Die 2 großen Visionen für Diablo 4 klingen gar nicht nach Diablo

Auf der BlizzCon 2019 wird Blizzard offenbar Diablo 4 ankündigen. Aber die Visionen, die für das Spiel kursieren, sind weit weg vom „minimalistischen Look“, den sich viele Fans wünschen. Sogar die Iso-Perspektive könnte in Gefahr sein.

Seit einem Jahr weiß man eigentlich, dass Blizzard vorhat, Diablo 4 auf der BlizzCon 2019 zu präsentieren. Ein Insider-Bericht von Kotaku aus dem November 2018 legte das nahe.

In den letzten Tagen und Wochen haben sich die Gerüche verdichtet, dass wir Diablo 4 in Anaheim sehen werden.

Leaker plaudern über Blizzards Pläne. Zudem ging eine Anzeige live, die Diablo 4 praktisch ankündigte.

Aber es ist noch wenig Konkretes zu Diablo 4 bekannt. Was könnten die Visionen sein?

diablo-3-klassen-dämonenjäger

Vision 1 Fenris: Wie Diablo 3, aber mit mehr RPG

Was wäre das Vorbild? Das Vorbild ist hier in Asien zu suchen. Aus Korea kommen die nächsten „Action-MMORPGs“ wie Lost Ark.

Diese Spiele nehmen die ISO-Perspektive, die Diablo 3 bekannt gemacht hat, und kombinieren sie mit mehr Elementen aus klassischen MMORPGs:

  • die Umwelt ist dann zerstörbar
  • es gibt vielfältige und komplizierte Quests und Aktivitäten
  • dazu eine Vielzahl von Klassen und Ausbaumöglichkeiten
  • es kommen Social-Hubs neu hinzu, wo Spieler miteinander interagieren und Gruppen bilden können
  • es bleibt aber der Fokus auf schnelle Action, viele Kills und Loot
Lost-Ark-Invasion-03
Das sieht ziemlich klassisch nach Diablo aus – ist aber „Lost Ark“ aus Korea.

Warum ist das plausibel? Diese „MMORPG light“-Version von Diablo wäre das Spiel gewesen, dass David Brevik, der Urvater von Diablo, aus Diablo 3 gemacht hätte.

Der setzte seine Vision dann in Marvel Heroes um – dort gab’s viel mehr Helden als in Diablo 3 und komplexere Aktivitäten, sogar Raids. Dazu Social Hubs, in denen man andere Spieler treffen konnte.

Auf höherem Niveau setzte Smilegate diese Idee in Südkorea mit Lost Ark um und schien da einen Nerv zu treffen – auch bei westlichen Spielern, die Lost Ark aus der Ferne bestaunen.

Marvel-Heroes-Omega Kampf
Marvel Heroes hatte einen hohen Wusel-Faktor.

Es liegt in der Luft, dass ein großes westliches Studio versucht, diesen Spagat zwischen Hack’n Slay und MMORPG hinzubekommen:

  • die Komplexität und soziale Bindungskraft eines MMORPGs
  • das schnelle Instant-Action-Gameplay eines Hack’n Slays
  • die Lust am Looten, Leveln und Schnetzeln

Wer diese 3 Faktoren gelungen kombiniert, könnte die Formel für einen Mega-Hit im Mainstream gefunden haben. So ein Spiel würde sich sicher auch gut auf PS5 und Project Scarlett machen.

Laut des Insider-Berichts soll Blizzard ein solches Diablo 4 unter dem Codenamen „Project Fenris“ entwickeln.

Vor einem Jahr waren aber noch viele Fragen offen, etwa ob man bei ISO bleibt oder ob man in die Third-Person-Perspektive geht.

Angeblich soll in Diablo 4 auch ein Stück Destiny stecken

Vision 2 Hades – Action-Spiel als Diablo

Was wäre das Vorbild? Das Vorbild wäre hier ein Action-Lootshooter wie Destiny. Man vergleicht das auch mit Dark Souls:

  • Die Perspektive wäre nicht mehr ISO, sondern Third Person
  • Der Stil wäre dunkel und düster – im Gothic-Look
  • Es wäre ein klassischer, anspruchsvoller Dungeon Crawler
Dark Souls remastered 1
Könnte man sich so ein Diablo vorstellen?

Warum ist das plausibel? Dem Gerücht nach hat Blizzard diese Version von Diablo 4 zwischen 2014 und 2016 als „Project Hades“ entwickelt, aber verworfen.

Dennoch sollen wohl Teile dieses Design auch für die aktuelle Version im Gespräch sein: etwa die Third-Person-Perspektive.

Wenn sich Blizzard noch umentschieden hat und stärker in diese Richtung geht, würde Diablo 4 einen neuen Markt für Activision Blizzard besetzen.

Destiny-Diablo2

Diablo 4 wird wohl ein Umbruch

Das steckt dahinter: Das Interessante ist, dass beide Versionen, die Ende 2018 ans Licht kamen, deutlich von dem klassischen Diablo-Muster abweichen:

  • das Mehr an „sozialen“ Aktivitäten würde vielen erst beim Spielen auffallen
  • der Wechsel in die Third-Person-Perspektive wäre aber ein krasser Stilbruch, der schon beim Trailer für Diskussionen sorge würde

Die Veteranen von Diablo 1 und 2 mögen eigentlich das „Minimalistische“ und dass es relativ wenige Mechaniken in Diablo gibt und viel dem Spieler überlassen bleibt. Sie stehen auf den düsteren Look und die von Unheil schwangere Ästhetik von Diablo.

Wie Fans auf „Hades“ oder „Fenris“ reagieren würden, wäre sicher spannend: Es ist eine schwierige Situation: Diablo-Fans wollen irgendwie Innovation, aber der Geist von Diablo soll erhalten bleiben.

Blizzard kann da eigentlich nur verlieren.

Diablo 3 Titel

Im Moment sieht es so aus, als wird Diablo 4 in Richtung „MMO light“ gehen: Blizzard wird wohl mehr Social- und mehr RPG-Elemente in die Formel kippen.

Es wäre überraschend, wenn Blizzard wirklich vom Iso-Look weggeht, gerade weil Lost Ark so ein Erfolg in Südkorea ist. Ganz auszuschließen ist es aber nicht, Diablo 4 dann in Third-Person zu sehen.

Die Blizzcon 2019 findet vom 1. bis 2. November 2019 statt. Wir werden auf MeinMMO darüber berichten.

6 Dinge, die wir bisher über Diablo 4 wissen
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