Am 30. September 2026 startet der Early Access der globalen Version von Aion 2, am 5. Oktober folgt der finale Start für alle. MeinMMO verrät euch, was für ein MMORPG der Nachfolger von Aion ist und wer in Atreia viel Spaß haben dürfte.
Was ist Aion 2 für ein MMORPG? Wer seit Jahren auf ein eher klassisches, großes Themenpark-MMORPG im Stil von World of Warcraft oder Final Fantasy XIV wartet, der sollte sich Aion 2 unbedingt anschauen. Denn der Nachfolger von Aion liefert viele der Elemente, die Fans an Online-Rollenspielen dieser Art mögen:
- eine Level-Phase, in der man in der großen Spielwelt die zahlreichen Quests absolviert, die Hauptgeschichte vorantreibt und den einen oder anderen Dungeon besucht
- ein PvE-Endgame mit Dungeons, Weltbossen und Raids, aber auch mit Inhalten für Fans knackiger Solo-Herausforderungen
- eine Auswahl aus 8 unterschiedlichen Klassen und der Heiligen Dreifaltigkeit im Gruppenspiel aus Tank, Heiler und Schadensausteiler
- eine Auswahl an Nebenaktivitäten, Minigames und Events
- ein Crafting-System, das euch mit der besten Ausrüstung von Aion 2 versorgt
- optionale PvP-Inhalte in Form von Arenen, Schlachtfeldern und Fraktionskämpfen im Abyss
Aion 2 spricht also deutlich mehr PvE-Fans an als beispielsweise ein Throne and Liberty aus 2024 mit seinen PvP-Gildenkonflikten in der offenen Welt. Gleichzeitig bietet es die „Massively“-Spielerfahrung, die man in den diversen MMO Lite der vergangenen und kommenden Monate nicht finden kann. Im Folgenden blicken wir konkreter auf die potenziellen Stärken und Schwächen von Aion 2.
Die Stärken von Aion 2
Was macht Aion 2 gut? Man kann sicherlich über den Unreal-Engine-Look und den asiatischen Stil von Aion 2 streiten. In Korea macht die Technik des MMORPGs jedoch eine gute Figur. Die Regionen fallen abwechslungsreich und farbenfroh aus, ihre Vertikalität beeindruckt und auch die Performance stimmt. Es macht Spaß, durch die Welt von Atreia zu laufen, reiten, schwimmen oder fliegen.
Genauso launig ist es, sich in die Kämpfe zu stürzen. Aion 2 setzt auf einen Mix aus Action- und Tab-Target-Kampf, der euch in jeder Rolle (egal ob Tank, Heiler oder Schadensverursacher) die volle Kontrolle verspricht, aber auch eine gewisse Dynamik mitbringt. Aion 2 setzt sich damit genau zwischen die Stühle eines World of Warcraft (klassischer Tab-Target-Kampf) und eines Black Desert (Kombo-lastige Action).
Für Aion 2 spricht außerdem der enorme Umfang. Bereits die Release-Version wirft euch in eine riesige Welt voller Inhalte. Durch den Vorsprung der koreanischen Version sind die nächsten Content-Updates zudem schon abfeuerbereit. Selbst Vielspielern dürfte es so schnell nicht langweilig in Atreia werden.
Zu guter Letzt profitiert Aion 2 von der Beliebtheit des Vorgängers. Manch ein Spieler verbindet nostalgische Erinnerungen mit dem ersten Teil und dürfte sich über die Rückkehr zu bekannten Orten und den beiden Fraktionen Asmodier und Elyos freuen. Und dank Free2Play-Modell kann jeder einfach mal reinschauen und einen Blick riskieren.
Die Schwächen von Aion 2
Was könnte euch in Aion 2 abschrecken? Aion 2 kommt vom koreanischen Publisher sowie Entwickler NCSoft und bringt dadurch fast schon zwangsweise diverse Eigenheiten mit, an denen viele westliche MMORPG-Fans abprallen können.
Das fängt bereits beim bereits erwähnten Unreal-Engine-Look an, der schnell generisch wirken kann, und der bei den Charakteren stark auf Supermodelle und mal freizügige, mal durchgeknallte Outfits setzt. Das muss man mögen oder ertragen können, wenn man mit Aion 2 Spaß haben möchte. Eine Zensur für den Westen gibt es nicht.
Typisch asiatisch ist auch das Bezahlmodell von Aion 2. Euch erwartet ein Free2Play-System, das auf gleich mehreren Säulen setzt: Verkauf von Gründerpaketen, optionales Abo, Battlepass, Ingame-Shop und Echtgeld-Währung, mit der man dank Währungsumtausch auch im Auktionshaus zahlen kann. Investitionen im Auktionshaus sind wiederum wichtig für die Charakterprogression, die zu einem großen Teil auf Crafting und Rüstungsaufwertungen setzt.
All das in Kombination kann den Spielspaß trüben. Vor allem durch die sich daraus ergebenden Pay2Win-Elemente, den negativen Einfluss von Bots und die große Bedeutung des Abos, wodurch dieses für Vielspieler eigentlich Pflicht ist. Alle Details erfahrt ihr hier:
Aion 2 soll im Westen zwar nur für den PC erscheinen, doch ist das MMORPG im Heimatmarkt bekanntlich auch auf Mobile-Geräten verfügbar. Keine Sorge: Es gibt in Aion 2 keine Autoplay-Funktionen, die man von anderen Mobile-MMORPGs kennt. Und auch bei den Inhalten selbst sehen wir keine negativen Auswirkungen: Die Welt ist groß und riesig, die Inhalte teils richtig knackig und die Systeme ausreichend tief und komplex.
Im Detail merkt man Aion 2 aber dann doch die Mobile-Portierung an. Das User Interface ist nicht so für den PC optimiert, wie wir es von reinen PC-MMORPGs mit AAA-Budget gewohnt sind. Eventuell nehmen die Entwickler hier für den globalen PC-Release aber noch Anpassungen vor.
Unsere Vorhersage: Erfolgreich, ja … aber
Wird Aion 2 bei uns ein Erfolg? Wir haben mittlerweile viel Erfahrung mit asiatischen MMORPGs, die zu uns in den Westen kommen, und eines können wir mit Sicherheit sagen: Die eben genannten Eigenheiten dieser Spiele wiegen schwer, wodurch es Online-Rollenspielen aus China, Korea und Japan extrem schwer fällt, nachhaltig eine große Community aufzubauen.
Selbst der größte Hype-Titel aus Asien der vergangenen Dekaden, Lost Ark, konnte von seinem historisch starken Launch nur kurzzeitig profitieren. Aus den einst 1,3 Millionen gleichzeitig aktiven Spielern zum Start sind heute noch ein paar Tausend übrig geblieben.
Die einzige Ausnahme dieser Regel ist Final Fantasy XIV, das sich in vielen Bereichen stark an westlichen Vorbildern wie WoW orientiert hat und für seinen Erfolg einen historisch einmaligen Neustart hinlegen musste.
Aion 2 ist in dieser Hinsicht aber eben sehr viel mehr Lost Ark und Throne and Liberty als Final Fantasy XIV. Vor allem durch die recht aggressive Free2Play-Monetarisierung in Kombination mit der Charakterprogression, die auf Ausrüstungsaufwertungen setzt. Grind oder zahlen – auf diese Optionen dürften viele Spieler keine Lust haben.
Zur Wahrheit gehört es aber auch, dass große Themenpark-MMORPGs mit PvE-Fokus selten geworden sind. Allein deshalb werden viele Genre-Fans reinschauen, für einen starken Start sorgen und vielleicht sogar hängen bleiben – denn spielerisch macht Aion 2 einiges richtig.
Wir rechnen mit Steam-Spielerzahlen zum Launch, die irgendwo zwischen den Starts von Lost Ark (1,3 Millionen im Peak) und Throne and Liberty liegen (336.300). Wie es danach weitergeht, hängt stark davon ab, wie NCSoft auf das Feedback der westlichen Community reagiert, wann sie welche Inhalte nachlegen und ob sie das sicherlich auftretende Bot-Problem halbwegs in den Griff bekommen können.
Welche Erwartungen habt ihr an Aion 2? Schaut ihr zum Release rein oder meidet ihr MMORPGs aus Asien mittlerweile? Verratet es uns gern in den Kommentaren! Wenn ihr hingegen weitere Infos zum Spiel sucht, schaut auf unserer großen Übersicht vorbei: Release, Beta, Plattformen, Klassen und mehr in der Übersicht zu Aion 2
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