten, die nicht nur das Inventar zumüllen, sondern auch den Koch-Prozess unnötig in die Länge ziehen. Kochen muss man jedoch oft, weil man in den Bosskämpfen einen großen Vorrat an Heilmitteln verbraucht.

Ein derart umfangreiches, herausforderndes Spiel sollte solche sich ständig wiederholenden Handgriffe aus meiner Sicht möglichst komfortabel und zeitsparend gestalten. Hoffentlich liefern die Entwickler auch hier noch ein Update nach.

Unterm Strich ist Crimson Desert aus meiner Sicht daher vor allem ein Spiel für erfahrene Action-Abenteurer, die a) kein Problem damit haben, sich in die komplexe Steuerung reinzufuchsen und knackige Herausforderungen anzugehen, und die b) viel Zeit haben, um das Ende der Story in einer halbwegs absehbaren Zeit zu sehen. Wer davon nicht abgeschreckt ist, findet hier alles Wichtige zum Release von Crimson Desert.

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Horteo

Quasi ein “Offline MMO”? Ich denke das ist was für mich. Sofern ich die Steuerung meistern kann. Da war ich noch nie gut. Ich scheitere schon an der Steuerung wenn ich zwei Spiele im selben Zeitraum spiele. Dann drücke ich oft schon bei einfachen Manövern den falschen Button. Weil er im anderen Spiel eben darauf belegt wurde

diesdasverschiedenedinge

Ich habe jetzt mehre Reviews gesehen, was gibt’s denn jetzt tatsächlich in der Open world zu entdecken?

Außer mehr vom gleichen in einer noch größeren Welt?

lpoet

Huhu, danke für deine Fragen, ich geb das mal an unsere Anspieler weiter!

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass wir für genau solche Fragen gerade eine kleine Q&A-Runde laufen haben <3

flyhightrypie

Klingt wie ein Skyrim Klon nach der Ubisoft Formel.

Und nichts von dem was ich gehört oder gesehen habe klingt besonders gut.

Arakunesan

Dann ist es vielleicht nichts für dich. Für mich klingt das genau nach dem Spiel das ich erwartet habe. Falls die Story nicht so einschlägt kann man sie ja noch reworken. Wichtig wäre das die Aktionäre dem Spiel mal etwas Zeit geben..

EsmaraldV

Sehr ausführlicher Artikel! Der macht Lust auf mehr!

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