Battlefield 6 rechtfertigt nach 4 Saisons und etlichen Patches endlich das 70€-Preisschild, aber die größte Release-Sünde plagt das Spiel weiterhin

Battlefield 6 Dariusz skeptisch

Neun Monate nach Release lohnt es sich endlich, Battlefield 6 wieder zu starten. Der Shooter hat jetzt fast den Umfang eines richtigen 1.0-Releases.

Der 10. Oktober 2025 – ganze neun Monate ist es her, dass Battlefield 6 veröffentlicht wurde. Nach einem extrem starken Start mit über 656.000 zeitgleich aktiven Spielern allein auf Steam und über 7 Millionen verkauften Kopien in der Release-Woche, mache sich aber schnell Ernüchterung breit – auch unter Fans wie mir, die den Shooter in hohen Tönen gelobt haben.

Ende Oktober und Anfang November gab es zeitgleich zu viele Probleme:

  • Manche Maps waren durch Bugs oder Exploits unspielbar (mit der Aufklärer-Drohne fliegen, um unerreichbare Dächer zu besetzen; Helikopter spawnen für ein Team nicht; etc.).
  • Fahrzeuge fühlten sich viel zu schwach an, vor allem, weil ein Bug dazu führte, dass lasergelenkte Raketen Gegenmaßnahmen ignorierten und IMMER ihr Ziel trafen.
  • Die Map-Auswahl war mit 8 großen Karten (+ Saints Quarter) kleiner als bei den Vorgängern.
  • Es gab viel Kritik an der Größe der Release-Maps: die waren relativ klein und spielten sich hektisch. In Schlachten, die im Schnitt 40 Minuten dauern, ermüdet das.
  • Der beliebte Little Bird und jegliche Form von Wasserschlachten waren komplett nicht vorhanden.
  • Die Waffen-Auswahl war solide, aber nicht auf BF4-Niveau.
  • Das Fortschrittssystem mit den Herausforderungen zum Freischalten neuer Waffen und Gadgets war schlecht abgestimmt, manche Challenges waren zu hoch angesetzt.
  • Zudem gab es Probleme mit dem Gameplay: zu starker Weapon-Bloom, Probleme mit der Treffer-Registrierung, heftige Movement-Exploits.

Inzwischen sind wir in Season 4 angelangt und EA ist viele Probleme angegangen, die Battlefield 6 zum Release hatte. Der Shooter ist fast an dem Punkt angekommen, das 70-€-Preisschild wert zu sein, aber ein Kritikpunkt bleibt weiterhin bestehen.

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Battlefield 6 zeigt Season 4 im Trailer

Endlich gibt es den Content, der zum Release fehlte

Blicken wir jetzt in Season 4 auf die Probleme, die Battlefield 6 kurz nach dem Release plagten, stellen wir fest: Wir haben inzwischen ein Spiel, in das es sich lohnt, nochmal reinzuschauen. Viele der Bugs, Exploits und sonstigen Probleme wurden behoben. Besonders der Weapon-Bloom und die Treffer-Registrierung sind nun viel besser.

Fahrzeuge spielen jetzt eine wichtigere Rolle als zum Release. Ich bin eher Infanterist und selten in Panzern, Helikoptern oder Jets unterwegs und kann deshalb nicht einschätzen, ob sie insgesamt stärker sind als zuvor. Ich merke jedoch, dass die Einführung des Little Birds dem Balancing stark geholfen hat.

Dank des Little Birds gibt es insgesamt mehr Luftfahrzeuge, die zudem verschiedene Rollen einnehmen. So profitiert etwa der Kampfhubschrauber durch den Little Bird, weil Pioniere mit Raketenwerfen, die Anti-Air und feindliche Piloten mehr Ziele haben. Ich hatte dementsprechend einige Runden, in denen die Transport- oder Attack-Helikopter wichtige Arbeit leisteten und nicht nach wenigen Sekunden in Flammen aufgingen.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei auch die Map-Auswahl. Wir haben inzwischen einige größere Karten bekommen. Angefangen mit Eastwood waren später vor allem Kontaminiert, Golmud Bahn und das neue Tsuru Reef tolle Ergänzungen. Das sind allesamt Karten, auf denen sich die Fahrzeuge ausleben können. Gleichzeitig sind diese Maps durch ihre Größe weniger hektisch und bieten beim Rotieren zwischen den Flaggen die Möglichkeit, kurz etwas Luft zu holen und runterzukommen, ehe es ins nächste Gefecht geht.

Tsuru Reef brachte zudem Naval Warfare. Das hat Battlefield 6 eindeutig gefehlt und hätte zum Release oder spätestens mit Season 1 im Spiel sein müssen. Season 4 ist für die Einführung von Wasserschlachten viel zu spät, aber es ist trotzdem ein wichtiger Schritt, den das Spiel gegangen ist. Mit Wake Island und den neuen 2-Sitzer-Jets, die im Verlauf der Season nachgereicht werden, wird es einen weiteren Qualitätssprung geben.

Und Hagental Base ist eine grandiose Map im Spirit von Metro und Locker und viel besser als Empire State – also ist auch für uns Infanteristen gesorgt.

Battlefield 6 ist fast am Ziel, aber noch nicht angekommen

Mein Fazit zum aktuellen Zustand von Battlefield 6: Es lohnt sich, mal wieder reinzuschauen. Neun Monate nach Release ist das Spiel fast die 70 € wert, die es gekostet hat. Ich kritisiere aber ausdrücklich den Release-Zustand des Spiels, der sich im Live-Game als deutlich schlechter entpuppte, als es in der Preview-Version abzusehen war. Viele Bugs und Exploits wurden erst nach dem Release entdeckt und anschließend dauerte es zu lange, bis diese behoben wurden.

Zudem korrigiere ich meine eigene Review von Battlefield 6 und gestehe ein: Die Community hatte recht. Die größeren Maps und der Little Bird haben dem Spiel gefehlt. Zwar mag ich die kleinen Karten und das schnelle Gameplay, aber die Abwechslung ist wichtig, damit das Spiel nicht zu schnell ermüdend wird, wenn wir über mehrere Eroberungs-Matches unter dauerhaften Beschuss von Action zu Action flitzen. Ich war überzeugt, dass die kleineren Maps mich nicht stören würden, aber schließlich waren es die Map-Auswahl und die Exploits, die dazu führten, dass ich monatelang kaum Battlefield 6 spielte.

Außerdem ist der Portal-Modus wie schon in Battlefield 2042 eine komplette Enttäuschung, und hier kommen wir zu der Release-Sünde, die Battlefield 6 immer noch plagt: der fehlende Server-Browser.

Portal ist nutzlos und wird (zurecht) komplett ignoriert. Dass sich EA obendrein für Open-Weapons als primären Spielmodus entschieden und Closed-Weapons nicht nur aus dem personalisierten Matchmaking ausgeschlossen, sondern komplett gekickt hat, versaut mir komplett den Spielspaß. Open-Weapons hat für mich nichts in Battlefield zu suchen.

Gebt mir wenigstens den Server-Browser, damit ich mir einen Server mit Gleichgesinnten suchen kann, die das ursprüngliche Battlefield-Gameplay bevorzugen und entsprechende Einstellungen und Regeln auf ihrem Server haben. Dann habe ich auch kein Problem damit, dass über das normale Matchmaking nur Open-Weapons zur Verfügung stehen – schließlich will ich den Spielern nichts wegnehmen, die das bevorzugen.


Habt ihr Battlefield 6 in letzter Zeit mal gespielt, und wenn ja, wie ist euer gegenwärtiger Eindruck vom Game? Schreibt es uns in die Kommentare! Falls ihr noch nicht reinschauen konntet, findet ihr hier meinen Anspielbericht zu Season 4, den neuen Waffen und der Map Tsuru Reef: Season 4 von Battlefield 6 angespielt: Die neue Map ist wunderschön und riesig, aber ich habe Angst davor, wie ihr sie spielen werdet

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