Das Hobby 3D-Druck verändert sich ständig und bekommt neue Möglichkeiten, Designs zu erweitern und zu verbessern. Unser Tech-Autor Jan Hartmayer ist mittlerweile auf den Geschmack des Scannens gekommen. Mit seinem neuen Gadget werkelt er stundenlang an neuen Projekten herum.
Ich bastle mittlerweile schon seit mehreren Jahren an verschiedensten Projekten rund um den 3D-Druck. Von Repliken über nützliche Hilfsmittel im Alltag bis hin zu kompletten Cosplay-Teilen ist alles dabei.
Dabei nutze ich viele vorgefertigte Modelle und passe sie mir nach meinen spezifischen Bedürfnissen an. Dazu messe ich vielerlei ab. Der gesamte Prozess dauert, je nach Komplexität eines Projektes, zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen.
Ich wollte mir schon immer einen Helm als Cosplay selbst ausdrucken und bemalen. Mit einem simplen Maßband bekomme ich allerdings ungenaue Messergebnisse im Zentimeterbereich, und das reicht mir nicht.
Mit meinem neuesten 300-Euro-Upgrade meiner Hardware, einem sogenannten 3D-Scanner, kann ich nicht nur alle möglichen Objekte einscannen, sondern spare mir auch stundenlange Messarbeit.
Scannen, Importieren und Drucken
Ein 3D-Scanner funktioniert ähnlich wie herkömmliche Geräte an der Kasse im Supermarkt. Mit dem Unterschied, dass er statt eines Strichcodes ein dreidimensionales Objekt aufnehmen kann.
Damit ergibt sich nach Abschluss eines Scans ein vollständiges Bild eines Objektes, welches wiederum in einer Bearbeitungssoftware wie Blender oder Tinkercad importiert und danach verändert werden kann.
Anschließend kann die Datei in ein Slicerprogramm geladen und entweder weiter verändert oder direkt ausgedruckt werden. Damit kann man unter anderem seinen Kopf einscannen und eine Büste von sich selbst ins Wohnzimmer stellen. (Nicht, dass ich sowas machen würde…)
Dazu sei gesagt, dass die Software meines 300-Euro-teuren Creality CR-Scan Ferret Pro nicht gerade einsteigerfreundlich ist und ich erst nach Stunden des Testens erste richtige Scans produzieren konnte. Ebenfalls hatte er per Handyapp immer wieder Verbindungsprobleme, die aber bei einer PC-Nutzung nicht aufgetreten sind.

Mittlerweile nutze ich den Scanner wirklich häufig und frage mich nur: Warum habe ich mir nicht früher einen 3D-Scanner gekauft? Denn ich kann damit einfach meinen Kopf einscannen, diesen unbearbeitet in meinen Bambulab-Slicer hauen und als Schablone für Cosplay-Helme benutzen.
Dadurch spare ich mir stundenlanges Messen und Testdrucken, bis ich endlich die richtige Größe für ein Teil gefunden habe. Ich bin wirklich zufrieden und werde mir wahrscheinlich in Zukunft noch bessere Scanner mit höherer Genauigkeit zulegen.
Deswegen kann ich jedem 3D-Druck-Enthusiasten nur empfehlen, sich zumindest mit dem Thema Scannen auseinanderzusetzen. Es gibt zwar auch kostenlose Apps für das Smartphone wie zum Beispiel Polycam, doch diese sind nur sehr limitiert, was Auflösung und Detailgrad angeht. Des Weiteren gibt es noch Fanatiker, die sogar noch einen Schritt weitergehen: Fan druckt 1.752 Einzelteile in 20 3D-Druckern für eine lebensgroße Statue von Horus aus Warhammer 40k, braucht 5 Monate dafür
Was haltet ihr von 3D-Scannern? Benutzt ihr sie? Wollt ihr euch einen anschaffen oder denkt ihr, sie sind überbewertet? Schreibt es uns in die Kommentare.
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