Borderlands kämpft mit dem Vorwurf, der Loot-Shooter würde Spieler ausspionieren. Jetzt sagt ein Spezialist für die Analyse von Spieldateien, ob das stimmt.
Was ist das für ein Vorwurf? Vor einigen Wochen kam Kritik zu den Borderlands-Spielen auf, weil der Publisher Take-Two Interactive die Nutzungsbedingungen änderte.
- Die Spieler hinterließen tausendfach negative Reviews auf Steam und warfen dem Spiel und dem Entwicklerstudio aufgrund einer Klausel in den Nutzungsbedingungen vor, sie würden die Spieler und ihre Daten ausspionieren.
- Mehrere Rezensionen sagten, dass die Borderlands-Spiele Spyware (also Spionage-Software) installieren würden. Die Spieler beziehen sich dabei auf einen Teil der Datenschutzrichtlinien von Take-Two.
- Als Borderlands 2 vom 5. bis zum 8. Juni kostenlos auf Steam erhältlich war, kam erneut eine Vielzahl von schlechten Bewertungen hinzu.
In den vergangenen 30 Tagen erhielt der zweite Teil der Reihe über 8.500 negative Reviews. Das gesamte Franchise ist im selben Zeitraum bei über 12.000 Kritiken angekommen. Viele Spieler schrieben, dass sie Borderlands 2 nicht mal geschenkt haben wollen (via Steam).
Experte für Datenanalyse erklärt, was am Spyware-Vorwurf dran ist
Wer ist der Experte? Der YouTuber “EpicNNG” ist Modder und Dataminer, der Mods für Call of Duty, Payday und die verschiedenen Borderlands-Spiele veröffentlicht hat. Aktuell arbeitet er an der Wiederbelebung eines Borderlands-MMOs, das in westlichen Ländern nie veröffentlicht wurde.
Als Dataminer schaut er sich die großen Datenmengen eines Spiels im Detail an, um darin beispielsweise Zusammenhänge oder wertvolle Informationen zu entdecken. Oftmals sind es Dataminer, die noch nicht veröffentlichte, neue Inhalte in Spielen entdecken und diese dann an die Öffentlichkeit „leaken“, ehe sie offiziell von einem Entwickler vorgestellt wurden.
EpicNNG ist als Borderlands-Modder und -Dataminer also ein Experte, der die Dateien des Loot-Shooters kennt und in der Lage ist, zu beurteilen, ob in den Spielen Spyware ist.
Dataminer ist überzeugt, Borderlands enthält keine Spyware
Das sagt EpicNNG zu den Vorwürfen: EpicNNG sagt ganz klar, dass Borderlands nach seinen Erkenntnissen keinerlei Spyware enthält:
Zuerst die größte Frage: Enthält Borderlands Spyware? Die Antwort ist nein, es gibt keine Spyware in Borderlands. Ich persönlich habe jedes Borderlands-Spiel gemoddet und kann bestätigen: Die Spiele enthalten nirgendwo Spyware. Und ja, das schließt auch einen Zugriff auf Kernel-Ebene auf euren PC ein. Es existiert schlichtweg nicht. Das Invasivste, was diese Spiele meiner persönlichen Meinung nach je getan haben, ist die Einbindung von DRM, am bekanntesten als Denuvo […].
Der Dataminer führt anschließend aus, dass die Spiele jedoch ein System besitzen, um Statistiken wie Gegner-Kills zu erheben: „Die absolut meiste ‚Spyware‘, die Gearbox in diese Spiele eingebaut hat, ist die Sammlung von Statistiken in Form der Nachverfolgung von Aktivitätsabschlüssen, Gegner-Kills und Charakterwahlen. Das ist also nicht neu und existiert meines Wissens seit 2012. […] Es ist in fast allen Videospielen mit Verbindung zu einem Online-Dienst extrem verbreitet.“
Können die Entwickler nachträglich unbemerkt Spyware hinzufügen? EpicNNG ist überzeugt, dass die Entwickler nicht unbemerkt irgendeine Form von Spyware zu den Borderlands-Spielen hinzufügen könnten, da die Modder jeden Hotfix protokollieren und prüfen. Er erklärt:
„Die Borderlands-Spiele enthalten ein Hotfix-System, mit dem Gearbox in der Lage ist, von ihrer Seite aus Änderungen an den Spielen vorzunehmen. Nach unserem Wissen als Modder gibt es für sie derzeit keine Möglichkeit, hierbei Spyware einzuschleusen, noch gibt es eine Möglichkeit für sie, Ihre persönlichen Informationen zu ihrem theoretischen Vorteil zu schürfen. Sollten sie dies jedoch tum – und selbst wenn wir nicht verstehen würden, wie sie es tun – wüssten wir sofort, dass sie etwas tun, denn jedes einzelne Mal, wenn sie einen Hotfix auf ihren Server aufspielen, wird dies von uns protokolliert. Wir protokollieren jeden einzelnen Hotfix, der live geschaltet wird. Wir sind in der Lage, die Änderungen zu prüfen und zu verfolgen, sobald sie auf dem Server öffentlich verfügbar werden.“
Das sagen die Entwickler zu den Vorwürfen: Inzwischen haben sich auch die Entwickler von Borderlands, Gearbox Software, zu den Vorwürfen geäußert. Sie sagen deutlich, dass die Borderlands-Spiele keine Spyware enthalten und die Datenschutzrichtlinien für alle Medien und Plattformen gelte.
Das heißt, dass die Richtlinien auch für Webseiten oder die Account-Erstellung gelten, bei denen sich Spieler anmelden müssen und gegebenenfalls Daten wie eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeben. Die vollständige Stellungnahme der Entwickler könnt ihr hier nachlesen: Spieler wollen einen der besten Loot-Shooter auf Steam nicht einmal geschenkt haben – Jetzt äußern sich die Entwickler
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Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Für mich persönlich braucht es da mehr als die Aussage eines Fan Boys
Dann kannst du die Dateien selber nach Spyware scannen.
Ich mache es mir viel einfacher und kaufe einfach nichts mehr von denen. Problem gelöst
Aber es stand doch im Internet, also muss es wahr sein!!!11!!!1
Also kann der Mob die Fackeln wieder löschen und die Heugabeln im Schuppen verstauen.
Ich finde diese Entwicklung echt schade für die Spiele. Jetzt haben Borderlands 2 und Co tausende negative Bewertungen bekommen, und an alledem ist gar nichts dran – zumindest, wenn man dem Dataminer glaubt.
Ist definitiv schade aber so eine Hexenjagt ist ja sogesehen auch nichts neues.
Mich selbst hats nicht gekratzt obs jetzt wahr wäre oder nicht. Leute regen sich teils auf, dass Firmen Daten von Ihnen klauen haben aber facebook, insta, alexa, etc.
Wenn die sowas tun würden und das gegen den DSGVO verstößt – wäre das selten dämlich. Wie du sagst, die Leute sind zu scharf auf Hexenjagden, die angeblich so “rechtschaffenen”. leider fehlt ihnen dann der Charakterzug auch mal zu zugeben, da gibt es dann doch keinen Unterschied zwischen den Menschen die sie bekämpfen und verurteilen.