Viel Verbesserungspotenzial beim guten MMORPG
Wo gibt es Probleme? Obwohl die Entwickler betonen, wie wichtig die PC-Version ist, spürt man das mobile Fundament von Aion 2. So gab es von Anfang an Beschwerden über zu starre Animationen, die sich nicht abbrechen lassen und von Veteranen als hölzern und steif beschrieben werden.
Der Trend bei asiatischen MMORPGs zu endlosen Währungen und überladenen Menüs setzt sich auch bei Aion 2 fort. Nach einer Stunde Gameplay darf man erstmal etliche Punkte in den dutzenden Menüs abgrasen, nur damit sie nach einigen Minuten wieder aufpoppen.
Zwar legt Aion 2 keinen Wert auf endlosen Grind, manche Aufgaben wie das tägliche Ressourcensammeln fühlen sich für die Spieler jedoch mehr nach Beschäftigungstherapie an, als dass man spaßige und aufregende Herausforderungen erlebt.
Auch die PvP-Spieler finden nicht alles so rosig. Durch die Entfernung des PvP-Zwangs in der Open World fehlt die stetige Gefahr, die manche Veteranen an Aion (1) schätzten. So müssen sich Spieler von Aion 2 keine Sorgen mehr machen, wenn sie in der offenen Welt farmen wollen.
Dort, wo PvP immer an ist, nämlich im Abyss, ist die taktische Tiefe an die zweite Stelle gerückt. Stattdessen bestehen die Schlachten vor allem aus Zerg, also Massengruppen, die alles überrennen, was in Sachen Größe nicht mithalten kann.
Ein weiterer großer Kritikpunkt sind die Bots, die schon seit der ersten Spielwoche das neue MMORPG heimsuchen. Sie machen es für die normalen Spieler immer schwieriger, die Wirtschaft des Spiels zu benutzen, weil die nötigen Summen für Einkäufe kaum noch selbst erfarmt werden können.
Beim Gearing gibt es zudem die Kritik, dass man ab einem gewissen Punkt im Endgame kaum noch weiterkommt, was zwar für Profis ein Anreiz sein kann, aber auch frustrierend wirkt.
Die Pay2Win-Problematik
Was ist mit dem Pay2Win und der Monetarisierung? Das Thema Pay2Win ist wohl der aktuell größte Kritikpunkt an Aion 2. Das MMORPG hat nicht nur einen, sondern gleich drei Wege, über die Spieler echtes Geld ausgeben können.
Während das MMORPG an sich kostenlos ist, gilt bei den Spielern die sogenannte „Comfort Membership“ fast als Pflicht, um das MMORPG richtig zu spielen. Das optionale Abo schaltet den Account fürs Handeln frei und gewährt unter anderem Zugriff aufs Auktionshaus.
Für alle, die mehr als nur Gelegenheitsspieler sein wollen, wird auch die „Content Membership“ zur Pflicht. Sie erhöht das tägliche Limit für Dungeons und die Zeit, die man als Spieler im Abyss verbringen kann. Das gibt spielerisch einen starken Vorteil, auch wenn man inhaltlich nichts verpasst.
Die zweite Säule des Geschäftsmodells von Aion 2 ist der Premium-Battlepass, der nicht einen Monat lang, sondern nur 28 Tage hält, was zur Folge hat, dass man ihn im Jahr gleich 13 statt 12 Mal kaufen muss. Er liefert dabei aber nicht nur Skins und Kosmetisches, sondern auch Ressourcen, die man zum Aufbessern der eigenen Ausrüstung benötigt.
Die dritte Säule ist der Cash-Shop: Hier verkauft Aion 2 nicht nur kosmetische Items, sondern auch Wiederbelebungssteine und Buffs, die dem eigenen Charakter einen Vorteil bringen.
Kauft man alle Pässe und Abos, um das Beste für seinen eigenen Charakter herauszuholen, kostet das Paket satte 47 € pro Monat. Das ist fast der Preis eines neuen Spiels. Unklar ist aktuell, in welcher Form die Entwickler dieses Bezahlmodell für den Westen anpassen werden.
Ist Aion 2 Pay to Win? Ähnlich wie Throne and Liberty hat auch Aion 2 eine indirekte Pay2Win-Mechanik. Spieler kaufen mit Echtgeld die Premium-Währung Quna, die sich im Spiel gegen Gold (Kinah) tauschen lässt. Mit der Währung kann man dann im Auktionshaus einkaufen.
Die sogenannten Whales kaufen sich für Echtgeld also schnell alle Upgrades, während sich normale Spieler diese mühselig erarbeiten müssen. So erreichen die Whales schnell die maximale Stufe ihrer Ausrüstung, während Gratis-Spieler die ganze Season damit beschäftigt sind, ihre Klamotten zu verbessern.
Die Echtgeld-Investitionen sind zwar nicht nötig, um alle Inhalte von Aion 2 zu sehen, sie bieten im direkten Vergleich zweier Charaktere jedoch klar einen Vorteil, weshalb im Kontext von Aion 2 immer wieder der Pay2Win-Begriff fällt. Wer nur mit seinen Freunden oder seiner Gilde raiden und das Spiel erleben will, der kann aber getrost auf den Vergleich à la „Wer hat das längste Schwert?“ verzichten und Aion2 einfach genießen.
Das muss sich noch bis zum Release im Westen ändern
Analysiert man die vergangenen Jahre und ihre MMORPG-Erfolge, aber auch Misserfolge, dann zeichnet sich ein klares Bild. MeinMMO-Experte Karsten Scholz hat dies getan und dabei 5 Fehler gefunden, die Aion 2 vermeiden muss.
Leider macht Aion 2 in seinem derzeitigen Zustand viele dieser Fehler. So darf mit Echtgeld im Auktionshaus gehandelt werden, das Mobile-Gerüst ist auch auf dem PC spürbar und die Upgrades für die Ausrüstung werden nicht alleine durch Loot-Glück, sondern auch durch Upgrade-Glück und Werte-Kombinationsglück bestimmt.
Vor allem aber muss Aion 2 an seinen Mitgliedschaften arbeiten, bevor das MMORPG in den Westen kommt. Bei monatlichen Kosten von 47 € wirkt das WoW-Abo fast schon wie geschenkt. Was Spieler im Westen gar nicht leiden können: Immer mehr bezahlen zu müssen, um überhaupt Spaß haben zu können.
Mit Aion 2 haben die Entwickler ein gutes MMORPG geschaffen, auf das sich zurecht viele Genre-Fans im Westen freuen. Die Monetarisierung muss für den Westen aber angepasst werden, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis passt nicht. Gleichzeitig könnte es aber auch Teil des wichtigen Erfolgs sein: MMORPG Aion 2 wird für seine Entwickler zum großen Hit, spielt über 58 Millionen Euro ein, sorgt für Freude bei NCSoft
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Ich würde es als weitere Totgeburt im Westen bezeichnen. Allein die Menüs machen Aion für mich uninteressant.
Ok, insgesamt also ein gutes Spiel mit den üblichen nervigen Mechaniken die einem dann den Spielspaß versauen. Ganz toll. Das Game kann noch so gut sein, wenn dann aber die Upgrades wieder vom Zufall abhängen und man sich dann die Mats optional mit Echtgeld kaufen kann stört das einfach. Genau wie die drei verschiedenen Pässe… mag ja sein, dass man das “nicht zwingend braucht” aber es ist trotzdem immer störend und unnötig. Ihr wisst genau was ich meine. Solche Monetarisierungen muss man sich dann beim zocken die ganze Zeit schönreden was den Spielspaß immer ein wenig drückt. Das ist einfach nicht gut.
Ist das ein Merkmal? Hat in Korea nicht alles riesen Erfolg, was bei und dann nach 2Monaten keiner mehr spielt?
Hatte es mir auch angeschaut in TW über VPN. Es ist wirklich ziemlich gut. Bis ins Endgame war nicht ich war rund Level 35 und muss zugeben hat auf jedenfall spaß gemacht. Ich denke nicht das sie die gleiche Monitarisierung machen werden wie es in TW oder KR ist da werden Sie sicherlich Anpassungen vornehmen wobei es nicht so schlimm ist wie die meisten Leute befürchten. ES gab halt nur mehere Stufen z.b vom Seasonpass und man konnte nicht verkaufen wenn diese nicht hatte aus meiner sicht nicht so wild das muss aber jeder für sich selbst entscheiden aber wie gesagt denke ich werden sie für EU Version dort einige Anpassungen vornehmen.
Über aion 2 höre ich nur gutes, habe mir viele Meinungen angehört aber wenn die nicht die Monetarisierung hinbekommen ist das im Westen Tot
Bin ich gar nicht mal so sicher. Wie im Artikel steht wer nur mit seinen Freunden oder der Gilde zocken will kann das alles geniessen und braucht sonst nix.
Aber die “Ich hab den dicksten und längsten” Typen werden wohl ein Problem bekommen.
Für die könnte es dann teuer werden, oder sie machen einfach einen Bogen um das Spiel.
Was mir mehr Sorgen macht ist das wieder viel vom Glück abhängt was Upgrades betrifft. Das war schon immer nervig.