Insider-Bericht: Bei Call of Duty: Black Ops 4 lief vieles richtig schief

Ein Insider-Bericht über die Entwicklung von Call of Duty: Black Ops 4 wirft kein gutes Licht auf Treyarch und Activision Blizzard. Planänderungen führten zu massiven Überstunden. Der Modus „Blackout“ soll in nur 9 Monaten gebastelt worden sein. Die Kampagne wurde gestrichen, der Release vorgezogen.

Woher kommen die Informationen? Die kommen von der US-Seite Kotaku. Dort hat man mit 11 ehemaligen oder aktuellen Mitarbeitern gesprochen, die anonym bleiben möchten, um ihre Karriere nicht zu gefährden.

Es ist ein langer Insider-Bericht dabei herausgekommen, der sorgt für ähnlichen Wirbel wie der Bericht über die Entwicklung bei Anthem. Es sind einige Parallelen zu erkennen.

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Sie wollten unbedingt vor Red Dead Redemption 2 erscheinen

Darum hatte Black Ops 4 keine Kampagne: Black Ops 4 erschien ohne Singleplayer-Kampagne und dafür mit einem 100-Mann-Battle-Royale-Modus. Das war aber nicht der Plan, sondern es kam chaotisch zustande.

Laut den Quellen war eigentlich eine Kampagne geplant und auch schon in Arbeit. Das Team machte Überstunden, um die ersten Missionen vor Weihnachten 2017 fertigzustellen und sie Activision vorzulegen.

Doch die Pläne wurde umgeworfen:

  • Es sollte erst eine 2vs2 Kampagne in einer postapokalyptischen Welt sein. Man spielte mit einem Freund gegen 2 andere Menschen – oder Bots übernahmen die Funktionen der anderen. Da gab’s aber technische Probleme
  • danach eine normale Singleplayer-Kampagne – dafür war aber nicht mehr genug Zeit
  • dann hat man die Kampagne ganz gestrichen – und brauchte Ersatz, weil Fans einen weiteren Modus erwarteten neben PvP und Zombies
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Blackout in nur 9 Monaten entwickelt

Darum kam Blackout: Als Ersatz stellte Call of Duty: Black Ops 4 dann den Blackout-Modus in nur 9 Monate zusammen.

Die Zeit drängte, weil man unbedingt vor Red Dead Redemption 2 erscheinen wollte. Eigentlich war das Release von Black Ops 4 für den November 2018 geplant. Um Red Dead Redemption 2 zuvorzukommen, zog man den auf Oktober vor.

Der Blackout-Modus in Call of Duty: Black Ops 4 sorgte für noch mehr Überstunden. Für Blackout entschied man sich, um an den Erfolg von Fortnite und PlayerUnknown’s Battlegrounds anzuknüpfen.

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Diese Auswirkung hatte der harte Crunch: Das Streichen der Kampagne und die Entwicklung eines neuen Modus „von Grundauf“, sorgte für erheblichen Zeitdruck und massive Überstunden für das Team.

Es heißt

  • Leute hätten angefangen zu trinken, um es auszuhalten
  • Es kam zu Panikattacken und Burnouts
  • Manche verloren die Leidenschaft für das, was sie da tun

Wen traf es am härtesten? Der Bericht zeigt, dass vor allem die „Quality-Assurance“-Tester bei der gestauchten Entwicklung des Shooters litten. Das sind bezahlte Spiele-Tester und Bug-Jäger.

Die sind Vertragsarbeiter, also keine festen Angestellten, und haben daher unter einigen Nachteilen zu leiden.

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So heißt es, Tester wurden bei Call of Duty: Black Ops 4 wie Bürger zweiter Klasse behandelt:

  • Tester arbeiten getrennt von den anderen Entwicklern und müssen im zweiten Stock bleiben, während die meisten Entwickler im ersten sind
  • sie sollen nicht mit anderen Entwicklern sprechen, heißt es
  • sie sind generell isoliert, nehmen nicht an Umfragen zur Arbeits-Zufriedenheit teil, haben das Gefühl, sie finden kein Gehör

Das ist das Problem: Die Tester haben 70 Stunden die Woche gearbeitet.

Bekommen aber keine Boni ausgezahlt, weil sie eben nur Vertragsarbeiter sind. Ihr Basis-Gehalt liegt bei etwa 13$ pro Stunde.

Daher hat es viele hart getroffen, als im Januar 2019 bekannt wurde, dass der neue Chief Financial Officer von Activision Blizzard einen Bonus über 15 Millionen US-Dollar erhalten hat.

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Das war besonders fies: In der schlimmsten Zeit arbeiteten 2 Schichten von Testern je 12 Stunden am Tag. Von 10 Uhr morgens bis 22 Uhr abends und von 22 Uhr abends bis 10 Uhr morgens.

Was die Tester aufregte, war es, dass die Klima-Anlage abgeschaltet wurde, sobald alle Entwickler abends gegangen waren. Die Nachtschicht musste bei schwitzig-ekligen Temperatur arbeiten, denn die Server geben ja weiter Wärme ab.

Bei Beschwerden hätte es nur geheißen „Die Klimaanlage ist kaputt“, dabei wäre sie den ganzen Tag gelaufen und immer zur selben Zeit abgeschaltet worden.

Der Bericht erzählt dann ausführlich, welche Auswirkungen diese Arbeitsbedingungen auf die QA-Tester haben.

Es werden zudem Entwickler zitiert, dass die Qualität des Spiels darunter leide, wenn die QA-Tester so isoliert vom Team arbeiten.

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Autor(in)
Quelle(n): kotaku
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