Mit Corsair Cove erscheint ein neues Piratenspiel auf Steam, das vor allem Fans von Aufbauspielen wie Anno ansprechen dürfte. MeinMMO-Redakteur und Freizeit-Freibeuter Benedict Grothaus hat schon vor Release ordentlich Zeit in das neue Spiel gesteckt und sieht noch kein Ende.
Mittlerweile zum dritten Mal darf ich euch berichten, wie sehr mich Corsair Cove begeistert! Schon die Demo damals hat mich total abgeholt und mir bewusst gemacht, dass das deutsche Entwicklerstudio Limbic Entertainment aus Langen hier eine Lücke füllt, die mir vorher nie bewusst war.
Ich liebe Piratenspiele. Neben Wikingern sind die Freibeuter meine liebste Thematik, das Goldene Zeitalter der Piraterie eines meiner größten Steckenpferde. Ihre (etwas verdrehte) Idee von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung und ihr Streben nach Freiheit sprechen mir einfach aus der Seele.
Corsair Cove hat es geschafft, genau dieses Gefühl einzufangen, und das ausgerechnet in einem Aufbauspiel, in dem man eigentlich nicht viel anderes zu tun hat, als Produktionsketten zu verwalten und Gebäude zu bauen. Dinge, die man mit Piraten nicht gerade in Verbindung bringen würde.
Ich durfte schon vorab spielen und bereits im ersten Test war ich absolut begeistert. Selbst danach konnte ich Corsair Cove aber nicht zur Seite legen – auch nicht bei der Hitze aktuell. Bei dem Rekordsommer fehlen ja eigentlich nur Palmen und weil die nicht im Garten wachsen, schaue ich mir die schon seit vielen Stunden auf Steam an.
30 Stunden für die Story und ich habe noch nicht genug
Corsair Cove hat zwei Modi: den Story-Modus und den freien Modus. Allein für die Kampagne habe ich knapp 30 Stunden gebraucht. Hier beginnt alles mit dem Angriff der spanischen Krone und einer folgenden, langen Geschichte rund um Rache, Intrigen und die Ideale, die einen echten Piraten ausmachen.
Ich will nicht übertreiben: Ihr bekommt keine riesige Story-Kampagne wie in Warcraft oder so. Aber es gibt Story-Aufträge, die erfordern, dass ihr verschiedene Voraussetzungen erfüllt oder Kämpfe bestreitet. Letztere kommen jedoch mit einem sehr simplen Kartensystem, nicht mit Echtzeit-Schlachten.
Was die Story besonders macht, sind die Cutscenes, die viele der Events untermalen, und die vollständige Vertonung – übrigens auch auf Deutsch. Auch hier keine aufwendigen Cinematics, aber doch mehr, als ich von einem Indie-Studio irgendwo in Deutschland erwartet hätte. Man spürt die Liebe zum Projekt und den Details.
Viel Zeit fließt natürlich schlicht in die Entwicklung der Stadt. Ein neues Produkt, das benötigt wird, braucht neue Produktionsketten, und die aufzubauen, dauert einfach. Nach der Story wollte ich mir nur für den Test „mal eben“ den freien Modus anschauen. Dann flossen da nochmal 16 Stunden rein …



Jede Insel erzählt ihre eigene Geschichte
Während die Story eine Insel vorgibt, den Schädelfelsen, stehen im freien Modus zusätzlich ein Schiffsfriedhof und eine kleine Paradies-Insel zur Verfügung. Eigentlich dachte ich, dass das lediglich optische Alternativen sind, aber ich hätte mich kaum mehr irren können:
- Der Schiffsfriedhof hat keinerlei fruchtbares Land. Viele Produktionsketten sind so nativ gar nicht möglich – ich muss Händler und Häfen überfallen, um an Dinge wie Holz oder Schweine zu kommen.
- Im trügerischen Paradies warten dagegen einige Geheimnisse, die den Aufenthalt deutlich schwieriger gestalten, zu denen ich aber nicht mehr verraten will. Nur, dass ihr hier reinschauen solltet, wenn euch die Geschichte der Piraterie über die Karibik hinaus interessiert.
Beide Inseln benötigen eine andere Planung als der Schädelfelsen und im besten Fall ein wenig Verständnis vom Spiel. Dadurch wird es leichter, schon vorab im Kopf durchzugehen, an welcher Stelle welche Gebäude später einmal Sinn ergeben und welche Schiffe lokal versorgt werden können.
Anders als in der Story gibt es hier aber auch Events wie Krankheiten oder sogar mystische Flüche, die meist in die „Mini-Geschichte“ der jeweiligen Insel eingewoben sind. Hier gibt es keine „vollwertigen Storys“, aber doch deutlich mehr Geschichte (ebenfalls vertont!), als ich erwartet hätte.
Übrigens bin nicht nur ich begeistert, auch Kollege Fabiano Uslenghi von der GameStar gibt Corsair Cove eine stolze 87 und Kollege Maurice Weber bezeichnet es als eines der besten Aufbauspiele des Jahres.
Ich kann erst wirklich zufrieden sein, wenn meine Crew Lieder trällert
Allgemein spricht mich Corsair Cove total an. Ich mag es, zu sehen, wie Städte unter meiner Verwaltung blühen, meist jedoch mit einem mittelalterlichen oder Fantasy-Flair. „Modernere“ Settings wie Anno 1800 mit der beginnenden Industrie sind mir einfach zu grau.
Corsair Cove schafft es, mir genau das zu liefern, was ich sehen will – und hören. Denn was wäre eine Piraten-Crew ohne Shantys? Richtig, nüchtern.
Beides ist völlig undenkbar, und so macht es mich immer wieder glücklich, wenn ich einfach reinzoomen kann und nicht nur das Gewusel meiner Crew sehe, sondern sie in Tavernen oder auf den Schiffen Lieder singen höre. Selbst im Hauptmenü rumhängen sorgt dank der Ballade im Hintergrund für Gänsehaut. Mittlerweile habe ich sogar sehr willkommene Ohrwürmer davon.
Corsair Cove erscheint heute, am 31. Juli, für den PC auf Steam. Ich sehe mich hier nochmal ein paar Dutzend Stunden mehr versenken als nur die 46, die ich bisher angesammelt habe. Noch bin ich bei den beiden Inseln im freien Modus nicht mal zur Hälfte durch.
Was schenkt ihr in der Taverne eher aus, direkt Rum oder lieber kühles Bier? Welches Setting würdet ihr gerne häufiger in Spielen sehen? Schreibt einen Kommentar!
In Corsair Cove verwalte ich zwar eine ganze Piraten-Stadt, aber bin trotzdem auch nicht viel mehr als so eine Art Bürgermeister. Mehr Macht habe ich dagegen in Spielen wie Black & White … oder dem spirituellen Nachfolger Fata Deum: Ein neues Aufbauspiel auf Steam macht mich zum Gott und gibt mir das, was seit 20 Jahren kein Spiel mehr geschafft hat
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