Das neue StarCraft-Spiel sieht wirklich gut aus. Aber bisher ist das Ganze auch eben nur eines: ein Trailer. Anthem lässt grüßen.
Die wohl größte, neue Ankündigung auf der BlizzCon war die Rückkehr zum StarCraft-Universum. Ein düsterer Trailer sollte die Stimmung einfangen, die der Shooter später transporieren soll.
Und ja, keine Frage: Der Trailer war fantastisch. Er hatte genau das, was ich an StarCraft so liebe. Er zeigte die Propaganda des Dominion, die Rekruten mit dem heroischen Versprechen von Ruhm und Pflicht lockt, um dieses Bild dann eiskalt und brutal zu brechen, indem ein treuer Space Marine einfach zu Körpermatsch verarbeitet und ausgetauscht wird. Aber seht einfach nochmal selbst:
Das ist StarCraft, wie ich es liebe.
Auch wenn ich mir die bisher bekannten Fakten anschaue, klingt das vielversprechend. Wir wissen etwa aus Interviews von der BlizzCon:
StarCraft spielt 70 Jahre nach den Ereignissen von Legacy of the Void. Es ist also viel Zeit vergangen, seit Kerrigan Arcturus Mensgk getötet und die Bedrohung durch die Xel’Naga aufgehalten hat.
- Es wird ein Open-World-Shooter mit mehreren Fraktionen.
- Es wird im Kern eine Single-Player-Erfahrung – zum Multiplayer gibt es noch keine Angaben.
- Das Spiel soll einen starken, narrativen Fokus haben.
Mehr dazu lest ihr bei unseren Kollegen von der GamePro.
Ja, das klingt soweit gut. Doch es gibt ein kleines, minimales und fast zu übersehendes Detail, das mich vollkommen skeptisch macht:
Es gab keinerlei Gameplay von StarCraft zu sehen.
Was die Öffentlichkeit angeht, ist der StarCraft-Shooter bisher exakt eine Sache: Ein hübscher, brutaler Trailer.
Spielbar, aber man sieht nichts
Genau das macht mich allerdings skeptisch. Denn aus den Interviews wissen wir auch, dass „die Entwicklung weit vorangeschritten“ sei und „das Spiel größtenteils schon spielbar ist“.
Das beißt sich allerdings mit dem Umstand, dass wir keinerlei Gameplay zu Gesicht bekommen haben und gleichzeitig wissen, dass der Release noch mindestens 3 ½ Jahre, wahrscheinlich sogar 4 Jahre entfernt liegt.
Da muss man sich doch fragen: Wenn beinahe alles spielbar ist und die Entwicklung weit vorangeschritten ist: Warum haben wir nur einen Trailer gesehen? Warum gibt es keine Grafiken, keine Screenshots, keine Gameplay-Passagen zu sehen?

Und wenn StarCraft wirklich so weit vorangeschritten ist – warum ist das Spiel dann noch verfluchte 4 Jahre entfernt? Immerhin ist eine Entwicklungszeit von 4 Jahren häufig die Zeit, die ein AAA-Spiel für die komplette Erschaffung braucht.
Mich macht das äußerst skeptisch. Es weckt bei mir unweigerlich Erinnerungen an Anthem, das damals eine chaotische Entwicklung durchlaufen hat und dann einen äußerst ruhmlosen Tod gestorben ist.
Wir erinnern uns: Anthem hatte einen Trailer veröffentlicht und der war reine PR. Denn der Trailer wurde den Fans damals als „so sieht das Spiel inzwischen aus“ verkauft, während die Wahrheit war: Viele Entwickler haben den Trailer gesehen und wussten dann zum ersten Mal, was sie eigentlich entwickeln sollen.
Natürlich will ich Blizzard nicht das gleiche Vorgehen unterstellen, aber gerade Anthem-Fans dürften doch ziemlich skeptisch sein, wenn es so widersprüchliche Angaben gibt. Denn „weit vorangeschritten“ und „größtenteils spielbar“ beißt sich doch sehr mit „wir sehen uns dann 2030“.
Daher ist die Ankündigung von StarCraft auch die einzige auf der BlizzCon, die mich sehr, sehr skeptisch zurücklässt. Denn im Hinterkopf denke ich mir immer: Es muss einen Grund haben, dass sie so widersprüchliche Aussagen machen und kein Gameplay. Wenn ein Spiel schon zum großen Teil spielbar ist, bleibt einfach die Frage: Was macht ihr denn jetzt noch 4 Jahre lang? Oder wie seht ihr das? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.
Das hier soll natürlich nicht die BlizzCon schmälern, die wirklich viele, tolle Ankündigungen bereithielt und für manche sogar die Wende von Blizzard darstellt. Viele glauben, dass wir jetzt wieder das alte Blizzard
erleben, doch ich sehen das anders: Es ist nicht das alte Blizzard, es ist Blizzard für Alte.
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