Der Controller Razer Kishi macht euer Handy zur Switch – So macht Mobile-Gaming Spaß

Der Controller Kishi von Razer ist speziell für Smartphones ausgelegt und lässt eure Handys damit wie eine hippe Version der Nintendo Switch aussehen. Vor allem mit Game-Streaming-Diensten wie dem im Xbox Game Pass integrierten Dienst Xbox Cloud Gaming (früher XCloud) oder Google Stadia soll der Controller euch optimale Kontrolle fürs Mobile-Gaming bieten. Doch hält das Gerät sein Versprechen im Test? MeinMMO-Autor Jürgen Horn hat den Razer Kishi für euch getestet.

Was ist der Razer Kishi? Als ich den Kishi zum ersten Mal sah, dachte ich “Wow, Razer bringt eine Handheld-Konsole im Stil der Nintendo Switch heraus? Cool!” Erst beim genaueren hinsehen erkannte ich, dass der Kishi ein neuartiger Controller ist, bei dem man ein Smartphone zwischen die beiden Hälften des Controllers packt und damit ein Handy quasi zu einer Art Switch macht.

Der Kishi soll damit mobiles Gaming aufwerten und wird vor allem zum Gebrauch mit Game-Streaming Diensten wie das frühe runter XCloud bekannte neue Xbox Cloud Gaming oder Google Stadia beworben.

Kishi-Controller-Destiny-2
So sieht der Kishi aus.

Die technischen Daten: Bevor ich euch meine Erfahrungen mit dem Kishi erörtere, gibt’s hier ein paar schnelle technische Daten.

AnschlussartUSB-C (Lightning bei iOS)
AkkulaufzeitKeine, läuft übers Handy
Maße94,33mm x 134,1mm x 37,3mm
Gewicht163 Gramm
Preis89,99 € (Android), 109,99 € (iOS)

Der Kishi hat dieselbe Tastenanzahl wie ein aktueller Controller auf der Xbox oder der PS4. Die Tastenanordnung entspricht in etwa der auf der Switch.

Welche Handys passen in dem Kishi kompatibel? Offiziell passen die folgenden Android-Geräte in den Kishi:

  • Samsung Galaxy S8, S8+, S9, S9+, S10, S10+, S20, S20+
  • Samsung Galaxy Note 8, Note 9, Note 10, Note 10+
  • Google Pixel 2, 2 XL, 3, 3 XL, 4, 4 XL
  • Razer Phone 1 und 2
  • Smartphones mit den maximalen Abmessungen 145,3 – 163,7 mm x 68,2 – 78,1 mm x 7,0 – 8,8 mm

Die Apple-Version passt an die folgenden iPhones:

  • iPhone 11, 11 Pro, 11 Pro Max
  • iPhone X, XR, XS, XS Max
  • iPhone 6+, 6s+, 7+, 8+

Womit haben wir getestet? Ich habe den Kishi mit meinem Samsung Galaxy S9 Plus und meinem neuen Galaxy Note 20 Ultra getestet. Das Note Ultra ist offiziell eigentlich zu groß für den Kishi, passt aber trotzdem gerade so noch rein.

Fotos test razer kishi - 04
Das S20 Note Ultra passt gerade so noch rein.

Der Kishi im Test – Taugt er zum geplanten Einsatz?

Das war der erste Eindruck: Der Kishi sieht auf den ersten Blick nicht nach viel aus. Es ist ein kleines, zusammengeklapptes Bündel mit Knöpfen. Über zwei Klammern an der Rückseite kann man es ausklappen und hat dann zwei halbe Controller in der Hand. Die sind an der Rückseite mit einem elastischen Band und einer Plastikplatte verbunden. Letztere dient der Stabilität, wenn das Ding zusammengeklappt ist.

Über einen fest verankerten USB-C-Anschluss (bei der Apple-Version ist es ein Lightning-Stecker) steckt man die Hälfte mit dem Anschluss an die Ladebuchse des Handys. Da es nur USB-C und keinen Platz für Adapter gibt, sind ältere Phones, die noch einen Micro-USB-Anschluss haben hier schonmal raus. Der Kishi klappt nur mit einigermaßen modernen Phones.

razer kishi eingeklappt
Eingeklappt ist der Kishi sehr kompakt.

Steckt das Handy mit der Ladebuchse an der rechten Hälfte des Kishi, müsst ihr nur noch die andere Seite des Controllers an der Oberseite des Handys überstülpen. Ein Gummiflansch verankert dann, zusammen mit dem leichten Druck über das Gummiband, das Handy fest zwischen den beiden Hälften des Kishi.

So bekommt ihr ein solides Gaming-Gerät, das wirklich wie eine sexy Version der Switch aussieht. Da der Kishi keinen eigenen Akku hat, bezieht er seine Energie über das Smartphone. Eine USB-C-Ladebuchse an der Unterseite der rechten Hälfte ermöglicht aber weiteres Laden. Es handelt sich aber nur um einen Ladeanschluss, ihr könnt dort keine Kopfhörer anschließen.

Da die Controller bei den meisten Phones die Lautsprecherausgänge blockieren und so den Sound dämpfen, müsst ihr für das optimale Klangerlebnis zwangsläufig kabellose Kopfhörer nutzen. Auch die Klinkenbuchse wird so wahrscheinlich versperrt werden.

Welche Spiele funktionieren mit dem Kishi? Über die kostenlose Kishi-App könnt ihr Mobile-Games auswählen, die speziell für den Gebrauch des Kishi ausgelegt sind. Darunter Spiele wie Angry Birds GO, Goat Simulator, Aerofly 2 Flight Simulator oder das MMORPG Crusaders of Light. Die könnt ihr gleich via der App herunterladen und an den Kishi anpassen.

Für meinen Test war aber der Einsatz mit Spielen relevant, die man normalerweise auf dem PC oder der Konsole spielt und dank Streaming wie Stadia oder dem Xbox Cloud Gaming jetzt auch auf dem Handy zocken kann.

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Avengers läuft optimal mit dem Kishi.

Denn während ein reines Handy-Game primär für Touchscreens ausgelegt ist, sind es Spiele wie Marvel’s Avengers, Sea of Thieves, ESO oder DOOM Eternal eher nicht. Wenn ihr solche Games unterwegs spielen wollt, müsst ihr zwangsläufig ein passendes Eingabegerät nutzen.

Daher testete ich nacheinander Doom Eternal und ESO mit Xbox Cloud Gaming und später noch Hotline Miami, Assassin’s Creed Odyssey und Marvel’s Avengers via Stadia.

Eine Liste mit coolen Mobile-Games 2020 findet ihr übrigens hier:

Die 8 besten Mobile-MMORPGs 2020 für iOS und Android

Wie fühlt sich das Spielen mit dem Kishi an? Nachdem ich das Phone in den Kishi gepackt habe, ging es sofort los. Auch ohne die App ist der Kishi sofort einsatzbereit und ich startete die ersten Spiele.

Los ging es mit Doom Eternal via Xbox Cloud Gaming. Hier lief alles glatt. Ich tue mich zwar grundsätzlich mit Shootern und Controller-Steuerung schwer, doch mit etwas Übung ging das Gemetzel gut von der Hand. Alle Tasten taten, was sie sollten und ich ballerte, prügelte und sägte mich durch Dämonenhorden.

Weiter ging’s mit ESO. Auch hier lief alles locker. Alle Eingaben wurden präzise umgesetzt und der Kishi lag mit dem Handy zusammen gut in der Hand.

Das Gleiche galt auch bei Hotline Miami, Marvel’s Avengers und Assassin’s Creed Odyssey, die ich alle auf Stadia teste. Auch Googles Streamingdienst unterstützt den Kishi tadellos und die Steuerung funktionierte gut.

razer kishi vergleich
Der Kishi im Größenvergleich.

Sobald man sich an die Tastenanordnung gewöhnt hat, geht die Steuerung intuitiv und locker von der Hand und man kann sich voll auf das Spiel auf dem Handy-Display konzentrieren, während man das Phone an den beiden Kishi-Hälften festhält und gleichzeitig steuert.

Da das Gerät fest mit der Ladebuchse und dem Gummiflansch fixiert ist, braucht ihr auch keine Angst davor zu haben, dass euer teures Phone rausfällt und sich eine Spider-App einfängt.

Allerdings muss ich anmerken, dass die Ergonomie mit dem kleineren S9-Plus besser ausfällt, als mit dem übergroßen S20 Note Ultra. Da ist das Display zwar größer und schöner, aber da das Handy so elends lang ist, ist es etwas weniger komfortabel, damit mit dem Kishi zu spielen. Mit etwas Zeit gewöhnt man sich aber dran.

Razer Kishi für Android - Smartphone Gaming Controller (USB-C Anschluss, Ergonomisches Design, Individuelle Passform für Handys, Analog-Stick, Ultra niedrige Latenz) Schwarz
Razer Kishi für Android (Xbox xCloud) - Smartphone Gaming Controller (USB-C Anschluss, Ergonomisches Design, Individuelle Passform für Handys, Analog-Stick, Ultra niedrige Latenz) Schwarz
Razer Kishi für iPhone - Smartphone Gaming Controller (USB-C Anschluss, Ergonomisches Design, Individuelle Passform, Analog-Stick, Ultra niedrige Latenz) Schwarz

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So praktisch ist der Kishi: Da der Kishi zusammengeklappt in etwa so groß ist wie eine Zigarettenschachtel und kaum etwas wiegt, kann man das Ding locker in die Tasche stecken. Auch in meine hippe Männer-Handtasche passt das Ding neben Tablet und Power Bank noch locker rein.

Das ist meiner Meinung nach der wichtigste Aspekt des Kishi. Denn um Streaming-Games gescheit auf dem Smartphone zu spielen, braucht man einen Controller und wer schleppt ernsthaft immer einen Xbox- oder Stadia-Controller mit sich rum? Die Dinger sind furchtbar schwer und müssen in ein eigenes Case, damit sie nicht beschädigt werden.

razer kishi tasche 01
Den Kishi kann man problemlos einpacken.

Ist man dann bereit zum Zocken, muss man das Phone entweder irgendwo aufstellen oder man schnallt es sich mit einer Art „Kralle“ umständlich an den Controller. Das sieht dumm aus und ist auch nicht bequem, denn zusammen mit dem Handy und dem Controller hat man ein ordentliches Gewicht in der Hand, was bei längeren Zock-Sessions schnell die Handgelenke belastet.

Hier ist die Lösung mit dem Kishi besser. Einfach den Kishi aus der Tasche holen, ausklappen, Handy anflanschen und los gehts mit Marvel’s Avengers in der Mittagspause oder im Zug zur Arbeit.

Endlich ein passender Contoller für Streaming

Ich fand die Idee hinter der Switch immer schon geil, eine Mini-Konsole, die ich immer dabei habe. Aber die Spielauswahl war anfangs nicht meins und die Technik der Switch viel zu schwach. Ich wollte außerdem meine bereits vorhandenen Games unterwegs in guter Qualität zocken.

Das alles ging mit der Kombination aus starken Smartphone und Streaming-Diensten wie Xbox Cloud Gaming oder Stadia. Nur mit der Steuerung haperte es. Ich habe mir extra einen Xbox-Controller geholt und das Handy mit einer Kralle dran gepackt. Das war aber furchtbar umständlich, unbequem und sah saublöd aus.

In einem Café zu sitzen und so eine Monstrosität aus Handy und Xbox-Gamepad verkrampft zu umklammern, ist ein armseliger Anblick und ich kam mir wie ein Depp vor.

Mit dem Kishi sind diese Momente endgültig Geschichte. Das Ding kann ich bedenkenlos in jede Tasche packen. Wenn ich damit zocke sieht es cool und hip aus – Nicht dumm und peinlich.

Auf diese Art kann ich jetzt jederzeit das Handy auspacken und beispielsweise ein paar Crafting-Quests in ESO oder eine kleine Runde Avengers zocken, wenn ich irgendwo warten muss oder sonst unerwartet freie Zeit habe. Ich bereue die Anschaffung des Kishi jedenfalls nicht und kann das Gerät jedem ans Herz legen, der sich nur ein bisschen für mobiles Gaming interessiert.

fragt meinmmo jürgen

Jürgen Horn
Redakteur bei MeinMMO

Quelle(n): Razer
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Dargonet

Ich finde den Controller ja ganz nett aber dann fehlt in vielen Games der Support unter Android. Warum die Cloud Dienste einfach auf das Handy kommen versteh ich auch nicht.

Für das große Tablet ganz nett mit BT Controller, aber wer je ein Handheld in der Hand hatte weiß, dass jedes Game an einen kleinen Formfaktor angepasst werden muss. Größere HUD Elemente, Texte & Beschreibungen.

Tim

Lässt sich genshin Impact damit spielen ?

Xhnnas

Nein, Genshin wird nicht unterstützt. Habe das Teil gehabt und es geht heute zurück nach Saturn. Idee ist schön, aber es werden zu wenig Spiele aktuell unterstützt. Bei Xbox ultimate gibt es zu wenig Spiele bei denen es Sinn macht die mit Controller zu spielen. Two Point Hospital ist ein Paradebeispiel.

kale1990

hmmm eigentlich ne geile idee, nur doof das die smartphones mit den besten performance da niemals reinpassen daher eher flop……microsoft soll mal endlich nen anständigen handheld liefern, darauf wartet man schon ewig xD

Nico Saborowski

Ist doch egal wie gut das Handy ist, wenn ich über bspw. Stadia spiele, oder?

Holzhaut

Ich denke das ist die Zielgruppe.

Brezel

Ich bleib beim XBOX Controller mit Bluetooth und der Halterung zum Einklemmen, die kostet 10€ 😀 Spielt sich auch geil.

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