Mit Forever unterstreicht WoW seine Ausnahmestellung und warum so viele Spieler Azeroth lieben

WoW Forever Magie

WoW: Forever ist da und damit auch unzählige Fans, die das klassische Azeroth schon 2005 oder 2019 gemeinsam unsicher gemacht haben. World of Warcraft hatte, hat und wird wohl immer eine Ausnahmestellung besitzen – auf gleich mehreren Ebenen.

Als WoW im Februar 2005 bei uns in Europa erschienen ist, ahnte wohl noch niemand, welchen Einfluss das Online-Rollenspiel von Blizzard auf das Genre der MMORPGs, die gesamte Industrie sowie unzählige Menschen nehmen wird.

Klar, aufgrund des enormen Erfolgs. Plötzlich wollten alle so einen Online-Themenpark haben, für den Millionen von Menschen ein monatliches Abo zahlen. Oder zumindest einen vergleichbaren Service, der sich über viele Jahre hinweg erfolgreich monetarisieren lässt. Darüber hinaus war der Anfang von WoWs Erfolgsgeschichte das Ende vom alten Blizzard.

Für viele Spieler war WoW indes der Erstkontakt mit MMORPGs. Online zu spielen, das war in den frühen 2000ern noch eher ungewöhnlich. Das Genre hatte bis dahin den Ruf, zeitraubend, frustrierend, teuer und einsteigerunfreundlich zu sein. Die Verbreitung der Internet-Flatrates nahm gerade erst Fahrt auf. Vorher zahlte man für jede Sekunde, die man online war.

Ich erinnere mich immer noch sehr gerne an diese Zeit. Es war ein ungemein faszinierendes Gefühl, durch eine derart große, persistente Welt zu laufen und überall auf andere Spieler zu treffen. Obwohl ich schon vorher sehr viel gespielt hatte, vor allem auf Konsolen, kannte ich so etwas noch überhaupt gar nicht.

Wer erst seit den 2010er- oder 2020er-Jahren zockt, wird das wohl nur schwer nachvollziehen können. Sehr schade, finde ich. Heute ist fast alles online und/oder eine „Open World“, sogar auf dem Handy.

Wer schreibt hier? Karsten Scholz ist der MMORPG-Experte von MeinMMO. Er befasst sich seit 17 Jahren fast täglich mit dem besten Genre der Welt. Den privaten Erstkontakt gab’s 2005, mit World of Warcraft. Seitdem hat er – mal mehr, mal weniger intensiv – jede der Erweiterungen gespielt, aber auch WoW Classic, Classic Hardcore, Spinoffs wie Plunderstorm sowie die beiden Classic-Saisons. In Azeroth fühlt sich Karsten zu Hause.
Video starten
World of Warcraft: Forever im Ankündigungs-Trailer von der BlizzCon 2026

Der soziale Nährboden für die Magie von Games

Gründe für den enormen Erfolg von WoW gibt es mehrere. Der perfekte Zeitpunkt. Die Strahlkraft der Marken Warcraft und Blizzard. Die für das Genre geringen Einstiegshürden sowie das Ziel von Blizzard, das komfortabelste, belohnendste und einsteigerfreundlichste MMORPG auf dem Markt zu sein. Aber auch der zeitlose Grafikstil und sein geringer Hardware-Hunger.

Dazu kommt, dass Blizzard trotz des Komforts und der Möglichkeit, solo auf Stufe 60 leveln zu können, ein zeitintensives MMORPG geschaffen hat, das einen sehr großen Fokus auf das Mit- und Gegeneinander setzt. Leveln und Questen macht im klassischen WoW mehr Spaß und geht schneller, wenn man es mit anderen zusammen macht.

Für Inhalte wie Gruppen- sowie Elite-Quests, Dungeons und Raids oder auch für große Projekte wie der Bau eines Legendarys oder die Öffnung von Ahn’Qiraj kommen Gleichgesinnte ebenfalls ständig zusammen. Oder man macht gemeinsam die Schlachtfelder unsicher, versucht sich an Weltbossen oder greift eine gegnerische Siedlung an.

Entsprechend viel Zeit haben die Mitglieder vieler Gilden in der Vanilla-Ära miteinander verbracht. Es entstanden in dieser Zeit unglaublich viele Freundschaften und Beziehungen fürs Leben. Genauso gab es Familien und langjährige Freunde, die WoW nutzten, um trotz großer Distanz in Kontakt zu bleiben, oder einfach mehr Zeit gemeinsam zu verbringen … und letztlich zusammen Spaß zu haben.

Solche schönen Geschichten finden sich sicherlich auch bei vielen anderen MMORPGs. Aufgrund der enormen Beliebtheit und seiner einzigartigen Stellung konnte sich WoW jedoch bei besonders vielen Spielern einen wichtigen Platz im Herzen verdienen.

Das klassische WoW erschafft erinnerungswürdige Momente besser als die meisten anderen MMORPGs:

Die Magie wirkt auch über 20 Jahre später

Wie großartig und nachhaltig das WoW gelungen ist, hat bereits WoW Classic vor etwa 7 Jahren gezeigt. Schon da gelang es Blizzard, die alte Magie erneut aufleben zu lassen und viele Vanilla-Spieler – teils nach langer Pause – zurück nach Azeroth zu locken.

Einige kamen gemeinsam mit Familienmitgliedern zurück, mit denen sie schon in den 2000ern gespielt hatten. Andere trafen in Classic auf Gildenfreundschaften von damals, die man ein wenig aus den Augen verloren hatte, aber sofort war die alte Verbindung wieder da.

Und genau das wiederholt sich auch jetzt wieder mit WoW: Forever. Die Freundschaftsliste im Battle.net ist plötzlich wieder voll mit all den Namen, die ich mit einigen der schönsten Gaming-Erinnerungen meines Lebens verbinde. Man kommt schnell ins Gespräch, verabredet sich zum gemeinsamen Leveln und schon entfaltet das MMORPG von Blizzard wieder seine alte Magie, während man gemeinsam ein „neues Classic-WoW“ entdeckt.

Was mich jedoch ein wenig traurig macht: Es dürfte das letzte Mal sein, dass wir alten Vanilla-Veteranen so einen nostalgisch-emotionalen Start erleben. WoW: Forever soll schließlich „forever“ andauern, wenn alles nach Plan läuft. Andere MMORPGs können etwas Vergleichbares wohl nur in einer kleineren Nische abbilden, aber eben nicht in dieser Breitenwirkung, die WoW aufgrund seiner Ausnahmestellung erreichen kann.

Umso mehr ist es jetzt wichtig, den Start von WoW: Forever zu genießen, die Magie aufzusaugen und mit alten Freunden und geliebten Menschen gemeinsam Azeroth unsicher zu machen.

Ich selbst habe bereits eine tolle Gilde gefunden und auch schon mit diversen alten Weggefährten geschrieben. Wie sieht’s bei euch aus? Und welche Stellung hat WoW für euch? Verratet es mir gern in den Kommentaren! Meine Story könnt ihr bestimmt schon: World of Warcraft hat mein Leben verändert, dabei hätte ich fast nicht einmal die Levelphase bis Stufe 60 geschafft

Kommentare

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
0
Sag uns Deine Meinungx