World of Warcraft: Shadowlands – Endlich wieder ein gutes Addon?

Kann World of Warcraft mit Shadowlands noch einmal begeistern? Wir haben in das neue Addon reingeschaut und erklären, warum das MMORPG wieder einen Blick wert ist.

World of Warcraft ist tot! Zum ersten Mal in der Geschichte des Spiels stimmt das – zumindest im übertragenen Sinne. Denn mit der inzwischen 8. Erweiterung befinden wir uns nicht länger auf Azeroth oder Draenor. Stattdessen führt uns Shadowlands in die Reiche der Toten und erklärt, was eigentlich mit den Seelen der Sterblichen geschieht, wenn sie in die Schattenlande wandern.

Warum World of Warcraft: Shadowlands sowohl für Neulinge als auch Veteranen taugt und damit ein heißer Kandidat für „Find Your Next Game“ ist, verraten wir hier.

Was ist die Handlung? Die Story spielt unmittelbar nach dem Intro-Cinematic. Die Banshee Sylvanas Windläufer hat die Barriere zwischen der Welt der Lebenden und den Schattenlanden zerstört und wir Helden reisen in die Schattenlande, um mehr über Sylvanas‘ Pläne zu erfahren.

Allerdings ist in den Schattenlanden einiges aus dem Ruder gelaufen. Normalerweise werden Seelen von der Seelenrichterin auf die verschiedenen Reiche der Schattenlande aufgeteilt. Denn Seelen tragen Anima in sich, das die Reiche brauchen, um zu gedeihen und ihre Aufgaben erfüllen zu können. Doch seit einer Weile werden sämtliche Seelen direkt vom „Schlund“ verschluckt – das ist ebenfalls ein Reich der Schattenlande, aber eigentlich nur für die finstersten Seelen vorgesehen.

Auf der Reise von Stufe 50 auf 60 erforschen wir vier unterschiedliche Reiche der Schattenlande und erfahren mehr darüber, was es mit dem Anima auf sich hat, warum es plötzlich am Versiegen ist und wie wir helfen können. Dabei treffen wir zahlreiche neue Völker, die weitestgehend losgelöst von der bisherigen Spielwelt existieren. Das verspricht neue, interessante Geschichten.

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Was macht WoW: Shadowlands besonders?

Mit der neusten Erweiterung will World of Warcraft neue Wege gehen. Zum ersten Mal seit langer Zeit befinden sich Horde und Allianz nicht mehr im offenen Krieg. Daher erleben auch alle Spieler die gleiche Geschichte während der Level-Phase, unabhängig von den Fraktionen. Auf Stufe 60 muss man sich jedoch spezialisieren. Denn dann müssen die Spieler einen Pakt wählen, was viele Konsequenzen mit sich bringt.

4 Pakte mit großen Entscheidungen: Jedes der neuen Gebiete wird von einer Fraktion angeführt. Auf Stufe 60 muss man sich einer dieser Fraktionen anschließen. Das bringt nicht nur eine Vielzahl an kosmetischen Belohnungen und einer eigenen Story-Kampagne rund um die Geschichte dieses Paktes, sondern auch spielerische Neuerungen. Jeder Pakt beschert den Spielern nämlich zwei neue Fähigkeiten. Eine davon ist für alle Spieler und zumeist ein eher „nützlicher“ Skill, wie schnellere Bewegung oder Tränke.

Im wunderschönen „Bastion“ landen wir zuerst. Doch auch hier gibt es viele Probleme.

Die zweite Fähigkeit ist jedoch richtig stark und für jede Klasse einzigartig. So bekommt ein Magier vom Pakt der Kyrianer eine ganz andere Fähigkeit als etwa ein Todesritter.

Es ist zwar möglich, den Pakt noch zu ändern, doch wildes „hin und her“ wird es nicht geben. Das soll mit Schwierigkeiten verbunden sein, weshalb die Wahl grundsätzlich als eine dauerhafte Entscheidung angesehen wird.

Torghast als „Rogue-like“-Endgame: Der Turm Torghast ist ein Endgame-Feature, an dem Spieler nicht vorbeikommen. Nur hier bekommen sie notwendige Materialien, um starke legendäre Gegenstände zu schmieden. Der Turm passt sich dabei flexibel der Gruppengröße an. Ihr könnt euch alleine oder in Gruppen von zwei bis fünf Spielern hineinwagen. Zeitdruck gibt es hier nicht, lediglich die Menge eurer Tode ist begrenzt, bevor die Reise endet.

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In Torghast könnt ihr „Anima-Kräfte“ wählen. Die halten nur für diesen einen Durchlauf, sind aber extrem stark.

Torghast hat eine ganze Reihe von Besonderheiten. So setzt er sich jedes Mal aus unterschiedlichen Ebenen zusammen und beherbergt verschiedene Gegner, die mit jeder erreichten Ebene stärker werden. Doch auch der Charakter wird stärker, denn bei jedem Besuch winken Anima-Kräfte, die extreme Verbesserungen bedeuten.

Wer gar nicht genug von Torghast kriegen kann, der darf sogar einen „Endlos-Modus“ erforschen. Hier gibt es aber keine wichtigen Materialien, sondern lediglich Prestige-Belohnungen, wie kosmetische Gegenstände, Titel oder Haustiere.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch: Wer keinen Bock auf Torghast hat, macht nur den Pflichtteil für die legendären Bauteile und kehrt dem Turm dann für immer den Rücken.

Keine neue Klasse: Allerdings bricht Shadowlands auch ein ungeschriebenes Gesetz. Eigentlich veröffentlicht World of Warcraft alle zwei Erweiterungen auch eine neue spielbare Klasse. In Shadowlands wurde darauf verzichtet – es bleibt also bei den 12 bereits bestehenden Klassen. Da alle Klassen aber neue Fähigkeiten und Überarbeitungen bekommen, ist das wohl zu verschmerzen.

Für wen lohnt sich WoW: Shadowlands?

Alles erweckt den Eindruck, als wenn Blizzard mit Shadowlands viel wiedergutmachen will, was in Battle for Azeroth gescheitert ist. Daher lohnt sich zumindest ein Blick für Spieler, die von der letzten Erweiterung eher enttäuscht waren.

Wer die Geschichte rund um Warcraft liebt, der kommt an Shadowlands ohnehin nicht vorbei. Die Welt wird um viele neue Gebiete und damit auch Geschichten und spannende Story-Mechaniken erweitert. Immerhin ist der Tod ein feste Konstante in Warcraft, die jetzt erstmalig richtig beleuchtet wird.

Zuletzt ist Shadowlands aber auch für Freunde der High-Fantasy interessant. Es stehen weniger Raumschiffe und Belagerungsmaschinen im Fokus (wie in Battle for Azeroth oder Legion), sondern verwunschene Wälder (Ardenwald), düstere Städte (Revendreth) oder wunderschöne, harmonische Landschaften (Bastion). Dazu werden Fragen zu den „klassichen“ Warcraft-Themen beantwortet, wie dem Druidentum oder dem Ursprung der Geißel.

Shadowlands ist eine Fantasy-Erweiterung – und das spürt man an allen Ecken und Enden.

Neulinge haben es leichter: Für komplette Neueinsteiger wird mit Shadowlands auch einiges an Verbesserungen geboten. So wird das Maximallevel von 120 auf 60 gesenkt und damit sämtliche Zahlen wieder auf ein nachvollziehbares Maß geschrumpft. Gleichzeitig wurde die komplette Level-Phase überarbeitet und strukturiert. Nervige Fehler und unübersichtliches Chaos aufgrund verschiedener Zeitlinien gibt es dann nicht mehr.

Neulinge leveln beim ersten Mal in der (noch aktuellen) Erweiterung „Battle for Azeroth“. Bei weiteren Charakteren können Spieler sich ihr Lieblings-Addon (wie „The Burning Crusade“ oder „Legion“) direkt aussuchen und nur die dort vorhandene Story spielen.

Das alles verschafft Klarheit und reduziert die Fülle an Quests und Möglichkeiten. Aber keine Sorge: Die Wahl der Level-Erweiterung kann jederzeit geändert werden.

Prognose: Top, wenn Blizzard den Kurs hält

Pro
  • Viele sinnvolle Verbesserungen an vorhandenen Systemen
  • Neuer Spielmodus „Torghast“ ist durchdacht und auf lange Zeit motivierend
  • Interessante Entscheidungen mit 4 Pakten, die das Gameplay beeinflussen
  • Wiedersehen mit bekannten Warcraft-Helden wie Uther, Kael’thas und mehr
Contra
  • Wenig neue Features
  • Keine neue Klasse

In der Community von World of Warcraft gibt es seit langem die „Regel“, dass Blizzard immer im Wechsel eine gute und dann eine eher schlechte Erweiterung rausbringt. Bei Shadowlands scheint das dem aktuellen Stand nach zuzutreffen, denn bisher sieht alles ziemlich gut aus und konnte schon in den frühen Phasen des Alpha-Tests überzeugen.

Zahlreiche verbesserte Charakter-Anpassungen und die coolen neuen Gebiete sorgen dafür, dass WoW trotz angestaubter Comic-Grafik noch immer richtig gut aussieht. Weniger Zufallselemente (wie das unbeliebte Titanforging) bescheren Spielern wieder klare Ziele und Aufgaben, die deutlich besser Motivieren als es im aktuellen Spiel noch der Fall ist.

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Zu den neuen Charakter-Anpassungen gehören etwa blaue Augen für Elfen – ein ewiger Wunsch der Spieler.

Allerdings ist für einige Spieler wohl auch Enttäuschung vorprogrammiert: Eine neue Klasse gibt es in Shadowlands nicht, Weltquests und „Mythisch+“-Dungeons sind auch weiterhin ein bedeutender Teil des Endgame und die richtig großen Neuerungen scheinen zu fehlen. Wer hofft, dass WoW sich in puncto Leveldauer oder Schwierigkeit der Kämpfe (in der offenen Welt) wieder mehr in Richtung „Classic“ entwickelt, der wird ebenfalls enttäuscht. Das passt einfach nicht zum modernen WoW.

Bisher verblassen diese Bedenken jedoch hinter der Fülle von Verbesserungen, die World of Warcraft wieder zu einem runden Spiel mit durchdachten Mechaniken machen wollen. Unsere Prognose ist also eindeutig: Wenn Blizzard den aktuellen Kurs beibehält, wird Shadowlands so manch einen grummeligen WoW-Veteran wieder überzeugen können.

Blizzard macht bisher alles richtig

Auch mit der 8. Erweiterung erfindet World of Warcraft sich nicht wirklich neu, aber das muss es auch nicht. Stattdessen feilt es an Systemen und gibt den Spielen viele Dinge, die sie seit Jahren gefordert haben. Eine Progression mit weniger Zufall, viele kosmetische Anpassungen und Entscheidungen, die tatsächlich eine Auswirkung haben. Hinzu kommt eine frische Welt mit neuer Story und interessanten Völkern, die zumindest das Questen spannend gestalten.

Sicher – einige Dinge liegen im Ungewissen und bis zum Release vergehen noch ein paar Monate. Ich bin aber zuversichtlich, dass Blizzard sich auf einem guten Weg befindet und Shadowlands eine der Erweiterungen wird, an die man in wenigen Jahren sehnsüchtig zurückdenkt.

fragt meinmmo cortyn

Cortyn Nightshade
WoW-Dämon von MeinMMO

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Rubear
20 Tage zuvor

Ich freue mich sehr auf Shadowlands. Besonders Torghast scheint auf den ersten Blick genau das richtige für mich zu sein. Und Maldraxxus sowie der Ardenwald werden mit den ersten beiden 60ern tiefer erforscht. Ich meine nachdem ich die ersten drei Releasetage mit der Customization verbracht habe. grin

IchhassePvP
IchhassePvP
20 Tage zuvor

World of Warcraft: Shadowlands – Endlich wieder ein gutes Addon?

Nach meiner Definition eines guten WoW Addons kann Shadowlands dieser Aussage ganz sicher nicht standhalten, mehr muss ich darüber nicht mehr verlieren.

Rubear
20 Tage zuvor

Na dann wird es wohl Zeit WOW Beiträge mit deinem Unsinn zu meiden. Adios. wink

Herlitz
20 Tage zuvor

Für mich eine einfache Kiste:
Ich erwarte nicht viel, reingeschaut wird trotzdem.
Die Kernelemente von BfA klangen auch ganz toll, der Großteil muss durch raidrelevante Anreize dort reingelockt werden.

Andy
20 Tage zuvor

Muss blackSheep recht geben,so lange der Lotto Loot bleibt ist es uninteressant.

Mindr4ge
20 Tage zuvor

Soll ja nicht bleiben. Man wird z.B. bei mythischen Kisten aus 3 unterschiedlichen Items auswählen dürfen. Das finde ich fair.

BlackSheepGaming
20 Tage zuvor

Solange Blizzard nicht die grundlegenden Probleme des Spiels angeht, ist der „Inhalt“ fast egal. Und an der Front sieht es (derzeit) mau aus. Und selbstgemachte Probleme hat WoW (Retail) genug:

Tote Server werden weiterhin nicht zusammengelegt.
Crafting ist weiterhin nicht endgamefähig (außer Consumables)
Keine Abkehr vom sinnlosen BfA Grind
PvP ist seit 4 AddOns geradezu unglaublich unbalanced
Keine Abkehr vom Casino Prinzip beim Loot
Keine Wiederkehr von Markenhändlern im PvE und PvP (und damit wieder kein gezieltes farmen möglich)
RPG Elemente weiterhin belanglos und trivial (du meine Güte, sogar SWTOR kriegt Housing hin….)
Weiterhin totreduzierte Skilltrees
Storyline nur noch voll verfolgbar, wenn man zusätzliche Produkte (Bücher) kauft.

WoW ist tot. Aber nicht weil es keiner mehr spielt, sondern weil es keinerlei Mut mehr zu Innovationen oder echten Einschnitten hat. Selbst die ehemals einzigartige Cinematic Abteilung zeigt inzwischen nur noch Massenware, der Shadowlands Trailer hätte genauso gut ein beliebiger Netflix Anime Trailer sein können.

Abanox
20 Tage zuvor

„Wenig neue Features“ und genau deswegen werde ich es nicht spielen. Es ist der immer gleiche Einheitsbrei in einem neuen Gewand. Dass es diesmal nichtmal ein Alleinstellungsmerkmal fürs Addon gibt, also eher noch ein Schritt rückwärts als vorwärts, ist Grund genug um mich dieses Mal unbeeindruckt und ohne Reue davon abzuwenden.

Scaver
20 Tage zuvor

Naja, sie präsentieren den Level Squish, die Pakte und die Klassenüberabreitungen als Feature. Ich meine ist an sich schon ein Alleinstellungsmerkmal, aber kein ausreichendes aus meiner Sicht.

Cukky
21 Tage zuvor

Fürs Legendary gibt es jetzt ja eine separate Kurze Variante .
Die Endlos Variante bietet nur Spielzeug und Co.
Das macht den Modus für viele schon wieder uninteressant.

Auch die 4 Pakte sorgen jetzt schon für sehr viel Kopfschmerzen.
Der Shitstorm dazu ist jetzt schon vorprogrammiert, den Blizzard wird das Balancing nicht hin bekommen.
Wenn da keine Änderung kommt das man ohne große Mühe den Pakt wechseln kann ,wird es voll im Forum.

Das neue LVL Erlebnis wird mir auch zu sehr in den Vordergrund geschoben,
Sowas darf kein Kern Element eines neuen Addons sein.
Das spricht einfach viel zu wenig Spieler an.

Blizzard hat leider mit BFA gezeigt das die Kern Elemente durch die Bank enttäuscht haben, das macht mir schon ein wenig sorgen für Shadowlands.

Scaver
20 Tage zuvor

Naja den Pakt kann man recht einfach wechseln… also ihn verlassen. Aber wieder zurück kehren wird nicht einfach sein. Denn man soll sich eigentlich einmal für einen Pakt entscheiden und nicht pro Content immer hin und her wechseln. Und das finde ich eigentlich auch gut.

Mit dem Turm gebe ich dir Recht. Da wurde ich die endlos Variante auch nicht spielen, außer da wäre ein für mich ultimatives Transmog oder nen Mount zu finden. Aber da würde ichz nach 20 Runs ohne Erfolg sicher auch aufgeben. Spielzeuge und Pets interessieren mich mal gar nicht.
Von daher fand ich die Idee gut, es mit den Legendaries zu verknüpfen. Da will dann jeder rein… naja nun halt nur die Mini Variante und der Rest wird schnell abgesägt (nix da mit Events und Ausbauen mit neuen Etagen etc,), da es eh kaum jemand aktiv spielen wird.

Zum Level Erlebnis: Neue Spieler wird es bestimmt ansprechen, aber kaum die Masse an neuen Spielern dazu holen. Das Twinken vereinfacht es… kommt aber zu spät, da die meisten Leute eh schon jede Rasse und Klasse haben… Ja, unterm Strich wird es die richtigen Leute ansprechen… aber zu wenige!

Deiner Einschätzung zu BfA kann ich aber nicht zustimmen. So sehr haben die gar nicht enttäuscht. Wie immer sind nur die, die enttäuscht waren diejenigen, die am lautesten überall rumschreien.

Bodicore
21 Tage zuvor

Maaaan jetz bin ich woeder angefixt… Warum macht ihr das :((((

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