Unser MMORPG-Experte ist nach über 60 Stunden in Crimson Desert überwältigt vom Best of aus 12 Jahren Open-World-Games

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Eine Frage der Balance

Auf dem gesamten Kontinent Pywel toben Konflikte und Kämpfe. Wenn Kliff sein Abenteuer startet, sind viele der Straßen unsicher. Überall lauern Diebe oder die Truppen feindlicher Fraktionen. Die Aufgabe des Kämpfers ist es, besetzte Territorien nach und nach von Feinden zu säubern und so den Frieden zurückzubringen.

Tatsächlich wirken sich die Schläge gegen den Feind mit der Zeit spürbar auf die Regionen von Crimson Desert aus. Einst feindliche Festungen, die mit ihren Patrouillen die nahe Umgebung unsicher gemacht haben, verwandeln sich in sichere Häfen, die in der Hand von Verbündeten liegen. In den gesicherten Bereichen lässt es sich dann viel angenehmer questen, erkunden und farmen.

Teils übertreiben es die Entwickler bei der Truppenstärke von Festungen jedoch. Um einen Minen- und Bergbau-Bereich zu befriedigen, musste ich knapp 30 Minuten lang die hiesigen Gegnerhorden umhauen. Die haben gegen die Power von Kliff keine Chance, sorgten aufgrund ihrer enormen Überzahl aber immer wieder dafür, dass ich mich heilen musste.

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Als ich nach der halben Stunde den Fortschrittszähler endlich von 100 auf 0 Prozent gebracht hatte, landete ich ungeplant in einem Bosskampf gegen einen Fiesling, der – wie fast alle bislang gespielten Bosse – bei Treffern schnell hohen Schaden verursachen kann. Heilmittel waren aufgrund der vorherigen Dauerprügelei jedoch kaum noch vorhanden.

Nach ein paar glücklosen Versuchen gab ich es auf, um mich vernünftig auf den Boss vorzubereiten. Also farmte ich Fleisch für heilendes Futter, wertete das eine oder andere Ausrüstungsteil auf und versuchte noch einmal mein Glück. Immerhin: Das Spiel hat sich meinen Fortschritt gemerkt, ich musste mich nicht erneut durch alle Gegner prügeln. So lag der Boss dann auch schnell besiegt am Boden.

Mein Problem ist: Crimson Desert lässt gleich mehrere Bosse von unzähligen Gegnern bewachen. Durch diese Horden muss man sich nicht nur regelrecht durcharbeiten, die namhaften Widersacher besitzen dann auch stets besondere Fertigkeiten und Mechaniken, auf die man sich einstellen muss und für die man zwingend ausreichend Heilung dabei haben sollte.

Herausfordernd fallen aber auch die einzeln auftretenden Bosse aus, die häufig mehrere Phasen (und damit Lebensbalken) besitzen und sich teils sehr unterschiedlich spielen.

Crimson Desert: Bosse
Bosskämpfe haben in Crimson Desert oft mehrere Phasen, zwischen denen es schick inszenierte Ingame-Sequenzen gibt.

Teils muss man Schwachpunkte aufdecken und diese im richtigen Moment gezielt attackieren. An anderer Stelle pariert man punktgenau Angriffe, um dann die eigenen Angriffskombos rauszuhauen. Oder man nutzt seine Schwebe-Skills, um einen fliegenden Boss mit einer bestimmten Fertigkeit überhaupt erreichen zu können.

Die gute Nachricht: Trotz mehrerer Phasen und Lebensbalken fühlen sich die Bosse nicht nach Lebensschwämmen an, auf denen man stundenlang rumkloppen muss. Kliff ist mächtig und verursacht mit seinen Manövern hohen Schaden. Die Schwierigkeit ist es, die eigenen Attacken unterzubekommen.

Alle Bosse hauen nämlich selbst zu wie ein Truck und lassen kaum Verschnaufpausen. Oft ist man damit beschäftigt, auszuweichen, sinnvolle Parierfenster zu finden oder sich zu heilen. Da hilft es auch nicht, dass die Tastenbelegung sehr komplex ist und sich speziell Kletter- und Flugmanöver im Kampf unzuverlässig unrund steuern.

Unerfahrene Spieler dürften hier schnell an ihre Grenzen kommen, da es nur einen Schwierigkeitsgrad gibt. Aber auch Veteranen können sich auf die eine oder andere herausfordernde Begegnung freuen. Da diverse Bosse direkt mit dem Fortschritt in der Hauptgeschichte verbunden sind, hilft hier dann oftmals nur die Flucht in Nebenaktivitäten und die weitere Erkundung der Spielwelt.

Hier einer der Bosse aus der Hauptgeschichte von Crimson Desert:

Motivierende Charakterprogression auch ohne XP und Level

Kliff kann sich durch die Absolvierung von Quests oder das Besiegen von Gegnern jedoch keine Erfahrungspunkte erspielen und Level aufsteigen. So ein Stufensystem gibt es in Crimson Desert nicht. Stattdessen erspielt man sich Abyss-Artefakte, um mit diesen in den 3 Talentbäumen von Kliff immer neue Verbesserungen freizuschalten oder Werte wie Ausdauer und Leben zu steigern.

Darüber hinaus gilt es, sich bessere Ausrüstung zu verdienen, diese beim Schmied aufzuwerten oder in die leeren Fassungen von Items sogenannte Abyss-Ausrüstung zu sockeln. Das sind kugelförmige Gegenstände, die Werte wie Angriffstempo steigern oder die Waffe um einen aktiv nutzbaren Effekt erweitern – der Königinnen-Giftzahn spuckt etwa Gift auf Gegner.

Durch die Wahl der Waffe, die gelernten Talente und die gesockelten Abyss-Ausrüstungen lassen sich spezialisierte, sehr mächtige Builds bauen. Noch mehr Optionsvielfalt kommt dazu, weil man mit Damiane und Oongka im Laufe der Story zwei weitere spielbare Charaktere freischaltet, die eigene Waffen-Vorlieben, Talente und Kampfstile mitbringen.

Crimson Desert: Ritter-Fantasy
In Crimson Desert könnt ihr eure Liebe zu Rittern und schicken Rüstungen voll ausleben.

Alternativ fungieren die beiden Kämpfer als Begleiter, die an der Seite von Kliff kämpfen – zumindest außerhalb der Hauptgeschichte und aller zugehöriger Herausforderungen. In der Kampagne steht bis zum Ende der stoische Graumähne im Fokus der Ereignisse. Es gibt aber Inhalte in der Spielwelt, die sich dafür konkret an Damiane und Oongka richten.

Für mich hat sich die Charakterentwicklung mit Kliff motivierend angefühlt. Durch gelernte Talente, bessere Ausrüstung und die Abyss-Ausrüstung fühlt er sich mit der Zeit spürbar stärker an – was man spätestens dann merkt, wenn man auf einen Gegner trifft, der einen vor Stunden noch den haarigen Heldenhintern aufgerissen hat.

Ich liebe zudem das Design der Rüstungen, Schilde und Waffen. Das war schon in Black Desert eine große Stärke, doch muss man im MMORPG häufig Geld im Ingame-Shop lassen, um toll auszusehen oder sein Pferd schick auszustaffieren. In Crimson Desert erspielt man sich alles, und wenn ein besiegter Boss einen schicken Schild hinterlässt, dann freue zumindest ich mich gleich nochmal mehr über die Beute.

Mit den beiden alternativen Charakteren konnte ich mich indes bislang nicht anfreunden. Die spielen sich zwar tatsächlich deutlich anders als Kliff, brauchen aber natürlich auch Ausrüstung und Talente. Da Kliff bei mir aber noch lange nicht ausgelernt hat und in Story-Inhalten Pflicht ist, müsste ich bei einem Wechsel der Charaktere also ständig umskillen.

Es werden nämlich nur einige der bei Kliff investierten Talentpunkte auf die Bäume der anderen Streiter übertragen (immerhin bei den Talenten für Gesundheit, Ausdauer und Geist, die mit der Zeit immer teurer werden).

Die Artefakte, die alle Talentpunkte zurücksetzen, sind zudem stark limitiert. Also lasse ich es erst einmal, bis die Story durch ist. Danach könnte ich es mir durchaus vorstellen, mit Damiane oder Oongka viele der verbleibenden Nebenaufgaben in der Welt anzugehen.

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Horteo

Quasi ein “Offline MMO”? Ich denke das ist was für mich. Sofern ich die Steuerung meistern kann. Da war ich noch nie gut. Ich scheitere schon an der Steuerung wenn ich zwei Spiele im selben Zeitraum spiele. Dann drücke ich oft schon bei einfachen Manövern den falschen Button. Weil er im anderen Spiel eben darauf belegt wurde

diesdasverschiedenedinge

Ich habe jetzt mehre Reviews gesehen, was gibt’s denn jetzt tatsächlich in der Open world zu entdecken?

Außer mehr vom gleichen in einer noch größeren Welt?

lpoet

Huhu, danke für deine Fragen, ich geb das mal an unsere Anspieler weiter!

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass wir für genau solche Fragen gerade eine kleine Q&A-Runde laufen haben <3

flyhightrypie

Klingt wie ein Skyrim Klon nach der Ubisoft Formel.

Und nichts von dem was ich gehört oder gesehen habe klingt besonders gut.

Arakunesan

Dann ist es vielleicht nichts für dich. Für mich klingt das genau nach dem Spiel das ich erwartet habe. Falls die Story nicht so einschlägt kann man sie ja noch reworken. Wichtig wäre das die Aktionäre dem Spiel mal etwas Zeit geben..

EsmaraldV

Sehr ausführlicher Artikel! Der macht Lust auf mehr!

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