Nach kontroversen Aussagen zum Gaza-Krieg bannte Twitch 2024 einen seiner größten Streamer, Zack „Asmongold“ Hoyt. Der entschuldigte sich und gelobte Besserung. 2 Jahre später sieht die Situation anders aus.
„Ich würde jeden erschießen. Wenn es Kinder sind, Frauen, Männer, wer auch immer. Erschießt sie einfach.”
Das sagte der Twitch-Streamer Asmongold am 3. August zum Ausnahmezustand auf der spanischen Exklave Ceuta (via X). Die Aussage gilt als Ursache für eine vorübergehende Sperre, welche die Streaming-Plattform kurz darauf verhängte.
Über die Ceuta-Krise hatte die tagesschau ausführlich berichtet.
Früher kannte man Asmongold vor allem als MMORPG-Streamer, der mit dem Image eines Höhlentrolls spielte.
Das Ende der Influencer-Entschuldigung?
Wie unterscheidet sich das von ähnlichen Fällen? Eigentlich folgen solche Influencer-Skandale einem bewährten Muster:
- Content Creator sagen oder tun etwas Kontroverses.
- Es folgen ein öffentlicher Aufschrei und mögliche Konsequenzen wie ein Twitch-Bann oder ein freiwilliger Rückzug.
- Content Creator veröffentlichen ein schriftliches Statement oder ein Video, in dem sie Fehler eingestehen, Besserung geloben und ankündigen, die Auszeit zu nutzen, um an sich zu arbeiten
- Nach einer Weile können die Influencer dann meistens zurückkehren und wieder Content produzieren. Manche Creator nutzen solche Sperren sogar geschickt als PR-Maßnahme.
Auch Asmongold selbst war diesem Handbuch 2024 noch brav gefolgt. Er entschuldigte sich ausführlich, plante, sein Leben in Ordnung zu bringen, kehrte zwei Wochen später zurück und verfiel schnell wieder in alte Muster.
Diesmal sparte sich Asmongold die Entschuldigung jedoch direkt ganz. In einem YouTube-Video vom 8. August wiederholte der Streamer seine Aussagen und bekräftigte sie sogar noch. An anderer Stelle erklärte er, er stehe zwar zu seinen Aussagen, werde sich in Zukunft jedoch etwas zurückhalten – aber nur, um sich weiteren Stress mit Twitch zu ersparen.
Ich drehe wahrscheinlich ein bisschen zu sehr auf und wahrscheinlich könnte ich eine andere Rhetorik verwenden und so weiter. Aber ich möchte, dass ihr wisst, dass ich mich für nichts entschuldige. Ich habe genau das gemeint, was ich gesagt habe.
[…]
Das ist der Grund, warum ich so rede, wie ich rede und es tut mir nicht leid. […] Ich werde offensichtlich probieren, es ein bisschen zu entschärfen, weil ich nicht dauernd suspendiert werden will.
Asmongold via YouTube
Die „Influencer-Entschuldigung“ ist mittlerweile ohnehin zu einer Art Meme geworden, wirkt sie doch meistens eher wie sorgsam durchgetaktete Schadensbegrenzung als aufrichtige Reue.
Asmongold zeigt nun: Man muss nicht einmal mehr so tun, als täte es einem leid.
Eure Meinung ist gefragt: Wie steht ihr altbewährten Influencer-Entschuldigung? Ist euch gespielte Reue lieber als gar keine? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.
Wenn Selbstreflexion zur Schwäche wird
Asmongolds Reaktion steht exemplarisch dafür, wie stark sich der Ton in Online-Diskursen, aber vor allem in seiner eigenen Gefolgschaft, in den vergangenen 2 Jahren seit seinen Gaza-Kommentaren, verändert hat.
In der breiten Masse mögen die Aussagen des Streamers noch nicht salonfähig sein, in seiner eigenen Community fühlt sich Asmongold aber offensichtlich sicher genug, um keine Einbußen fürchten zu müssen.
Im Gegenteil: Eine Entschuldigung wäre bei seinen Fans vermutlich eher als „Einknicken“ gewertet worden. Bereits 2024 waren einige Zuschauer entsetzt, als Asmongold einige seiner Aussagen revidierte.
Die Weigerung, Fehlverhalten einzugestehen, ist jetzt also kein Makel, sondern wird zu einem regelrechten Abzeichen der Authentizität und der Unbeugsamkeit. Das zeigen auch Kommentare unter seinem Video wie „’Und es tut mir nicht leid‘ hat meine Seele geheilt.“
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Kommentare
Auch andere politische Influenzer wie z.B. dieser Hasan Piker haben schon kritische Äußerungen getätigt und sind ebenfalls recht unbeschadet davon gekommen.
Anni the Duck meinte zuletzt, dass gerade Frauen es bei Twitch schwer haben, außer sie kennen die richtigen Leute und machen sich bei denen “beliebt”.
Dann werden auch schwerere Vergehen gegen die Richtlinien bei Twitch weniger hart bestraft.
Hasan ist halt das Negativbeispiel exakt am anderen Ende des politischen Spektrums. Genauso ein Trottel wie Asmongold. Und Hasan ist definitiv auch schon mehrmals gebannt worden auf Twitch für diverse Aussagen, allein drei Mal innerhalb der letzten 2 Jahre, afaik.
Der Kerl hat sich so eine widerliche Echokammer aus dem absoluten Bodensatz faschistoiden Gedankenguts geschaffen, kein Wunder, dass der sich nicht mehr entschuldigt – seine “Fans” wollen genau diese Takes hören und fühlen sich sogar noch bestätigt, wenn er dafür einen Bann kassiert.
Und er ist weiß Gott nicht der einzige.
Und mal wieder nur eine kurze Sperre. Dem gehört komplett der riegel vorgeschoben und für immer gebannt. Solange er geld einbringt, kann er tun und sagen was er will. Solange ändert sich auch nichts bei ihm, denn er hat keine Konsequenzen zu fürchten
Einfach nur Dauerbann. entzieht ihm den Zugang zu Foren und dem Netz, denn das hat mit freier Meinungsäusserung nichts mehr zu tun .Das ist einfach nur krank, und genug Vollpfosten liken das auch noch, nehmt ihm seine Reichweite und die Kohle weg und am Ende des Tages ist er auch nur einer der mit Wasser kocht 🙂
„Ich würde jeden erschießen. Wenn es Kinder sind, Frauen, Männer, wer auch immer. Erschießt sie einfach.”
Was für ein widerwärtiger, perverserTyp. Wer ernsthaft davon redet, auf Menschen zu schießen, und dabei selbst Kinder ausdrücklich einschließt, verbreitet für mich eine menschenverachtende, faschistoide Scheiße.
So etwas kann man nicht zurücknehmen. Allein solche Gedanken voller Überzeugung auszusprechen, ist für mich einfach nur krank. Abstoßend.
der war schon immer ein vollpfosten und wird es auch bleiben.
Das hat aber mal so überhaupt nichts mit dem Trolley Problem zu tun.
Und anstatt wahllos Leute zu töten könnte man ja die Ursachen bekämpfen.
Oh wait, die Ursache für die Zustände und die Flüchtlinge aus Südamerika sind hauptsächlich die USA.
Sollen die jetzt auch alle erschossen werden damit so was in Zukunft nicht mehr passiert?
Natürlich ist das ein Trolley-Problem. Ach ja, “Fluchtursachen bekämpfen” ist nicht die Aufgabe von Spanien. Zumal das ein Eingriff in die Souveränität anderer Staaten wäre. Zudem ist ein wirksamer Grenzschutz viel billiger.
Teile Afrikas und der Arabische Halbinsel werden zu nehmend unbewohnbar.
Von zu hohen Temperaturen zu zu wenig Wasser und als folge Epidemien und Hungersnöte.
Ein kleinen Vorgeschmack werden wir vermutlich in den nächsten paar Jahren schon sehen dürfen. Stichwort: Super-El-Niño
Dazu kommt das die früher westliche und heute industrialisierte Welt, viele dieser Orte seit 500 Jahren systematisch ausbeutet.
Poltische Interventionen, Regime Stürze/Unterstützungen und so weiter müssen wir noch nicht mal von reden.
Aber für den Trifecta erwähne ich es mal.
Und Dank des Internets und internationalem Fernsehen kann jeder sehen wie gut wir leben.
Wenig verwunderlich also wenn Menschen sich auf den Weg machen um ihres zu verbessern.
Wenn man nicht möchte das der halbe Kontinent in ein paar Jahrzehnten vor der Tür steht.
Dann muss man in der Tat die Ursachen bekämpfen ob man will oder nicht.
50.000 Marokkaner sind da nur ein kleiner Vorgeschmack.
Potentiell sind ~1 Milliarde Menschen betroffen.
Wenn davon nur 1% an Europäischen Grenzen steht, kann die auch kein “guter” Grenzschutz aufhalten.
Zusatz: Ausserdem glaube ich nicht das es ein Gesellschaft gut tut Mitglieder zu haben die hunderte oder gar tausende Menschen massakriert zu haben.
Oder das überhaupt von Mitmenschen zu verlangen.
Ursachen Bekämpfung muss man natürlich mit den Menschen und Nationen zusammen machen. Sonst bleibt das ganze wirkunglos.
Das solche Projekte auch funktionieren zeigt zum Beispiel die Great Green Wall oder auch das Sahara Renaissance Projekt.
Schönen Abend.
Und das Trolley Problem ist ein ethisches Gedankenexperiment, das dazu dient, verschiedene ethische und moralische Positionen zu untersuchen, miteinander zu vergleichen und ihre Konsequenzen zu veranschaulichen.
Es ist ein Werkzeug.
Wenn man Fluchtursachen wirksam bekämpfen will dann wird man in sehr vielen afrikanischen Ländern nicht herum kommen, dass man dort die Regierungen austauscht. Es wird nicht helfen denen Geld zu schicken oder irgendwas mit Verträgen. Die dortigen Regierungen werden sich nämlich mit dem Geld bereichern, oder wie in Eritrea und Äthiopien: eine MiG nach der anderen kaufen um damit andere Länder zu überfallen während das eigene Volk hungert.
Ich bin mir sehr sicher, dass regime change bei vielen “Fluchtursachen bekämpfen”-Fans nicht gut ankommen wird. 😉
Niemand spricht davon irgendwem einfach Geld zu geben.
Ich hab dir zwei von vielen Projekten genannt die funktionieren.
Und deine Antwort ist: Aber Hey, hast du schon mal über Gewalt nachgedacht.
Das größere Übel, dass Marrokaner aus Ceuta wieder raus müssen, weil es, entgegen den zuvor via TikTok verbreitete Falschmeldungen, nicht stimmt, dass Spanien auf einmal jeden einreisen (und mit Visa ausdtatten würde) ließe, der in Ceuta spanischen Boden betritt. Ein wirklich RIESIGES Übel, das das Erschießen von Frauen und Kindern selbstverständlich rechtfertigt…
Unbegleitete Minderjährige dürfen nicht abgeschoben werden. Die werden auf jeden Fall nach Spanien gebracht und sie bekommen sehr wahrscheinlich auch die spanische Staatsbürgerschaft. Und später darf deren Familie auch nach Spanien dank Freizügigkeit.
Und nein, ich finde Asmongolds Lösung auch nicht toll und würde sie auch nicht anwenden. Aber ich kann seine Argumentation nachvollziehen, ohne gleich in Schnappatmung zu verfallen.
Wie es mit Ceuta weiter geht, wird man sehen.
Nein du verteidigst Ihn nur und bei solchen Aussagen haben ich eine sehr kurze Lunte. Es gibt in meinen Augen absolut keine Rechtfertigung diese Aussage auch nur irgendwie zu verteidigen.
Nein, ich verteidige ihn nicht. Ich habe lediglich das ganze Video vor ein paar Tagen gesehen und liefere mehr Kontext nach. 😉
Vor knapp 5 Jahren war Asmongold halt wirklich noch jemand, der zumindest ab und an wirklich mal durchdachte und nachvollziehbare Gedanken hatte, etwa zu einzelnen Games wie WoW. Aber inzwischen ist der so ganz komisch abgebogen … bedauerlich. Sehr bedauerlich.
Bin damals das erste Mal auf ihn aufmerksam geworden um den Dreh’ herum als er mit FFXIV angefangen hat.
Echt schrecklich wie manche Leute auf falsche Bahnen geraten können.
Wenigstens kann hinter her niemand behaupten sie hätten das alles nicht gewusst.
Du wirst lachen was ich schon wieder für schwachsinn lesen konnte, wo Leute den verteidigen.
Warum schauen Menschen solchen Leuten zu? Warum gibt man sich das überhaupt? Das ist doch wirklich nur für Leute, die zu faul und zu dumm sind, selbst eine Meinung zu haben oder etwas auszuprobieren. Ich glaub ich finde Leute, die sich jeden Tag solche Influenzer reinziehen und denen noch Geld “spenden” abstoßender als die Influenzer selbst.
Das Benehmen von diesem Typen ist halt so, dass man Aufreger und Skandale produziert. Das ist doch der Mist, der am Meisten Clicks und Geld bringt.
Andere Länder, andere Sitten. Ist doch mittlerweile ne völlig legitime Äußerung, da drüben in den Staaten. Mit freundlicher Unterstützung der aktuellen Regierung.