Kolumne: Bei der Blizzcon fehlte der Wow-Effekt

Die BlizzCon 2015 liegt nun eine knappe Woche in der Vergangenheit. Somit hatte ich ausreichend Gelegenheit, mich vom ersten Hype ein bisschen zu beruhigen, um die angekündigten Dinge ein wenig nüchterner zu betrachten. Ich werde hier nicht auf alle Aspekte eingehen, denn viele Punkte haben wir bereits in unseren News und Kolumnen abgedeckt, möchte hier aber doch meinen Gesamteindruck von der BlizzCon vermitteln.

Der große Kracher fehlte

Die BlizzCon hinterließ gemischte Gefühle - wenngleich das Positive überwiegt.

Die BlizzCon hinterließ gemischte Gefühle – wenngleich das Positive überwiegt.

Rückblickend fehlte auf der BlizzCon der richtig große Kracher, das was mich umhaut, so wie es im letzten Jahr Overwatch getan hat. Vielleicht war einfach die Zeit ungünstig, denn man kann nicht jedes Jahr ein neues Spiel aus dem Ärmel zaubern. Aber so oft, wie ich im vorneherein gehört und gelesen habe, dass diese BlizzCon noch eine „Überraschung hat, mit der keiner rechnet“ fehlte mir dann doch etwas.

Overwatch-Release

Overwatch gibts auch für die Konsolen – das wurde leider zu früh geleakt. Blöd gelaufen.

Das mögen alles nur Gerücht gewesen sein und die zahlreichen Leaks, etwa um die Konsolenversion von Overwatch, waren sicher nicht hilfreich, um diese Erwartungen zu erfüllen. Es wäre übertrieben, hier von einer wirklichen Enttäuschung zu sprechen, dafür war die Messe dann doch zu interessant. Aber ein bisschen unbefriedigend war es dann doch, so ganz ohne „Oh, wow!“-Effekt.

Overwatch: Wo zum Nether bleibt mein Beta-Zugang?!

Im letzten Jahr war ich noch ein wenig skeptisch, ob Blizzard wirklich einen Shooter auf die Beine stellen kann, der alle Fans zufriedenstellt. Über das vergangene Jahr hinweg hat mich der Hypetrain dann langsam aber sicher mitgerissen, bis er nun volle Fahrt aufgenommen hat. Jetzt hat das Spiel mit D.Va sogar einen niedlichen Charakter im Anime-Stil, der mit Kampfmech über das Schlachtfeld stapft oder im Zweifelsfall auch zu Fuß um die Kontrollpunkte kämpft.

D.Va überzeugt - flippiges Anime-Girlie mit Kampfmech.

D.Va überzeugt – flippiges Anime-Girlie mit Kampfmech.

Die Meldung, dass Overwatch ein Vollpreistitel sein wird, hat zwar vielen Leuten nicht gefallen, mir persönlich ist das aber ganz recht. Schrecklich fände ich es, wenn man wie bei Heroes of the Storm einzeln Charaktere kaufen könnte, das würde dem Spiel nicht gut tun, denn die Möglichkeit des permanenten Wechsels ist fest in die Spielmechanik verstrickt. Overwatch ist laut den Berichten auch schon so rund und frei von Bugs, dass es ohne Probleme bereits verkauft werden könnte. Damit bleibt eigentlich nur noch die Frage: Wo ist mein Beta-Zugang für das Spiel?

Heroes of the Storm: Cho’Gall bereichert das Spiel

2 Spieler, ein Held - Jede Menge Spaß!

2 Spieler, ein Held – Jede Menge Spaß!

Von allen Ankündigungen, die es auf der Messe gegeben hat, ist Cho’Gall für mich das stille Highlight gewesen. Kein anderes Element in allen Blizzardspielen schreit so sehr nach „Schnapp dir deine Freunde und lasse sie mitspielen!“ wie der zweiköpfige Oger. Was einstmals ein blöder Aprilscherz für World of Warcraft war, wurde nun zur Realität. Ich bin davon überzeugt, dass alleine Cho’Gall dafür sorgen wird, dass die Spielerzahlen von Heroes of the Storm noch einmal einen großen Sprung nach oben machen werden.

Wer mit seinen Freunden regelmäßig im Voicechat hängt, wird an dem Doppelkopf einen riesigen Spaß haben und so manches Mal verzweifelt aufschreien, wenn der Kollege das Zünden der Bombe verpasst hat, oder Cho’Galls Körper schnurstracks in die feindliche Basis rennt, weil man „aus Versehen auf die Minimap geklickt hat“.

Die anderen beiden Helden, Lunara und Greymane, wirken zwar interessant aber verblassen vollkommen neben dem Oger. Geteilter Spaß ist doppelter Spaß, da können ein Worgen und eine Dryade einfach nicht mithalten.

World of Warcraft: Legion – Blizzard befruchtet sich selbst

Erstens schämt sich jetzt jeder, der bei der Zwischenüberschrift blöd gekichert hat und zweitens muss ich das wohl erklären. Hearthstone hat relativ viel aus World of Warcraft gezogen, die ganzen Charaktere, die Spielwelt und die verschiedenen Zauber. Heroes of the Storm bedient sich sogar komplett an allen anderen Blizzardwelten, sind doch alle Helden vorher schon an anderer Stelle aufgetreten. Mit World of Warcraft: Legion geht man nun den umgekehrten Schritt und lässt sich rückwärts beeinflussen.

Mit Legion gibt es zahlreiche Änderungen an den Klassen - auf dem Papier klingen sie durchweg positiv.

Mit Legion gibt es zahlreiche Änderungen an den Klassen – auf dem Papier klingen sie durchweg positiv.

Damit sich die Klassen in Legion stärker voneinander entscheiden, greifen die Entwickler auf andere Spiele zurück, um sich dort Inspiration zu holen. Hexenmeister bekommen das Talent „Wichtelexplosion“, welches es bisher nur in Hearthstone als Karte der gleichen Klasse gab. Aber auch Heroes of the Storm lieferte einige Vorlagen, so erhalten Schamanen eine Fähigkeit, mit der sie die Erde aufreißen und Feinde zur Seite schleudern können – genau wie Thrall im Moba von Blizzard. Ein drittes Beispiel wäre Tyrael, der den Paladinen als Quelle der Inspiration dient. Wie schon der Engelskrieger können bald die Lichtwirker ein Schwert in die Entfernung schleudern und sich anschließend zu diesem auf Knopfdruck teleportieren.

WoW lernt ein paar Tricks von HotS.

WoW lernt ein paar Tricks von HotS.

Böse Zungen könnten nun natürlich sagen, dass dem WoW-Team die Ideen ausgehen. Ich persönlich bin von diesen neuen Schritten aber begeistert und hoffe, dass es auch in Zukunft noch mehr übergreifende Konzepte und Ideen gibt, die ihren Weg in das jeweils andere Spiel finden.

Zusammengefasst bin ich mit der BlizzCon ziemlich glücklich. Ich habe zwar bemerkt, dass mich das neue Hearthstone-Abenteuer kälter lässt, als ich zuvor angenommen hätte, dafür ist es den Entwicklern aber gelungen, mich wieder für Legion zu begeistern. Da nehme ich sogar in Kauf, dass das Spiel erst spät im nächsten Jahr erscheinen wird. RP füllt jede Contentlücke.

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