Darum freuen sich einige Rechte über den Trailer zu CoD: Black Ops Cold War

Activision Blizzard hat einen Trailer zum 2020er Call of Duty: Black Ops Cold War veröffentlicht. Der findet Anklang bei politisch Rechten. Der YouTuber Carl Benjamin nennt den Trailer eine „willkommene Überraschung.“

Das ist der Trailer: Am 19.8. veröffentlichte Activision einen Teaser-Trailer zu Call of Duty: Black Ops Cold War. Den Trailer mussten die Spieler erst mit dem Lösen eines Codes finden und freispielen.

Es heißt im Trailer: Am Höhepunkt des Kalten Kriegs sei Yuri Bezmenov vom KGB in die USA übergelaufen und habe eine beunruhigende Warnung ausgesprochen. Der KGB-Überläufer habe erklärt, wie die Russen die Gesellschaft der USA in einem 15-Jahres-Plan unterwandern, destabilisieren und schwächen. Diesen Prozess nenne man „active measures“: Geheimdienstliche Aktivitäten, um das Weltgeschehen zu beeinflussen.  

Der Trailer stellt dar, welche schlimme Wendung die USA nehmen wird, wenn man den „Schmocks“ erlaubt, eine Regierung in Washington zu installieren, die eine Menge Dinge versprechen wird.

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Die Aussage des Trailers ist: Das basiert auf wahren Ereignissen. Man muss die Geschichte kennen, um sie zu verhindern.

Activision präsentiert historische Figur, aber die ist kontrovers

Das ist das Problem: Die Person, die im Trailer spricht, Yuri Bezmenov, ist tatsächlich eine historische Figur. Bezmenov (1939-1993) lief 1970 in den Westen über.

Auch das Interview, das im Trailer in Ausschnitten gezeigt wird, hat tatsächlich stattgefunden. Wie die US-Seite Kotaku ausführt, gab Bezmenov das Interview dem Verschwörungs-Theoretiker G. Edward Griffin. Der leugnet etwa, dass sowas wie HIV wirklich existiert. Das Interview fand 1984 statt.

Das Interview legt nahe, dass es der Plan der Russen ist, die Gesellschaft der USA zu verändern, indem man die „Gleichheit“ der Bevölkerung fördert.

Indem man Frauen und Menschen, die nicht weiß sind, mehr Rechte gibt, verweichliche man die USA und mache sie bereit für eine russische Invasion.

Kotaku fasst die These von Bezmenov zusammen: Jeder Versuch, in den USA soziale Gleichheit für Frauen, Schwarze oder LGBTQ+ zu erreichen, sei ein russisches Komplott, um die amerikanische Gesellschaft von Innen zu schwächen. Bezmenov habe Linke, Feministen und Kriegsgegner als „nützliche Idioten“ bezeichnet, deren Forderungen es der Sowjetunion leichter machen, die USA zu destabilisieren.

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Seine Aussagen aus 1984 bilden den Hintergrund für den Trailer.

So reagieren jetzt Rechte auf den Trailer: Der bekannte britische Anti-Feminist Carl Benjamin hat einen YouTube-Kanal. Da freut er sich ausdrücklich über den neuen Trailer. Der würde „Yuri Bezmenov dem Mainstream vorstellen. Das sei eine „freudige Überraschung“ (via YouTube).

Es heißt, die USA sei bereits ideologisch unterwandert worden, daher sei es jetzt wichtig, dass die Nachricht auch die „normalen Menschen“ erreicht.

  • In den Kommentaren freuen sich Zuschauer, dass Call of Duty jetzt endlich dem „Ruf der Pflicht“ nachkommt.
  • Das, wovor Bezmenov damals gewarnt habe, sei genauso eingetreten und mittlerweile die Realität. Da müsse man nur den Fernseher anschalten.

Der YouTuber Carl Benjamin trat 2018 für die „UK Independence Party“, eine rechtspopulistische Partei, bei der Europawahl als Spitzenkandidat an. Bekannt wurde er unter anderem für die Aussage, Feminismus wäre dafür verantwortlich, dass die Zahl von Massenmorden durch Männern steigt (via theguardian). Vor dem „stupid social justice feminist bullshit“ hätte es Massenmorde in diesem Ausmaß nicht gegeben.

Das steckt dahinter: Der Trailer von Call of Duty nimmt nur die Aussagen von Bezmenov, die in den Plot passen: Bedrohung, die Russen greifen an, alles wird schlimm.

Die echte „Footage“ dient dazu, Zeitkolorit einzufangen und die Bedrohung realer zu machen. Das passt zum harten Erzählstil, den man schon mit Call of Duty: Modern Warfare anpeilte: Die Entwickler wollten die Welt schockieren.

Bezmenov scheint unter Rechten jemand zu sein, auf dessen Aussagen man sich gerne beruft, um dem eigenen Weltbild mehr Halt zu geben im Sinne von: „Der hat vor 35 Jahren vorausgesagt, was aus uns wird, wenn wir anfangen, weich zu werden und nach links zu rücken.“

Der Kontext, in dem diese Aussagen historisch getroffen wurden, wird im Trailer nicht näher ausgeführt und ausgeblendet. Sicher will Activision Blizzard den politischen Ballast vermeidet, der an diesen Aussagen dranhängt.

Dennoch sorgt die Verwendung des Materials jetzt für eine Kontroverse. Das politisch linke US-Medium Kotaku empört sich und wirft Activision Blizzard vor, „eine Reihe von Entscheidungen zu treffen, die im besten Fall fragwürdig, im schlimmsten Fall brandgefährlich sind.“

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Call of Duty polarisiert.

Call of Duty stellt den Krieg dar und will mit seiner Geschichte polarisieren, aufrütteln und schockieren. Dabei greifen die Autoren auf Ereignisse in der realen Welt zurück. Man braucht offenbar Feindbilder, um vom Krieg zu erzählen.

2019 sorgte die Darstellung der Russen in „Call of Duty: Modern Warfare“ für einige Kritik. Unser Autor und Shooter-Experte Sven Galitzki ist selbst Russe und hatte zum Spiel eine gespaltene Meinung:

Als Shooter-Fan liebe ich CoD Modern Warfare – Als Russe blutet mein Herz

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Weizen

Bin ja gespannt ob sie ihre alte Engine wieder als „it’s a New Engine“ verkaufen wollen, so wie letztes Jahr in MW.
Es ist bekannt dass MW immer noch auf der idTech 3 Engine basiert und das merkt man an der größe der Patches, ein Patch für zB Battlefield 5 ist nicht mal ansatzweise so groß.

Dux

Anti-Feminist Carl Benjamin. Schon an seiner gesinnung merkt man, das dieser Person ganz große probleme hat mit starke Frauen die für sich sorgen können. In Gruppen fühlen sie sich stark, als Einzelgänger eher verunsicherte Menschen die überfordert mit der Umwelt.

Weizen

Wir beide wissen dass Feminismus schon lange nix mehr mit Gleichberechtigung zutun hat sondern eine Anti-weiße Männer Agenda ist.
Gegen die echten Feministen hat (außer Moslems) keiner was, niemand hat ein Problem mit starken Frauen, ganz im Gegenteil. Das Problem sind eher die sogenannten Feminazis (ja so nennt man die wirklich), die sind den ganzen Tag auf Twitter unterwegs, sind Laut und verbreiten ohne ende Lügen und das schlimmste, denen wird auch noch eine Bühne geboten und zugehört.
Von denen wirst du niemals eine auf der Straße sehen um gegen die Ungerechtigkeit im Osten zu protestieren, die gehen nur gegen „Straight White Males“ vor.

Dux

Aha und du kannst also entscheiden wann Feminismus echt ist und nicht echt. Schon deine Ansichten „ala“ Agenda gegen weiße Männer und der Moslem ist der böse….. WTF xD . Ich habe mich immer wieder gefragt, wie es damals zu Judenfeindliche attacken kam und der Feindbild Jude. Jetz verstehe ich das besser. Frust im eigenen Leben ob Privat oder Beruflich und dazu keine Frau bekommen und die Schuld haben immer die anderen. Man sucht sich Sündenböcke und fertig ist mein Weltbild. Rechte und Islamisten ticken hier erstaunlicher weise zu 99% gleich. Ideologie unterscheiden sich aber Geistig bewegt man sich doch im selben Spektrum.

Weizen

Hast es nicht verstanden, belassen wir es einfach dabei.

Mr. Killpool

Fiktiv wäre mir ja lieber.
Wozu braucht man denn in einen ego shooter reale Personen oder echtes Bildmaterial.

AEIOU Predator

Es gibt doch viele EGO-Shooter mit fiktiver Handlung. Die ist nun mal bei der Call of Duty Reihe anders (zumindest in einem grossen Teil davon), da werden oft reale Ereignisse und Konflikte vergangener Zeiten dazu verwendet eine Geschichte zu erzählen. Mir gefällt es. Ist mir aber klar das dies jeder individuell anders sehen kann.

Das dies auch von politischen Fraktionen aufgegriffen wird ist auch schon normal. Ist doch legitim das eine oder andere Thema für sich zu verwenden und dann seine eigenen Ansichten vor anderen damit zu verstärken.

Aber mittlerweile wird jeder Furz dafür verwendet, um Stimmung zu machen.
Egal ob von rechts oder links, es wird nur noch verleumdet, denunziert und die andere Fraktion schlecht geredet. Wäre schön wenn in einer Demokratie wieder miteinander geredet wird um gemeinsam das Beste für die gesamten Menschen im Staat zu erreichen…. aber das Thema wäre jetzt zu komplex und würde sich auch viel zu weit vom Artikel entfernen, deshalb unterlasse ich weitere Ausführungen. 😉

Frank

Naja im großen und ganzen sind die Stories ja doch fiktiv aber eben in einem realen Rahmen. Mir hat das vorallem bei Black Ops 1 sehr gut gefallen. Das Mason evtl. der Attentäter von JFK sein könnte war eine super Idee genau so wie das Verhör und die Flashbacks mit den einzelnen Abschnitten aus dem kalten Krieg. Ich denke das neue COD wird das wieder ähnlich gut machen wenn man sich den Trailer anschaut. Mit einem realen Ereignis Stimmung im Trailer zu machen finde ich völlig okay. Das irgendwelche Spinner das jetzt wieder für sich beanspruchen und ausnutzen war klar aber sind eben einfach Spinner. Klar ist alles so eingetreten aber das das der große russische Plan war bezweifel ich. Außerdem ist Gleichberechtigung kein Zeichen von Schwäche.

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