Im Zuge des Sexismus-Skandals um den Videogame-Publisher Activision Blizzard kommt ein neuer Vorfall ans Licht: 2018 soll ein Angestellter zwei Videokameras auf der Toilette eines Büro-Gebäudes installiert haben. Nach einem internen Bericht wendete sich ein Angestellter an die Polizei.
Das ist die Situation:
- Eine Behörde des Staats Kalifornien verklagt Activision Blizzard wegen der Diskriminierung von Frauen: Sie sollen bei Activision Blizzard schlechter bezahlt und schlechter behandelt werden als Männer. Zudem soll es bei Blizzard zu Fällen von sexueller Belästigung gekommen sein.
- Seit einer Woche tobt eine Diskussion um Activision Blizzard. Mitarbeiter berichten von Vorfällen aus ihrer Zeit bei Blizzard. Es wurde etwa bekannt, dass ein wichtiger WoW-Mitarbeiter schon 2020 wegen sexueller Belästigung gefeuert wurde.
- Nun taucht ein unangenehmer Vorfall aus dem Jahr 2018 auf.
Wo soll das passiert sein? Der Toiletten-Vorfall spielte sich nicht in Kalifornien ab, sondern in Eden Prarie, Minessota. Dort sitzt eine QA-Abteilung von Activision Blizzard: Sie übernehmen die Qualitäts-Sicherung von Spielen, jagen nach Bugs und Problemen; sowas wie professionelle Alpha-Tester.
2 Videokameras auf der “Unisex”-Toilette entdeckt
Das ist dort vorgefallen: Am 23. August 2018 kam ein Mann auf die örtliche Polizeistation und zeigte denen ein Memo der Personalabteilung. Dort stand drin, jemand hätte „ohne Autorisierung“ ein Aufzeichnungs-Gerät in den Unisex-Toiletten des Bürogebäudes installiert und Activision Blizzard leite eine interne Untersuchung ein.
Ein Detective der Polizei ging am nächsten Tag zu Activision Blizzard und erfuhr dort, dass ein Mitarbeiter zwei Kameras in den Toiletten gefunden hat. Die Kameras wurden abgebaut und nach Kalifornien zur Untersuchung geschickt.
Die Kameras waren so installiert, dass sie die Toiletten beobachteten.
Die Polizei bekam schnell raus, wer der Schuldige war. Denn ein Mitarbeiter hatte „MICRO SD Karten, wasserfeste Camcorder und Batterien gekauft“, die zu den Kameras in den Toiletten passten.
Als man den Verdächtigen mit der Beweislage konfrontierte, gab er zu, die Kameras vor etwa 3 Wochen installiert zu haben. Es handelte sich um einen IT-Mitarbeiter.
Mitarbeiter sofort wegen “abscheulichem Verhalten” gefeuert, Sicherheitsmaßnahmen verstärkt
Das sagt Activision Blizzard: In einem Statement an die US-Seite Waypoint sagen sie: Als ihnen der Vorfall gemeldet wurde, leiteten sie eine interne Untersuchung ein, entfernten alle Kameras und benachrichtigten die Behörden.
Als die Behörden den Schuldigen ermittelt hatten, warf Activision Blizzard ihn für sein „abscheuliches Verhalten“ raus. Die Firma habe dann Krisenberater angeheuert, um mit den Mitarbeitern zu sprechen und ihre Sicherheits-Vorkehrungen verschärft.
So ging das aus: Der Mitarbeiter bekannte sich der Verletzung der Privatsphäre schuldig und bekam eine Bewährungsstrafe. Die verletzte er aber und musste daher an einem Programm für Sexualstraftäter teilnehmen.
Im Zuge der Klage gegen Activision Blizzard kommen nun einige alte Vorfälle ans Licht, die als Beleg genommen werden, dass es unter der Oberfläche schon länger brodelte:
Ein 10 Jahre altes Video könnte dem Blizzard-Chef gerade zum Verhängnis werden
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Damit haben sie juristisch und moralisch alles richtig gemacht!
Interne Untersuchung, die Ergebnisse gingen an die Behörden, die haben ebenfalls noch mal untersucht und bestätigt (dank Geständnis brauchte es auch kein Gericht) und dann war Blizzard wieder an der Reihe und wurde entlassen.
Problem erkannt, Problem behoben.
Ggf. betroffene Mitarbeiter (in dem Fall alle) darüber informiert!
Schuldigen ermittelt und mit arbeitsrechtlichen wie auch strafrechtlichen Konsequenzen belegt.
Präventionsmaßnahmen geschaffen, um eine Wiederholung zu vermeiden!
In DIESER EINEN SACHE also absolut ALLES richtig gemacht.
Aber ja, es zeigt, dass es alles keine Einzelvorfälle bei AB sind und vermutlich durch die gelebte Unternehmenskultur gefördert oder zumindest begünstigt wurde.
Vor allem da Präventionsmaßnahmen erst eingeführt werden, wenn bereits etwas passiert ist. Aber das wiederum ist typisch USA!
Blizzard ist inzwischen wie das verrückte Kind aus der Klasse, dass jeden Tag etwas neues anstellt.
Naja, die richtige Analogie wäre, dass ALLE in der Klasse verrückte Kinder sind (Ausnahmslos) und jetzt eben dieses Kind erwischt wurde.
In den letzten Jahren hat es schon etliche anderer aus dieser Klasse erwischt und die anderen wird man auf kurz oder lang auch noch erwischen.
Der Grund ist einfach, weil es in den USA und der Gaming Branche leider “normal” ist.
Aber an dieser “Normalität” ändert sich erst etwas, wenn genug erwischt wurden und das öffentlich.
^^ ich finde es lustig wie sich nun alle aufregen und beipflichten wie schlimm alles ist.
Also irgendein Mitarbeiter hat dies getan. Nach bekannt werden hat der Arbeitgeber sofort reagiert und den Übeltäter gefeuert und die Kameras entfernen lassen…! Wo ist jetzt das Problem? Weil es Blizzard ist und alle sich nun darauf stürzen und alles ausgraben was geht?^^ Spanner gibt es überall im Leben nicht nur bei Blizzard. Ich finde die gespielte Empörung hier kann man sich sparen. Ich denke Blizzard hat hier korrekt reagiert und als Konzern das gemacht was man kann. Wie Lemminge alle, wie Lemminge ^^ Wichtiges Thema wird aber jetzt ausgeschlachtet.
Absolut richtig, wenn sich der Vorfall genau so darstellte, hat Blizzard hier zu 100% korrekt und vorbildlich gehandelt.
Das gilt natürlich nicht für die andren Ermittlungen gegen Blizzard, die aktuell noch laufen.
Da müssen wir sehen, was die Gerichte dann entscheiden.
Je mehr ich über die Hintergründe und Vorfälle erfahre, desto mehr frage ich mich, ob man ein solches Unternehmen noch finanziell unterstützen sollte. Ich bin lange Jahre Kunde bei Blizzard und es fällt mir immer schwerer guten Gewissens mein Geld dort zu lassen. Die sinkende Qualität der Spiele mag eine subjektive Wahrnehmung sein, das was jetzt allerdings ans Licht kommt kann man keineswegs einfach abtun. Es ist erschütternd ein Unternehmen, welches viele Jahre in der Szene einen außerordentlichen Ruf hatte, mit solchen Vorwürfen zerfallen zu sehen.
Vielleicht hat der König zu lange gethront.
Blizzard wird daran nicht kaputt gehen,weil auch wenn das alles noch in Erinnerung bleiben sollte,in ein paar Wochen oder Monate wird sich niemand mehr ernsthaft dafür interessieren.
Überleg mal was Nestle alles so an Dreck am stecken haben soll oder die ganzen Modeunternehmen die ihre Klamotten irgendwo in der 3.Welt durch Sklavenarbeit produzieren lassen,die machen nach wie vor Umsätze in Millionenhöhe.
Menschen interessieren sich nun mal in 1.Linie für sich selbst und ihr Wohl,daher geht es den meisten Menschen am Ende am Hintern vorbei,was irgendwo alles schiefläuft,auch wenn sie öffentlich immer ein auf empört machen.
Wenn man meint das wäre nicht so,warum läuft es in Afrika seit Ewigkeiten so schlecht,speziell was Hunger und medizinische Versorgung betrifft,obwohl doch immer so viele Menschen erzählen wie schrecklich das alles sei ? Wäre denen allen das wirklich so wichtig und würden sie auch wirklich etwas dafür tun wollen,damit es besser wärt,würde es in Afrika viel besser laufen.
War ja nur ne Frage der Zeit bis solche News ans “Licht” kommen. Passt ja perfekt rein in den Shitstorm der grad um Blizzard wütet. Menschenhandel kommt als nächstes.
Abgesehen davon, dass bei Blizzard scheinbar ein paar Krasse Sachen abgehen, so ist es dennoch irgend wo klar, dass bei 9000 angestellten ein paar eins an der Klatsche haben.
Die Frage ist dann, wie das Unternehmen damit umgeht. Blizzard wird ja nicht primär kritisiert weil dort Idioten sind – was fast unvermeidbar ist – sondern wie die damit lange Zeit umgegangen sind.
Diesen Vorfall würde ich mal nicht mit den anderen in einen Topf werfen. Es geht zwar in die Richtung, hat meiner Ansicht nach aber nichts mit dem Rest zutun.
Es war 1 Mitarbeiter der die Kamera im Klo angebracht hat. Trotzdem wird dadurch der Ruf der gesamten Firma noch weiter geschädigt.
Ja, was soll man da noch sagen. Einfach abscheulich.?
Sofort den ganzen Verein dicht machen…hilft ja nix anderes mehr
Klasse Idee. Dann schleusen wir ein Uboot bei Apple ein, der dann ebenfalls CAMs auf den Klos installiert und Zack, wird der Abzock Verein dicht gemacht 😀
da ich kein Apfel nutze soll mir das auch recht sein xD
Also so ein Quatsch…..Das ist doch eher mal ein Beispiel dafür, wie man richtig mit solchen Dingen umgeht. Ich würde mich freuen in einer Firma zu arbeiten die das genau so handhabt.
Es wurde aufgedeckt. Die Firma hat das Thema ernst genommen und es an die zuständigen Behörden gemeldet. Diese haben den Täter ermittelt und es folgten sowohl Konsequenzen Seitens Blizzard, sowie die strafrechtlichen Konsequenzen.
Ich meine was will man mehr? Den Schuldigen noch Teeren und Federn und dann mit Mistgabeln aus der Firma jagen? Finde es nicht schlecht, das wir nicht mehr in Zeiten der Selbstjustiz leben und das ein Gericht über das angemessene Strafmaß entscheidet.
Das Problem bei der ganzen Blizzard Thematik ist ja aktuell, dass Sie mal alles so hätten handhaben sollen.
Was man aber natürlich sagen muss, es ist schon ein Vorteil, wenn man auch Beweise (in diesem Fall Kameras) vorlegen kann.