Yuko Miyamura ist die japanische Synchronsprecherin von Asuka Langley Soryu aus dem Anime Neon Genesis Evangelion. In einer Kolumne im japanischen Online-Magazin Hanasone berichtet sie darüber, wie schwer es war, in den 80er- und 90er-Jahren ein Otaku zu sein.
Was war an der Zeit so schlimm? In den 80er- und 90er-Jahren galt die Anime- und Otaku-Kultur in Japan noch als stark stigmatisiert. Obwohl Animes langsam den Mainstream erreichten, wurden die Fans und auch die Synchronsprecher von den Medien oft als sonderbare Außenseiter belächelt.
So berichtet Miyamura von den TV-Auftritten, die sie für ihre Serie hätte ableisten müssen:
Wann immer wir zu Auftritten in beliebten TV-Unterhaltungsshows eingeladen wurden, wurden wir Synchronsprecher wie eine Art seltene Kreaturen behandelt. Man betrachtete uns als Kuriosität und sprach herablassend über uns. Man machte sich über unsere Otaku-Fans lustig und behandelte uns diskriminierend.
Miyamura beschreibt ihre damaligen öffentlichen TV-Auftritte als traumatisch, da Synchronsprecher und ihre Fans stark herablassend behandelt worden wären. Gleichzeitig drückt sie ihre Dankbarkeit darüber aus, dass Animes heute gesellschaftlich breit akzeptiert sind und Synchronsprecher den verdienten Respekt erfahren.
Mehrere Herabwürdigungen für Synchronsprecher und Fans
Welche Beispiele nennt die Synchronsprecherin? Die Sprecherin von Asuka nennt in der Kolumne konkrete Situationen, die zeigen, wie Otakus und Synchronsprecher damals behandelt wurden:
- In den 80er-Jahren befanden sich Anime-Merchandise-Läden nicht auf den Hauptstraßen, sondern versteckt in alten Gebäuden. Die Sprecherin hätte sich dadurch unter Druck gesetzt gefühlt, ihr Hobby geheim zu halten.
- Ein Fernseh-Team soll vorgegeben haben, eine Reportage über den Boom der Anime-Radio-Kultur zu drehen. Der fertige Beitrag hätte dann jedoch eher den Stempel „Technoabhängigkeit“ gehabt und Otakus negativ als sozialpathologisches Phänomen dargestellt.
- Für eine bekannte TV-Show wäre ihr ein Konzept vorgeschlagen worden, das sich gezielt über ihre Fans lustig machte. Miyazaki hätte das abgelehnt und eine inhaltliche Änderung gefordert, der das Team zugestimmt hätte. Bei der Aufnahme wurde dieses Versprechen allerdings gebrochen und sie wäre gezwungen worden, das ursprüngliche, spöttische Skript mitzumachen.
Gerade beim letzten Punkt hätte sie sich so betrogen gefühlt, dass sie das Studio bat, die Aufnahme niemals auszustrahlen. Für sie sei es ein konstantes Trauma gewesen, im Fernsehen aufzutreten.
Was haltet ihr von der Geschichte der Synchronsprecherin? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder seid ihr froh, dass Animes heute generell besser akzeptiert werden? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
Auch die Manga-Zeichner hatten es nicht leicht. Sie riskierten des Öfteren ihren gesundheitlichen Zustand, nur um pünktlich zur Deadline das nächste Kapitel einzureichen. Auch der Autor von One Piece musste durch so eine schwere Zeit: Der Mangaka von One Piece verzichtet bewusst auf Essen und Schlaf, damit die Story so gut bleibt
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Kommentare
Ich feiere die Dame bis heute, dass sie in ihrem ersten Auftritt in NGE und der darin vorkommenden Synchronisation mit EVA-02 wahllos deutsche Wörter runtergeleiert hat. “Baumkuchen” mit starkem japanischen Akzent klingt halt einfach super niedlich, vor allem, weil es so absolut nicht zur Szene gepasst hat. 😄
Total <3 Finde es auch schade, was für schlimme Erfahrungen sie machen musste, aber krass, dass sie das ausgehalten und für sich gelebt hat 🙂 Echt ne sympathische Sprecherin!