Ich baue selbst seit Jahren meine Gaming-PCs zusammen, kann das aber keinem Anfänger empfehlen 

Gaming-PCs zusammenbauen, ist für viele Enthusiasten schon fast eine heilige Tradition. Es wird oft auch als das Lego der Erwachsenen bezeichnet. Umso überraschender ist es, dass unser Tech-Autor und Computer-Schrauber-Experte Jan Hartmayer Anfängern gar nicht empfiehlt, ihre Rechner selbst zusammenzuschrauben. 

Seitdem ich ein Teenager war, schraubte ich an allen möglichen Hardware-Komponenten rum. Von alten Rechnern und Lautsprechern bis hin zu Routern war alles dabei. Dabei sind auch einige Teile kaputtgegangen, da mir schlichtweg einfach die nötige Erfahrung fehlte. 

Auch mein erster „Gaming-PC“ ist einer Erkundungstour zum Opfer gefallen. Ich wollte eine alte Festplatte ausbauen und das Stromkabel klemmte. Durch zu festes Ziehen bin ich, als sich das Kabel dann doch löste, am Mainboard hängen geblieben und habe es stark eingedellt und damit sofort zerstört. 

Die Erfahrung hat mir gezeigt, wie schnell Hardware und das damit verbundene Geld weg sein können. Denn die meisten Garantien greifen nicht, wenn ein Nutzer Komponenten selbst beschädigt.

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Warum ist RAM so teuer? Die aktuelle Situation in 2 Minuten erklärt

Auf Nummer sicher gehen 

Deswegen empfehle ich aus verschiedenen Gründen neuen Gamern und Hardware-Enthusiasten bei ihrem ersten Rechner, nicht zum Selbstbau zu greifen, denn: 

  • Hardware wird immer teurer und Fehler können schnell kostspielig werden. 
  • Einen Gaming-PC zusammenzubauen ist komplex und kann einen Anfänger leicht überfordern. 
  • Nicht jeder Gamer hat Interesse daran, seine eigene Hardware zusammenzuschrauben, und das ist auch vollkommen in Ordnung. 
  • Selbstbau ist nicht immer die Wunderwaffe für einen günstigeren Rechner, denn oftmals gibt es auch Angebote für fertige Gaming-PCs, die sogar günstiger sind. 

Außerdem habt ihr mit einem Prebuilt die Sicherheit, wenn Fehler auftreten, das ganze System auf einmal beim Hersteller/Verkäufer einzusenden. Das geht beim Selbstbau nicht. Dort müsst ihr möglicherweise stundenlang auf Fehlersuche gehen und das bestimmte Bauteil finden, das defekt ist. 

Der PC meiner Partnerin hat mich zum Beispiel viele Nerven im Zusammenbau gekostet und hätte mir als Prebuilt viel Zeit und Ärger erspart. 

Probieren geht über Studieren 

Trotzdem ist das Hobby des Selbstbaus meiner Meinung nach essenziell für die Gaming-Community und mehr Leute sollten sich daran versuchen. Aber hierbei sollte am besten für Anfänger immer ein Bastler mit mehr Erfahrung dabei sein, um potentielle Fehler zu vermeiden. 

Denn nichts ist ärgerlicher, als eine teure Komponente in Sekunden zu verlieren, weil man einen Fehler begangen hat. 

Wer etwa unbenutzte und veraltete Hardware von seinen Geschwistern, Eltern oder sich selbst herumliegen hat, kann diese hervorragend zu Übungszwecken missbrauchen. Vergewissert euch aber davor, dass diese Komponenten wirklich nicht mehr gebraucht werden. Leidet ihr und eure Hardware mittlerweile genauso wie wir unter der Sonne? Dann empfehlen wir: 19 Tipps gegen Hitze aus der MeinMMO-Redaktion, um dem Wetter erfolgreich zu trotzen

Würdet ihr einem Anfänger heutzutage noch zum Selbstbau raten? Denkt ihr, es ist den Zeitaufwand und das Risiko wert, sich einzuarbeiten? Oder kauft ihr selbst nur Prebuilts? Schreibt es uns in die Kommentare!

Kommentare

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6 Kommentare
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THEulx

Im Grunde ist es heutzutage wirklich einfacher geworden, weil man weniger Add-in Karten braucht als früher.
Sound, Netzwerk, WLAN, Bluetooth sind heutzutage schon auf dem Mainboard integriert und liefern brauchbare Ergebnisse.
Wenn ich mich da an die 90er zurückerinnere…
So manche Karte musste erst passend gejumpered werden und musste auch als erstes installiert werden, weil es sonst zu Hardware Adress Konflikten kam.
Stichwort ISA…
Plug and Play war damals gerade erst um Kommen bei neuen PCI Karten.
Und dann als die erste Generation DDR RAM auf die Consumer losgelassen wurde, von denen viele nur als Kaffeelöffel nutzbar waren😂
Auf LANs waren die ersten paar Stunden immer dafür eingeplant jedem sein System ans Laufen zu kriegen🙄
Kompatibilität ist heutzutage schon fast selbstverständlich, sofern man die passende CPU/Mobo/RAM Kombo kauft.
Alles andere steckt man rein und es läuft.
Aber ja, Komponenten können heutzutage z.T. viel teurer als damals sein, besonders Grafikkarten und besonders bei leistungsstarker Hardware muss man dann auf andere Dinge achten als früher…
Wo früher ein kleiner Lüfter für die CPU gereicht hat braucht es heute High Airflow im ganzen Gehäuse, gute, sichere Steckverbindungen und starke Spannungsversorgung, damit nichts abraucht.
Aber so ist das eben, alte Probleme verschwinden und neue tauchen auf…
Generell würde ich jemand unerfahrenen auch mit Youtube Videos nicht dazu raten selbst zu bauen.
Jemanden mit Ahnung dabeizuhaben ist unersetzlich. Aber leider gibt’s auch da eine große Spannbreite und auch ab und an Selbstüberschätzung🤷‍♂️
Ich hab selbst im Laufe der Zeit einigen geholfen ihre Systeme zusammenzubauen und hatten nie Probleme *klopfaufholz*

themrc

Ich hab mir das PC-Zusammenbauen sehr früh selbst bei gebracht, allerdings damals mit einem 133Mhz-Prozessor und 64 MB RAM.

Die Lehren, die ich aus dieser Zeit gezogen habe: immer schauen, ob der RAM richtig herum im Sockel sitzt. Und den CPU-Lüfter auch am Mainboard anstecken.

Hat mich einiges an meinem Taschengeld gekostet damals. Aber meinen letzten PC, der mich etwas über 2600 € gekostet hat und Ende 2024 das Licht der Welt erblickte, ist dafür ein Prachtstück geworden.

vulperabeste

Ich finde das nicht ganz zutreffend. Früher war es viel schwieriger einen PC zusammen zu bauen als heute, allein dass die CPUs keine Pins mehr haben sondern Plättchen, das hat schon einiges an Schadenspotential beim Selberbau rausgenommen.
Noch dazu hat man heute unzählige Tutorials von verschiedenen Leuten die einem den Selbstbau minutiös erklären, wenn man nicht grade jemanden persönlich kennt der das macht oder kann.

Es gibt Feinheiten die einen überfordern können, aber die kriegt man auch gelöst. Das beste Beispiel dafür ist mir selbst passiert: Ich habe meinen PC zusammen gebaut und beim Bestellen natürlich darauf geachtet, dass alle Teile miteinander kompatibel sind. Also alles zusammengebaut, angeschaltet: nur ein kryptische Fehlermeldung. Mit etwas googeln habe ich dann herausgefunden, dass meine CPU später als das Mainboard produziert wurde und die zwar kompatibel sind, das Mainboard aber ein Update brauchte um die CPU überhaupt zu erkennen. Dann musste ich erstmal auf einem anderem PC einen USB-Stick vorbereiten um das Mainboard zu flashen, aber grade DAS sind halt dann Dinge, die einen beim Selbstbau passieren können die einem keiner vorher erzählt im Normalfall.

KickDownCH

Also ein PC zusammenbauen ist heut zu Tage wie Lego. Ich meine, Mainboard, CPU, RAM, SSD und Graka. Viel mehr brauchts ja nicht mehr. Und das kriegt jeder zusammen der ein wenig Interesse daran hat. Vor allem gibt heute unzählige Videos die Erklären wie das geht. Der Zusammenbau ist einfach, schwierig ist eher das auswählen der richtigen Komponenten.
Früher war das noch anders. Es gab eine Zeit da brauchte man noch einen Adapter für die CPU. Dann brauchte es noch Floppy, DVD/CD-ROM/Brenner, Soundkarte, Netzwerkkarte. Bei IDE musste man Slave/Master richtig setzten… Im Vergleich dazu ist es heute einfach Plug’n’Play.
Wenn man gar keine Erfahrung hat sollte man sich schon vorher etwas schlau machen, aber selber bauen ist in jedem Fall die bessere Lösung und sollte auch jeder mit genug Interesse hinbekommen.

themrc

Also ein PC zusammenbauen ist heut zu Tage wie Lego

Nur mit dem Unterschied, dass dir bei einem Fehler halt mal Teile im Wert von 100 bis 2500 € futsch gehen können, je nachdem, welches Bauteil es betrifft.

shadowsky

Also ich habe bei YouTube bei diversen Kanälen zb it raid oder Kreativ Ecke mir Tutorials angeschaut bevor ich meinen ersten PC selber zusammengebaut habe.
Ich hab da einfach vorrausschauender gedacht da mir klar war dass Hardware auch damals nicht unbedingt günstig war.
Der erste und tatsächlich einzige Fehler den ich gemacht hatte wahr nur dass die Power Taste nicht richtig angeschlossen wahr.
Ich kann definitiv jedem Empfehlen das Mal zu probieren ABER würde euch raten vorher irgendwie mal son Tutorial anzuschauen, danach ist es eigentlich kinderleicht.

Zuletzt bearbeitet vor 20 Tagen von shadowsky
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