WoW: Profis brauchen Addons für den härtesten Kampf – es geht gar nicht anders

WoW: Profis brauchen Addons für den härtesten Kampf – es geht gar nicht anders

Der letzte Raidboss in WoW: Midnight ist so hart, dass die Profis verzweifelt Addons bauen, bevor Blizzard sie verbieten kann.

Mit der Erweiterung Midnight von World of Warcraft hat Blizzard einen Kampf begonnen – den Kampf gegen Interface-Addons. Starke Funktionen wie WeakAuras sollte es nicht mehr geben. Das Ziel: WoW soll nur in der Grundausstattung alles bieten, was man zum erfolgreichen Spielen braucht. Kosmetische Anpassungen gibt es zwar weiterhin, aber spielerische Vorteile wurden verbannt.

Doch jetzt merken die Profi-Gilden: Ohne diese Addons geht es nicht. Nicht, weil die Spieler zu schlecht sind, sondern weil der finale Boss so unfassbar hart ist, dass man ohne Addons nahezu keine Chance hat.

Welcher Kampf benötigt Addons? Der finale Bosskampf ist „Anbruch der Mitternacht“, der Kampf gegen den dunklen Naaru L’ura beim Sonnenbrunnen. Während der Kampf auf normaler Schwierigkeit noch recht simpel ist, wird es auf heroisch und mythisch ungleich komplizierter. So kompliziert, dass die Profi-Gilden sich eigene Addons erstellen, um den Kampf irgendwie lösen zu können.

Mechaniken sind so anspruchsvoll, dass Scheitern vorprogrammiert ist

Welche Mechaniken sind das Problem? Grundsätzlich gibt es zwei Mechaniken, die den Profis zu viel abverlangen: So gibt es eine Phase, in der man sich die Reihenfolge von kurz auftauchenden Symbolen merken muss. Anschließend werden Charaktere mit diesen Symbolen markiert und müssen sich in der korrekten Reihenfolge aufstellen, damit sie der Reihe nach von einem Strahl berührt werden.

Auf normal und heroisch ist das noch recht simpel. Auf mythischer Schwierigkeit sieht man allerdings nur einen Teil der Symbole. So kann es sein, dass jemand nur die Reihenfolge des 3. und 5. Symbols sieht, ein anderer Spieler das 1. und 4. Symbol. Da jedes Symbol nur knapp 1,5 Sekunden lang aufleuchtet, muss man extrem schnell mit der ganzen Gruppe koordinieren, um die Reihenfolge herauszufinden.

Kein Wunder also, dass die Profi-Gilden hier bereits ein Addon entwickelt haben, bei dem sie die Reihenfolge eintragen können, um sie dann für alle sichtbar zu machen.

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Die zweite Mechanik betrifft die drei Matrizen, die L’ura im Kampf beschwört. Diese rotieren um den Boss und müssen jeweils 5x unterbrochen werden, bei einem Zauber, der nur 1,5 Sekunden Zauberzeit hat. Nach dem Unterbrechen wird direkt der nächste Zauber begonnen. Geht auch nur einer dieser Zauber durch, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sofortiger Wipe.

Die Matrizen rotieren die ganze Zeit um den Boss und bei der begrenzten Anzahl von Unterbrechungen heißt das: Absolut jeder muss seinen Kick genau im richtigen Moment anbringen.

Beide erwähnten Mechaniken für sich genommen wären in Ordnung. Wenn man sich vollständig auf die jeweilige Mechanik konzentrieren kann, wäre die vermutlich auch von der ganzen Gruppe gerade so noch spielbar.

Das Problem ist allerdings, dass diese komplizierten Mechaniken nicht im luftleeren Raum existieren. Denn während man sie löst, muss man gleichzeitig noch maximalen Schaden verursachen und anderen Mechaniken ausweichen – die bei dem kleinsten Fehler tödlich sind.

Das ist so viel mentale Arbeit, dass sie nahezu unmöglich gleichzeitig bewältigt werden kann, zumindest nicht über einen langen Zeitraum immer wieder. Genau das wird aber bei einem World-First-Race verlangt, dass man sich über viele Stunden immer und immer wieder an dem gleichen Boss versucht.

Was macht Blizzard? Die Entwickler von Blizzard schieben immer wieder kleine Hotfixes nach, um Addon-Funktionen weiter einzuschränken. So funktionieren Teile der Addon-Lösungen der Profi-Gilden schon nicht mehr. Gleichzeitig scheint man aber auch eingesehen zu haben, dass die Mechaniken anders gar nicht lösbar waren. Denn Blizzard hat ebenfalls dafür gesorgt, dass die Matrizen nun Teil der Boss-Unit-Frames sind – man sie also leichter anvisieren kann, entweder direkt im Interface oder mit Makros.

Cortyn meint: Ehrlich gesagt bin ich über den Kampf gegen L’ura auf mythischer Schwierigkeit ziemlich verwundert. Denn hier wirkt es so, als wäre Blizzard von all den Prinzipien abgewichen, die sie zuvor etabliert hatten. Mechaniken sind ganz eindeutig so gebaut, dass es nahezu unmöglich ist, ohne spezialisierte Interface-Addons korrekt zu reagieren. Während man bei dem Merken der Runen noch mit (sehr schneller und sehr präziser) Kommunikation das Problem lösen kann, ist das bei der „Eliminierung“-Attacke im Grunde schlicht unmöglich.

Es ist ein wenig schade, dass es beim ersten „Race to World First“ in Midnight am Ende doch zu einem großen Teil wieder darauf hinausläuft, wer denn ein gutes Addon erschaffen kann, das die Mechaniken vereinfacht. Aber ganz ehrlich muss man sagen: Ohne solche Addons sind diese Mechaniken nicht realistisch und zuverlässig spielbar. Da ist man mit der Schwierigkeit deutlich über das Ziel hinausgeschossen.
Ein weiteres Problem betrifft gerade die Tanks in World of Warcraft, denn die sind einfach zu schwach. Aber da hat Blizzard schon Verbesserungen angekündigt: Ab Mittwoch sind die meisten Tanks wieder stärker, sollten nicht mehr so leicht umfallen.

Quelle(n): wowhead.com
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huehuehue

Vielleicht hätte Max nach den ersten beiden Raids von letzter Woche nicht bei jeder Gelegenheit rumstänkern sollen, dieses Raidtier wäre wohl das einfachste und deswegen langweiligste RTWF aller Zeiten und Blizzard müsste, um das zu ändern, die letzten beiden Bosse richtig schwer gemacht haben müsste, damit “zu einfach, zu langweilig, zu wenig herausfordernd” nicht als Fazit davon bliebe, dass man die Funktionalität vorher wichtiger Addons gestrichen hat. Dann hätte Blizzard vielleicht nicht noch 1 Tag vor Raidöffnung den DMG fast aller Bossfähigen, die gleichzeitig neben den beiden Mechaniken ablaufen, exklusiv für mythisch, noch mal deutlich um teilweise sogar bis zu 67% hochgepusht, was die beiden ohnehin schon schwer lösbaren Mechaniken, die eine Menge Skill (spielerisch wie organisatorisch) und Aufmerksamkeit benötigen, nochmal deutlich tödlicher macht.
Und genauso hätte Blizzard halt da einfach drüber stehen müssen, wenn vielleicht 3-4 Gilden dieser Welt der Meinung sind, das wäre “zu einfach, zu langweilig, zu wenig herausfordernd” gewesen.

Zuletzt bearbeitet vor 2 Minuten von Huehuehue
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