Alle reden über Assassin’s Creed: Black Flag, aber ein neues Piratenspiel auf Steam fesselt mich viel mehr

Corsair Cove angespielt Benedict hat Schatz gefunden titel

Mit Corsair Cove erscheint ein neues Aufbauspiel auf Steam und nimmt sich das goldene Zeitalter der Piraten als Vorbild. MeinMMO-Redakteur und Freizeit-Pirat Benedict Grothaus konnte die Vollversion schon vorab spielen und überlegt nun, wo beim Klabautermann er ein Schiff samt Crew herbekommen könnte.

Wenn es eines gibt, das mich so sehr oder sogar mehr begeistert als Wikinger, dann sind es Piraten. Spätestens seit dem ersten „Fluch der Karibik“ bin ich immer tiefer in der historischen und romantischen Vorstellung der Freibeuter versunken – und entsprechend enttäuscht war ich von Skull & Bones.

2026 hat mein sehnsüchtiges Seefahrer-Herz dafür umso höher schlagen lassen. Nicht nur ist mit Windrose ein erstklassiges Piraten-Survival-Spiel erschienen, in das ich mich direkt verliebt habe, Ubisoft hat auch noch Assassin’s Creed: Black Flag neu aufgelegt.

Beides verblasst jedoch im Moment für mich, denn seit ich den Zugang bekommen habe, verschlingt mich Corsair Cove, ein neues Aufbauspiel des deutschen Studios Limbic Entertainment aus Langen.

Die Macher haben mir schon vorher eine Demo-Version gezeigt, die mich absolut begeistert hat. Jetzt durfte ich die Vollversion (kein Early Access!) zocken, die am 31. Juli auf Steam und ab Tag 1 im Game Pass erscheinen wird – und die ist noch besser. Dabei ist der Aufbau-Aspekt nicht einmal das Beste daran.

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Der Ankündigungs-Trailer zu Corsair Cove, dem „Piraten-Anno“ auf Steam

Ein Gefühl der Freiheit, wie es nur Piraten kennen

Corsair Cove schafft das, woran selbst Open-World-Games bei mir oft scheitern: Statt einfach nur eine Insel zu haben, auf der ich ein paar Gebäude platziere und mich um meine Piraten kümmere, gibt mir das Spiel den gesamten Ozean, um ihn zu erkunden.

Mit nicht nur einem, sondern mit so vielen Schiffen, wie ich Häfen habe, kann ich Inseln entdecken, Aufgaben erledigen, Händler ausrauben und Waren schmuggeln. Oder, wie jeder gute Pirat es tun sollte, mich gegen die Krone auflehnen, Gefangene befreien und Festungen angreifen. Für eine freie Republik der Piraten!

Genau diese Möglichkeiten fesseln mich schon 30 Stunden lang im Story-Modus. Eigentlich soll ich eine Haupt-Quest erledigen – die ich hier nicht spoilere – aber ich werde ständig abgelenkt durch:

  • Neben-Quests von meinen „Begleitern“, die ihre eigenen Ziele verfolgen, etwa berühmt oder reich werden oder ein eigenes Imperium aufzubauen
  • kleinere Aktivitäten wie Wal-Jagden, Raubzüge und Glücksspiel, um an Geld oder Waren zu kommen, die ich nicht selbst produzieren kann
  • Angriffe von der Krone, die aus irgendeinem Grund nicht mag, dass ich ihre imperiale Vormachtstellung anfechte … weiß auch nicht, warum.

So ein „Sidetracking“ ist genau das, was ich an Survival-Games normalerweise liebe. Eine Welt, die dazu einlädt, sich vom Weg zu entfernen und neue Dinge zu entdecken, ist eine lebendige Welt. Und wie lebendig Corsair Cove ist!

Das wichtigste Werkzeug eines jeden Seefahrers: der Kompass

Damit meine ich nun nicht, dass ich selbst Norden bestimmen und meine Schiffe navigieren muss. Corsair Cove bietet eine Art Skill-System. Das Piraten-Leben ist hier in vier „Prinzipien“ unterteilt:

  • Imperium, also das Ziel, eine eigene Piraten-Nation zu gründen
  • Seefahrt mit dem Bedürfnis, einfach nur zu entdecken und die Freiheit der See zu genießen
  • Reichtum, denn irgendjemand muss die vergrabenen Schätze ja auch wieder finden
  • und Ruhm. Vielleicht bin ich der schlechteste Pirat, von dem ihr je gehört habt, aber ihr habt von mir gehört.

Allein hier stecken mehrere Systeme drin, darunter Quests und kleinere Aufgaben, die Prinzipienpunkte gewähren, mit denen ich neue Gebäude, Buffs und sogar Schiffe freischalten kann, die es in sich haben.

300 Mann auf des toten Mann’s Schiff

Das Aufbauspiel nimmt sich eine gute Portion an historischen Vorbildern mit, um die Welt auch wirklich glaubwürdig zu machen. Allein die Kapitäne, mit denen man das Spiel startet, haben ganz offensichtlich bekannte Ikonen, die für sie Modell standen:

  • Teach ist allein schon vom Namen her natürlich Blackbeard.
  • Scarlet hat vermutlich viel Inspiration von den berühmten Piratinnen Anne Bonny und Mary Read abbekommen.
  • Honorata hat eine gleichnamige Namensvetterin im Roman „Der Schwarze Korsar“ von 1898 – im Buch heißt sie „de Van Guld“ mit Nachnamen, im Spiel „van Horn“.

Selbst die Bruderschaft der Küste ist Teil des Spiels, genau wie Vorbilder aus dem Indischen Ozean, stilgetreue Bukanier und eingeborene Stämme. All das sind Details, die Piraten-Fans sicherlich kennen und wertschätzen können.

Am meisten daran begeistern mich aber die Schiffe. Es gibt nicht nur verschiedene Schiffstypen, die für unterschiedliche Aktivitäten geeignet sind, sondern auch verschiedene Stufen. Zum ersten Mal eines der größten verfügbaren Schiffe (eine Besatzung von 300 Mann!!!) am Kai liegen zu sehen, hat mir das Herz aufgehen lassen.

Mit meinen Schiffen und Crews kleine Nebenaktivitäten zu erledigen, die allesamt über ein sehr simples Kartensystem mit Fähigkeiten abgewickelt werden, hat mich mindestens so lange beschäftigt wie der Aufbau meiner Piraten-Stadt. Und selbst das ist hervorragend gelöst.

Oh Whisky is the life of man~

Corsair Cove zwingt mich nicht dazu, Städte nach einem Raster zu bauen und mit dem Lineal optimale Wege zu ziehen. Stattdessen regiert das Chaos, oder um es positiv auszudrücken: die Freiheit des Bauens.

Gebäude stelle ich nicht einfach auf den Boden, sondern platziere sie an Wänden, verbinde sie mit Hängebrücken, Seilbahnen und Strickleitern. Die gesamte Logistik bekommt damit eine Dynamik, die ich aus anderen Aufbauspielen so nicht kenne.

Möglichst direkte Wege für Produktionsketten zu schaffen, funktioniert in der Theorie einfacher, aber benötigt vor allem später einiges an Planung:

  • Im Verlauf des Spiels kommen immer neue Produkte dazu, die benötigt werden. Dazu brauche ich Ressourcen-Gebäude, aber auch „Fabriken“.
  • Diese Gebäude brauchen nicht nur Platz, sondern eben auch Anbindung an die Rohstoffe, die meist nur an bestimmten Punkten der Karte verfügbar sind.
  • Dann wollen die neuen Gebäude ja auch noch verwaltet werden … also braucht es Wohnungen und Versorgung.

Nun will aber jeder Pirat ja was anderes: die einen Schnaps, die anderen Rum. Die einen Eintopf, die anderen gebratenes Geflügel. Jede neue Produktionskette braucht also auch noch eine ganze Reihe an Versorgungsgebäuden. Alleine für einen Silberschmied, um meine besten Schiffe zu bauen, musste ich 15 neue Gebäude planen. Und das war nur eine der neuen Fabriken.

Besonders positiv sind mir allerdings die „Prestige“-Gebäude aufgefallen: Jeder Prinzipien-Pfad hat verschiedene Bau-Optionen, die globale Vorteile versprechen. Die einen gewähren etwa passive Buffs für Herstellung, machen Ressourcen-Knoten unerschöpflich oder senken den Unterhalt, andere bieten aktive Fähigkeiten, um Gold, neue Bewohner oder Stärkungen für meine Schiffe zu bekommen.

Yo Ho Ho, und ‘ne Buddel voll … Riesenkraken?

Was ich vielleicht am Wichtigsten an der ganzen Sache finde, ist, dass sich Corsair Cove gar nicht allzu ernst nimmt. Ihr bekommt hier kein historisches Spiel mit Fakten und klaren Regeln, auch wenn offenbar viel Recherche für eine glaubwürdige Grundlage im Spiel steckt. Bestes Beispiel: Schweine, die in der Karibik und im Piratenzeitalter eine große Rolle gespielt haben.

Aber die „ernsten“ Themen werden immer wieder mit fantastischen Begegnungen mit Riesenkraken und untoten Geisterpiraten durchbrochen, mit wilden Geschichten über Piraten-Schweine oder auch einfach nur bescheuerten Interaktionen zwischen den Charakteren oder auch einfach nur Piraten, die mit Schweinen Rum trinken oder in der Taverne tanzen.

Wenn ich mich so im Gaming-Bereich umsehe, schwärmen aktuell viele vom Remaster von Assassin’s Creed: Black Flag. Ich liebe diesen Teil der Reihe mindestens ebenso sehr wie Valhalla und habe hunderte Stunden dort auf See verbracht, aber Corsair Cove gibt mir gerade einfach mehr.

Black Flag ist kein schlechtes Spiel, aber ich habe es schlicht … durch. Corsair Cove dagegen gibt mir etwas Neues zu entdecken und das auf eine Art, die ich vorher von Piraten-Spielen nicht kannte. Ein eigenes Tortuga zu erschaffen, ist schon cool genug, aber die Entwickler haben sich richtig Mühe dabei gegeben, eine interessante Piraten-Welt zu erschaffen, in die ich nur zu gerne eintauche.

Habt ihr Bock auf Corsair Cove? Welches Piraten-Spiel hat euch bisher am meisten begeistert und warum? Schreibt einen Kommentar!

Bisher habe ich nur den Story-Modus von Corsair Cove gespielt. Die meiste Zeit soll laut den Entwicklern aber im freien Modus zu versenken sein. Mich persönlich interessiert die Kampagne mehr, aber allein da ist das Bauen wirklich unterhaltsam. Übrigens bin nicht nur ich von Corsair Cove begeistert: Ich wusste nicht, dass ich ein Piraten-Anno brauche – Dann habe ich über 10 Stunden in eine Demo auf Steam gesteckt

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